Die Herren Scheibel, die das Buch zur A100 geschrieben haben, haben die Automatikfunktionen der A100 in den höchsten Tönen gelobt. Ich finde auch, daß es das Genialste an einer Kamera ist, wenn das vernünftig funktioniert. Auch bei einer Spiegelreflexkamera. Die Technik ist dafür da, um benutzt zu werden.
Ich habe mich gern von der A100 abhängig gemacht, indem ich die Vollautomatik, die Programmautomatik, Nachtporträt und so weiter benutzt habe. Denn nach dem Studium diverser Bücher über die Blende, Belichtung und Verschlußzeit habe ich herausgefunden, daß die Kamera das fast immer richtig macht. Wenn nicht, hilft die Programmautomatik mit eigenen Einstellungen oder die Blendenvorwahl, bei Sport die Zeitvorwahl.
Um auf die Frage zurückzukommen, bei der Vollautomatik kann man den ISO begrenzen und einige Einstellungen selber beeinflussen, die nach dem Aussschalten der Kamera wieder weg sind. Bei der Programmautomatik stehen alle Optionen zur Änderung zur Verfügung und die Kamera merkt sich diese bis zum nächsten Einschalten. Man kann sich die Einstellungen dann in einen der drei Benutzerspeicher legen.
Als ich die A100 ganz neu hatte, habe ich alle Automatikfunktionen ausprobiert und nachher die Exifdaten ausgelesen, um zu lernen, wie die Kamera "tickt". Das habe ich mit den Weisheiten aus meinen Büchern verglichen und mit Fotos, bei denen ich die Einstellungen selbst vorgenommen habe. Fazit: Die Kamera möchte möglichst lange das freihändige Fotografieren ermöglichen, sie wählt den ISO schon mal höher als notwendig. Das wird also von mir begrenzt. Bei Verwendung verschiedener Objektive wählt die Kamera meistens die richtige Blende.
Anfänger machen oft den Fehler, die Blende zu klein zu wählen. Man hat schließlich für 2.8 bezahlt. Das Ergebnis sind dann z. B. Landschaftsbilder mit unschönem oder überhaupt sichtbarem Schärfeverlauf oder unscharfe Bilder. Oft wird dann das Objektiv verantwortlich gemacht, taugt nichts, gebe ich zurück. Wenn ich in der Objetivdatenbank stöbere und die Tips der Benutzer lese, Beispiel "leicht abgeblendet knackscharf" und vergleiche das mit Fotos, die ich mit der Programmautomatik gemacht habe, hat die Kamera in bezug auf das jeweilige Objektiv meistens alles richtig gemacht. Ich habe sowohl von den Büchern als auch von der Kamera gelernt. Ich will wissen, was die macht und warum sie das macht. Und wenn sie das richtig macht, verlasse ich mich auf sie und konzentriere mich auf die Motive.
Ein Tip wie "mach Dich nicht von der Kamera abhängig" halte ich erst mal für oberlehrerhaft und falsch. Einem Anfänger würde ich eher raten, zu schauen was die Kamera macht, sich zu fragen warum die das macht und davon zu lernen, um nachher Verbesserungen zu probieren.
Ich hatte die A100 ein halbes Jahr und mein Fazit ist, daß das eine sehr gute Kamera ist, weil man alle Funktionen auch benutzen kann. Wenn hier von einer Kamera die Rede ist, deren Body über 1000 Euro kostet, dann sollte die so ausgereift sein, daß die Programmautomatik und alles was draufsteht, auch funktioniert. Und das tut es.
Die Bilder Spaziergang in Sans Souci sind das "Übelste", was man sich vorstellen kann. A700 ganz neu und alles ausprobiert, Auto, Programmautomatik, Sonnenuntergang und dann auch noch DRO und Vivid - und auch noch jpg statt RAW, pfui Teufel! Ich stelle fest, die Geldausgabe hat sich gelohnt, ich kann mich von der Kamera abhängig machen und mich auf meine Motive konzentrieren.
Jeder wie er will, aber man muß nicht gleich oberlehrerhaft auf eine einfache Frage reagieren.
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Gruß aus Berlin
Andreas
Geändert von ansisys (15.01.2008 um 11:23 Uhr)
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