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Zitat von aidualk
APS-C stirbt genauso langsam wie der A-Mount seinerzeit langsam gestorben ist. Viele wollten es aber lange einfach nicht sehen und wahrhaben. Für mich ist Sony APS-C schon lange am unter gehen, ganz sicher dann ab dem Erscheinen der ersten A7C. Danach kam zwar noch die A6700 aber im A-Mount kam 2016 auch noch mal eine A99II. Dennoch war es das dann gewesen mit A-Mount.
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Ich verstehe, was Du meinst. Als ich 2018 angefangen habe, mir über die Anschaffung einer Digitalkamera Gedanken zu machen, war meine erste Erkenntnis, dass Spiegelreflexkameras tot sind, obwohl es immer noch laute Verfechter gab. Aber hier sehe ich das etwas anders.
1. APS-C-Sensoren an sind auch auf längere Sicht (noch) unverzichtbar.
Wenn wir in den Videobereich schauen, dann sehe ich auf lange Sicht nicht, wie im Consumerbereich Vollformatsensoren hier APS-C ablösen sollen. Kameras mit APS-C-Sensoren sind da einfach die Cash Cows, Technik hin oder her. Und Sony macht in dem Bereich gerade richtig Umsatz. Das heißt auch, dass Sony sicher in die APS-C-Sensorentwicklung weiterhin Geld ordentlich pumpen wird --- das sie aber irgendwie auch wieder zurück haben wollen. Und das geht nur, indem sie die Sensoren so häufig wie möglich verkaufen. Nun ist auch ein Videomarkt irgendwo endlich, so dass
mehr nur über andere Marktbereiche geht. Der Fotomarkt ist für Sony daher unumgänglich, wenn sie den Verkauf von Geräten mit APS-C-Sensoren maximieren wollen.
2. Die Kosten für das zusätzliche Entwickeln von APS-C-Fotokameras ist günstiger als wir denken
Ja, natürlich, zusätzliche Entwicklung kostet zusätzliches Geld. Aber wie in der Produktion gibt es auch in der Entwicklung "Skaleneffekte" (kurz: dadurch, dass man mehr produziert, werden die Kosten pro Stück geringer). Die Innovationen werden sicher für die Vollformat-Fotokameras gemacht - aber sie in einem
späteren Schritt auf APS-C-Fotokameras zu portieren, ist viel kostengünstiger, auch weil man auf Erfahrungen zurückgreift und bestimmte Fehler nicht macht. Und der Verkauf dieser "Zweitverwertung" hilft auch, die ursprünglichen Entwicklungskosten zu decken.
3. So lange Canon den APS-C-Fotobereich so aktiv bespielt, kann sich Sony nicht daraus zurückziehen
Ganz ehrlich: Der Fotomarkt lebt insbesondere durch den direkten Konkurrenzkampf zwischen Canon und Sony. Bei den beiden gönnt der eine dem anderen nicht das Deckige unter den Fingernägeln. Das, was da passiert, ist nicht immer rationell zu begründen. Da geht es viel auch um Prestige. Wir reden bei den Zahlen bei Andrea von "den meistverkauften Kameras in Japan".
Alle Kameras, nicht "nur APS-C", nicht "nur Consumer", nicht "nur Fotokameras". Die einzige, aber wichtige Einschränkung ist "in Japan". Es geht nicht um irgendein Geschäft. Es geht um das Geschäft zuhause. Da geht es erst recht im Prestige. Und Sony fuxt es glaube ich schon ganz schön, dass Canon mit der R10 und R50 da gerade gutes Geld macht. Dass sich die a6400 als sieben(!) - in Zahlen: 7(!) - Jahre alte Kamera noch so gut verkauft, überrascht mich selbst, aber auch Sony wird klar sein, dass das vielleicht mit Ach und Krach noch ein achtes Jahr gut gehen wird, aber sicher kein neuntes. Wenn Sony nicht auch noch von MFT-Fotokameras überholt werden will, werden sie was tun müssen.