Zitat:
Zitat von berlac
Ob APS-C ideal dafür ist, auch aus Käufersicht, kann man diskutieren.
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Der Perspektivwechsel in
andere Käufer ist eben das Schwierige.
Ich denke,
wir sind uns einig, dass Vollformat an diversen Ecken "mehr Potentiale" bietet: mehr Freistellung, in den meisten Konstellationen ein besseres Rauschverhalten, etc.
Wir wissen das, und viele von uns wollen (und haben) deswegen auch Vollformat,
weil sie diese Potentiale nicht nur kennen, sondern auch aktiv nutzen wollen. Aber
wir hier in diesem Forum sind auch eher "Intensivnutzer". Ich zähle mich auch dazu, weil ich "sehr viel" fotografiere und mich in Vielem ausprobiere. Und ja,
ich bin an einem Punkt, wo ich in
einzelnen Situationen gerne wissen würde, ob ich mit einer Vollformat-Kamera ein anderes ("besseres?") Ergebnis erzielen würde. Ich hab z.B. heute im Garten meiner Schwiegermutter die ersten grünen Lavendelspitzen mit einem Makro fotografiert, und hatte zwischendurch einen Spot, bei dem ich mir tatsächlich gewünscht hätte, das jetzt mal mit einer a7RV auszuprobieren (weil vergleichbare Sensel-Größe, also
keine "einfache" a7V). Aber das war bei
einem Spot. Und ich konnte mir auch da mit meiner a6600 behelfen. Es war also kein "Dieses Foto kann ich jetzt gar nicht machen, weil ich keine Vollformat-Kamera hab"-Situation.
Aber nur weil
wir "Intensivnutzer" sind, heißt das nicht, dass
alle, die über eine Systemkamera nachdenken, das auch sind.
Auch wenn Vollformatkameras (technisch) "besser" sind, sind APS-C-Kameras (meiner Meinung nach) inzwischen so gut, dass sie für vieles "voll ausreichend" sind. Ein durchschnittlicher "Nicht-so-intensiv-Nutzer" wird sicher heute lange fotografieren müssen, bis er an die Grenzen des Sensors kommt, wo für ihn ein Wechsel auf Vollformatkamera
wirklich "unabdingbar" ist.
Ja,
wir wissen um die VF-Potentiale,
wir würden sie vielleicht auch nutzen. Aber wir müssen ehricherweise auch zugestehen, dass für viele(!) andere die Potentiale von APS-C auch ausreichen würden. Und die VF-Potentiale kosten auch einfach Geld. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Frage muss erlaubt sein, warum man Geld für "Potentiale" ausgeben soll, wenn man diese "Potentiale" gar nicht "benötigt". Ja, klar, wenn ich ein 85mm/f1.4 vor einer Vollformat-Kamera habe, habe ich mehr Freistellung als wenn ich ein 56mm/f1.4 vor einer APS-C-Kamera habe. Aber "braucht" der "Nicht-so-intensiv-Nutzer" diese Freistellung? Gibt es wirklich Situationen, in denen ein "Nicht-so-intensiv-Nutzer" ein Foto
nicht machen kann, weil er nicht die "echte" Freistellung eines 85mm/f1.4 an VF hat? Ha, ich weiß nicht.
Auch wenn
für uns Vollformat gefühlt "unabdingbar" ist, müssen wir verstehen, dass
für andere APS-C vielleicht doch "vollkommen ausreichend" wäre und dass in den Fällen Vollformat möglicherweise "nice" ist, aber eben auch eine eher "unnötige Ausgabe" wäre.
Zitat:
Zitat von berlac
Wenn man dann auch noch davon ausgeht das der Käufer billigere und kompaktere APS-C Objektive kauft, ist der spätere Umstieg auf Vollformat ja nicht mehr so ideal.
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Ein gern gebrachtes Argument, dem ich mehrere Sachen entgegen halten möchte.
- Der "Wechsel" (der ja so gerne als "schwer" bezeichnet wird) bedingt, dass der Käufer ja ganz grundsätzlich einen "Ersatzkauf" plant (er will seine alte Kamera ja durch eine neue ablösen). Aber wie viele machen das? Selbst hier im Forum gibt es ja immer wieder Posts im Sinne von "ich verwende noch eine a77 und überlege...". Der Druck, unbedingt die "alte" Kamera gegen eine "neue" zu tauschen, ist in vielen Fällen gar nicht vorhanden. Und wenn gar kein "Erneuerungsdruck" vorliegt, dann erst recht kein "Wechseldruck". Für die Menschen ist es schlicht egal, ob der Wechsel schwer ist oder nicht.
- Selbst wenn jemand an einen Punkt kommt, dass er überlegt, seine "alte" Kamera gegen eine "neue" zu tauschen, heißt das ja nicht zwingend, dass er das "nur" wegen der Sensorgröße macht. Vielleicht will er ja auch "nur" von anderen Entwicklungen profitieren wie z.B. einem besseren AF? Selbst wenn es also einen "Erneuerungsdruck" gibt, heißt das nicht, dass der Druck aus der Sensorgröße resultiert. Ja, dann könnte der Wechsel auf VF interessant sein, aber er ist eben auch nicht notwendig. Die "Schwere" des Wechsels ist in dem Falle also eigentlich gar keine wirkliche Belastung.
Und jetzt dreh ich das Argument sogar noch mal um: Gerade
weil Sony den Wechsel so "schwer" macht, sorgt Sony dafür das APS-C-Nutzer bei APS-C bleiben und ihre Ersatzkäufe eben APS-C-Kameras sind und
nicht Vollformat-Kameras. Sie
steigern damit also sogar noch ihre APS-C-Umsätze