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Alt 15.01.2026, 18:33   #16
DerGoettinger

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Zitat von aidualk Beitrag anzeigen
Schau dir mal genau an, was in den letzten paar Jahren bei Sony alles an KB-Kameras gekommen ist. Und es sind einige Überraschungen dabei gewesen, die nicht mal wirklich 'gefordert' wurden. Bei APS-C war es nur die ZVE-10 II - das wäre rund 90:10 für KB. Damit hast du deine Begründung. Wie deutlich muss es noch sein?
Nein, weil Du die Nichttätigkeit in der Vergangenheit als einziges Argument für das Verhalten in der Zukunft nimmst. Dein Argument ist allein "in der Vergangenheit nichts gemacht". Du setzt die Nichttätigkeit in der Vergangenheit noch nicht einmal in einen Zusammenhang mit den damaligen Rahmenbedingungen. Warum hast Sony in den letzten Jahren nichts für seine APS-C-Fotokameras gemacht? Einfach nur zu sagen "Sony hatte kein Interesse" ist einfach zu billig. Das ist einfach nur eine andere Formulierung für "sie haben nichts gemacht".

Ja, es gibt durchaus gute Gründe, warum sie in der Vergangenheit nichts gemacht haben:
  • die a6400 als letzte Kamera mit Sensor ohne BSI verkauft sich immer noch (überraschend) gut als Einsteigerkamera
  • die a6700 hat einen besseren Sensor, ist aber noch keine drei Jahre alt, ist also noch vor dem Sony-typischen Update-Zyklus
  • Für eine gänzlich andere APS-C-Fotokamera gab es mangels Konkurrenzprodukten (noch) keine besondere Marktnotwendigkeit
Aber das ist eben die Vergangenheit. Für die Zukunft gelten andere Rahmenbedingungen, die anders sind:
  • Die a6400 kann man sicher noch ein bisschen als "billige Einsteigerkamera" verkaufen, aber Canons R10 und R50 haben ihr inzwischen den Rang abgelaufen.
  • Bei der a6700 wird Sony spätestens 2027 Schwierigkeiten haben, diese als ein "Top-Modell" zu verkaufen, weil die Technik inzwischen zu alt ist, um wirklich noch "top" zu sein. Die Canon EOS R7 (die 2022 schon einen 32mp-Sensor hatte) könnte 2026 einen Nachfolger bekommen (gerüchteweise sollen erste Vorserienmodelle schon "in freier Wildbahn" gesehen worden sein, spekuliert wird über eine Markteinführung spätestens Ende Februar), und die wird sicher noch besser sein (gemunkelt wird über einen 33MP-Stacked-Sensor). Grund genug, für Ende 2026/Anfang 2027 einen a6700-Nachfolger erwarten zu können (ebenso wie die a6700 auch der R7 folge).
  • Sich aus dem APS-C-Fotobereich zurückzuziehen, würde bedeuten, dass Sony die Entwichklungskosten für APS-C-Sensoren allein aus dem Verkauf der Videokameras refinanzieren müsste. Das würde die Kameras nur verteuern und/oder die Marge weiter reduzieren.
Das sind alles Argumente, die gegen eine Untätigkeit von Sony in der Zukunft sprechen. Andere Rahmenbedigungen, anderes Verhalten.

Und noch mal: allein auf das direkte Geld zu schauen (Entwicklung, Produktion und Vertrieb von neuen APS-C-Fotokameras) ist viel zu kurz gesprungen. Sich aus dem Marktsegement zurückzuziehen und es vollkommen Canon zu überlassen, ist ein viel, viel zu großes Risiko - vor allem dann, wenn man bedenkt, dass dieses Marktsegment auf dem heimischen Markt das ist, in dem in Japan die meisten Kameras verkauft werden. Glaubst Du ernsthaft, dass es für Sony risikolos ist, sich von diesem Markt zurückzuziehen?
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"Die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten" - wahlweise Henri-Cartier Bresson, Jackson Pollock oder Helmut Newton zugeschrieben
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