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Alt 22.09.2006, 12:06   #10
Jan
 
 
Registriert seit: 08.09.2003
Ort: Erkrath bei Köln
Beiträge: 7.449
Hier gehen zwei Dinge durcheinander:

Objektiv per Kupplungsring vor ein anderes schrauben: Das ist sozusagen eine Super-Nahlinse, ein 50'er entspricht einer 20 dpt-Nahlinse, die auch noch ordentlich korrigiert ist.

Objektiv in Retrostellung an die Kamera: Wenn ein Objektiv nur eine einfache Linse wäre, würde sich nichts ändern.
Aber ein Objektiv ist keine dünne linse, sondern kann - wie eine dicke Linse - durch zwei Hauptebenen beschrieben werden (in Näherung genügt es häufig, auch nur eine Hauptebene zu betrachten, die je nach Objektivkonstruktion aber auch vor der ersten bzw. hinter der letzten Linse liegen kann). Bezogen auf die Hauptebenen macht es bzgl. der lage von Frontlinse und Hinetrlinse eines Objektivs u.U. eien deutlichen Unterschied, wie rum ein Objektiv benutzt wird (s.u.).
Zudem werden Objektive i.d.R. so gerechnet, dass Abbildungsfehler bei mittleren bis weiter Entfernungseinstellung minimal sind, durch das Umdrehen vertauscht man sozusagen Bildweite und Gegenstandsweite, dadurch erreicht man bei sehr keinen Gegenstandsweiten eine bessre Abbildungsqualität. Je nach gewünschtem Abbildungsmaßstab ist es erforderlich, zusätzlich zum Retroring auch Zwischenringe einzusetzen.

Grüße
Jan


P.S.: Vor allem Weitwinkelobjektive sind sogenannte Retrofokusobejktive, bei denen die Hauptebene hinter der letzten Linse liegt, das ist nötig, damit es überhaupt möglich ist, bei kleiner Brennweite das Bild durch den Spiegelkasten scharf auf die Filmebene zu bekommen. Hier bewirkt nun ein Umdrehen (Retrostellung), dass man den Abstand Hinterlinse - Hauptebene zur eigentlichen Gegenstandsweite dazurechnen kann und somit mehr Platz zwsichen Objektiv und Motiv hat. Zugleich bekommt man diesen Abstand sozusagen als Auszugsverlängerung geschenkt.
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