Anaxaboras (oder wie Du auch immer heißen magst),
wenn Du das für Dich herausgefunden haben magst, ist das schön - aber nur für Dich. Es ist ja nicht nachvollziehbar, WAS Du WIE unter WELCHEN Bedingungen untersucht hast. Damit hebst Du weder die Realität noch professionelle Workflows aus den Angeln, das Ergebnis ist Dein ganz privates und mag eben speziell für Deinen - hier nicht näher erläuterten - Workflow, Drucker und Papier gelten. Es zeigt nur, dass Du Dich nicht im Thema klug gemacht hast, und dass Dein Test keinesfalls repräsentativ ist. Irgendwas drucken und dann was behaupten kann ja jeder, und Deine Ausdrucke wirst Du schlecht übers Forum zeigen können. Vor allem, weil Du wahrscheinlich auch gar nicht verifizieren kannst, ob Deine Bilder in AdobeRGB auf Grund des Farbraumes besser sind, oder ob die sRGB-Drucke nur suboptimal aufbereitet waren. Egal, was Du rausgefunden hast, die Behauptung, dass AdobeRGB in 8bit eine bessere Farbdifferenzierung bietet, ist falsch.
Es mag auch sein, dass Du das Thema ein wenig missverstanden hast - genau so, wie den Artikel oder mich: Es ist nicht AdobeRGB im Allgemeinen ein Problem, sondern die Verwendung von AdobeRGB als Kameravoreinstellung für den Gebrauch bei JPEG-Bildern. Lies mal in dem von Dir verlinkten Artikel (der übrigens nett und altbekannt ist, aber nicht tiefgehend) den Absatz unter "INFLUENCE ON BIT DEPTH DISTRIBUTION":
Adobe RGB 1998 occupies roughly 40% more volume than sRGB, so you are only utilizing 70% of your bit depth if the colors in Adobe RGB 1998 are unnecessary
Das heißt, wenn Du wahllos AdobeRGB in 8bit nimmst, Deine Motive aber (größtenteils) problemlos in sRGB passen (was durchaus der Normalfall ist), dann hast Du nur 70% der Tonwerte. Also im Schnitt nicht 256 pro Kanal, sondern nur 180. Warst Du Dir dessen bei Deinen "Testereien" bewusst? Du kannst es drehen und wenden wie Du willst, AdobeRGB und 8bit gehören nicht zusammen. Es ist ein unumstrittener Grundsatz des Farbmanagements, dass große Farbräume auch große Bittiefen benötigen. Und AdobeRGB ist definitv ein großer Farbraum. Gegen 16bittiges AdobeRGB - wie es auch in der Druckvorstufe verwendet wird - ist nicht das geringste einzuwenden. Nur kann das leider keine Kamera aufzeichnen, und wenn wäre es sinnlose Platzverschwendung.
Übrigens schreibt auch Sean McHugh dazu:
sRGB will make the most of your bit depth because it allocates more bits to encoding the colors present in your image.
Den Passus aus der Bedienungsanleitung kannst Du übrigens knicken, das ist Bullshit - und bei weitem nicht der einzige von Minolta in seinen Manuals veröffentlichte.
Werf doch einfach mal die eigene Denkmaschine an, anstatt Dich auf (halbverstandene) Webseiten zu berufen, es ist wirklch nicht so kompliziert. Wenn Du zu dem Thema mal wirklich eine tiefgründige Webseite sehen willst, dann schau doch mal
www.brucelindbloom.com rein.