Hallo Markus,
fotografisch eine Augenweide. Eine großartige Serie. Du hast mit vielen Stilmitteln gespielt, die wir von Dir kennen. Jedes Bild wohl überlegt, jedes Bild für sich trägt eine andere Aussage in sich. Dazu die s/w Bearbeitung. Fotografisch passt alles
Aber Fotografisch ist nicht alles. Wichtiger als die Anwendung fotografischer Stilmittel ist die Wirkung auf den Betrachter, den die Bilder auslösen. irmis Verluste machen mich tief betroffen.
Wie schrieb ich gestern im Monatsthema Stille zu diesem einen Bild:
Stilles Gedenken passt hier einerseits wunderbar. Jeder einzelne der Grabsteine hat Ehepartner, Verwandte und Freunde, die dem/der Toten in Stille gedenken. Dein britischer Besucher war wahrscheinlich einer von denen. Anderseits macht es mich wütend, so viele Steine hier zu sehen. 7672 Grabstätten um genau zu sein. Gestorben, um einen Krieg zu beenden, den die Briten / die Soldaten des Commonwealth nicht begonnen haben. 7672 persönliche Schicksale. 7672 zu früh verstorbene. 7672 zerstörte Hoffnungen.
Was mich freut, wie gepflegt dieser Friedhof rüberkommt. Und auch hier (wie in Arlington, Va) liegen Menschen verschiedener Religionen nebeneinander. Arlington kennt nur - wenn überhaupt - die kleine amerikanische Flagge als Schmuck, hier stehen Gestecke vor den an sich gleichen Grabsteinen.
Am meisten betroffen hat mich dieses Bild gemacht.
Fotografisch ist es das einzige nicht 100% s/w Bild. Aber hier kann ich die Trauer des Kindes nachvollziehen. Ein Vater, der gefehlt hat. Eine Mutter, welche die Last alleine zu tragen hatte. Dieses kleine Tafel sagt so viel aus. Und sie nimmt uns mit in die Vergangenheit.
Danke für die Aufnahmen. Danke für das Zeigen
Gruß
Jürgen