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Alt 12.10.2005, 08:06   #13
Echidna
 
 
Registriert seit: 01.10.2003
Ort: Duisburg
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Ich bin jetzt mal sarkastisch, meine es aber nicht böse
Zitat:
Zitat von bbernhard
Ich sehe den Ehrgeiz eher darin, Bilder gleich "richtig" zu erstellen und nicht erst hinterher mit zig- Schiebereglern daran rumzubasteln.
Du solltest Deinen Ehrgeiz darin legen, gute Bilder zu erstellen, anstelle von richtigen.
*sarkasmusmodusaus*

Was will ich damit sagen. Ein Bild gibt nie die Wirklichkeit wieder, es ist nicht "richtig". Schon allein durch die Auswahl des Ausschnitts wird die Wirklichkeit begrenzt. Gerüche, Wind, Geräusche bleiben außen vor. Der Fotograf pickt sich ein Detail der Wirklichkeit heraus und stellt es so dar, wie er es empfindet, mit welchen Gefühlen und Gedanken er dieser Wirklichkeit gegenüber steht. Dazu stehen ihm die (begrenzten) fotografischen Mittel der Kamera zur Verfügung. Während früher die Weiterarbeit an dem Foto in der Dunkelkammer vonstatten ging (es wird häufig vergessen, wie wild seinerzeit "manipuliert" wurde), findet heute die Nachbearbeitung im Photoshop statt. Mit dem Ziel: Ein Foto zu erstellen, dass der Aussage, den Stimmungen, den Gefühlen des Fotografen entspricht.

Fazit der Philosphiestunde: Du solltest danach trachten, Deine Eisenbahn den Betrachtern Deiner Bilder im besten Licht darzustellen, nicht im richtigen. Was nützt Dir ein vom Licht optimales Foto, wenn der Betrachter es langweilig findet?

Ein gutes Foto entsteht immer nur beim Betrachter. Für Tante Klara ist ein Bild des kleinen Neffen, der strahlend lacht während ihm Äste und Telefonmasten aus allen möglichen Körperöffnungen wachsen, ein tolles Foto. Die Jury eines Fotowettbewerbs würde es nicht eines zweiten Blickes würdigen. Das ging Tante Klara aber mit dem Siegerbild des Wettbewerbs genauso, da sie mit der blendend in Szene gesetzten Architekturdetailaufnahme nichts anfangen kann.

Gruß

Echidna
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