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Alt 07.12.2025, 22:09   #10
Tafelspitz
 
 
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Beiträge: 5.547
Schönen guten Abend liebe Fotobegeisterte!
Auf unserem heutigen Fotoflug werdet ihr begleitet von Dana und meiner Wenigkeit. Somit wird die Besprechung aufgeteilt in zwei Teile: einem ersten und einem zweiten. Strategisch werden wir dabei so vorgehen, dass zuerst Teil eins und danach Teil zwei folgen wird
Nun aber genug herumgealbert, es gibt Arbeit!

Teil eins hat Dana übernommen.

Besprechung von Dana, 7.Dezember 2025
NameBildBesprechung
harti20Bartgeier Schön im Flug fast frontal erwischt! Solche Studien sind so schön, weil man den Flug des Tieres gut studieren kann. Wie die Außenfedern ausgestellt sind...es ist schon erstaunlich, wie diese Tiere die kleinsten Bewegungen in der Luft steuern, indem sie Körper und Federstellung einsetzen. Wenn man sich überlegt, was das für Abläufe innerhalb des Nervensystems sind...ganz schön komplex für so ein uns ja soooo weit untergeordnetes Tier. Ich gehe davon aus, dass du es im Zoo/Wildpark aufgenommen hast? Die Umgebung lässt drauf schließen und leider konnte man sie sich nicht aussuchen. Sie macht das Bild sehr unruhig. Fotografenpech, dass der Vogel sich gerade dieses Fleckchen zum Fliegen ausgesucht hat. An einer Stelle bin ich hängengeblieben - und das sind die von uns aus linken Außenfedern des Geiers. Warum sind die so unscharf? Die rechten sind knackscharf...hast du irgendwas an der Mauer gemacht und die Federn da auch erwischt? Es wirkt fast so. Ansonsten ein gelungenes Flugfoto, Vogel ganz drauf, schön in einer Dreiteilung gesetzt.
perserFreundinnen *schmunzel* Da würde mich mal interessieren, wieviele Menschen diese Idee auch schon hatten oder ob es eine recht einmalige Motivwahl ist, sich frech einfach an das Kunstwerk zu stellen und die passenden Posen dazu einzunehmen. Auf jeden Fall sehr kreativ, nicht einfach nur irgendwo rumzustehen und abgelichtet zu werden, sondern aktiv zu sein und das Kunstwerk so mit ins Bild und in die Interaktion zu integrieren. Ich habe zuerst den oberen Teil des Bildes gesehen (bei den Größen muss ich scrollen) und mich über den Gesichtsausdruck deiner Frau gewundert. Nachdem ich den unteren Teil erblickt hatte, war klar, warum sie die Zunge über die Lippen fährt. Für die beiden Damen auf jeden Fall ein besonderes Erinnerungsfoto, vor schöner Kulisse. Und mach dir keinen Kopf, dass wir gestern nicht einer Meinung waren (ich bleibe bei dem, was ich schrieb, kann aber deine andere Ansicht einfach stehenlassen, finde auch nicht, dass ich draufgehauen habe, ich habe einfach meine Ansicht geschildert), hier sind wir es nun wieder.
HoStFrühsport Schon wieder ein Bild von dir, das mich begeistert. Tolle Farb-Atmosphäre am Strand, mit schon beschienenem Wasser im Hintergrund, dazu dieser Einspänner, ein Trabrennfahrer vielleicht, der am Strand entspannte Trainings-Runden dreht und das Pferd sicher ab und an auch einfach laufen lässt, während die Touristen alle noch in ihren Betten liegen. Hinten ins Bild kommend, ein Mensch mit seinem Hund, auch früh unterwegs, um die Ruhe vor dem Sturm noch zu nutzen (und wahrscheinlich, weil der Hund klar gesagt hat: ähm...JETZT. ) Das Bild ist perfekt komponiert und das in der Schnelle des Augenblicks, denn das Pferd ist in Bewegung! Super! Als absoluter I-Tüpfel kommen noch die Blickrichtungen hinzu. Der Mann scheint eher zu der schönen Lichtsituation zu gucken, denn er lenkt geradeaus, lenkt also nicht das Pferd nach links, was seinen Blick auch erklären könnte. Von der Kopfhaltung her guckt das Pferd allerdings eher zu dem Mann mit Hund, vielleicht skeptisch, vielleicht neugierig, aber mit aufmerksam hochgestellten Ohren. Oberflächlich betrachtet, gucken beide Protagonisten vorne also romantisch zum Licht, aber ich glaube, dass der Witz darin liegt, dass sie das eben nicht tun. Das hast du ganz großartig erwischt, lieber Holger! Chapeau!
TafelspitzGuten Morgen Dir auch einen schönen guten Morgen. Vor allem, wenn er SO hübsch ist. Eine Szenerie mit dem ersten Lichteinfall des Tages, ein Bach in Langzeitbelichtung sehr weich dahinfließend, darüber erheben sich die Gipfel - und ganz oben ein paar bonbonrosa Wölkchen, die den anbrechenden Tag ankündigen. Da wart ihr früh unterwegs, wenn ihr schon auf dieser Höhe angekommen wart. Wenn ich die Lichtrichtung richtig deute, kommt an diese Stelle das Licht eigentlich erst spät am Tag und man sieht nur gerade jetzt ein paar kleine Halme und Fleckchen, die einen HAUCH an Licht abkriegen. In mir entfacht dieser Blick auf diese wunderschöne Natur und die Lichtsituation den dringenden Wunsch, das Licht möge sich ergießen...aber wahrscheinlich dauert das noch eine ganze Weile. So verharre ich, genieße diese kleinen Umarmungen des Lichts auf manchem Stein, auf manchem kleinen Grashügel und einigen ausgewählten Stellen, mein Inneres macht den Rest, riecht, schmeckt, atmet...und lässt einfach los. Was für ein schöner Fleck Erde. Und so schön stimmungsvoll fotografiert. Ein Bild, das nicht BÄMMMM macht, sondern man das zarte Streicheln des Lichts finden und sehen muss/darf.
cf1024Treppe 12mm Puh, ein Treppenhaus, das dir sicher einiges abverlangt hat. Unterschiedliche Lichtfarben, unterschiedliche Beläge, sicherlich nicht viel Licht vor Ort. Mein erster Eindruck war "ui...sagt mir das echt zu?" diese cyan-magenta-elektrischesLicht-Kachel-Optik mit grünem Metallgeländer und Holztreppenanteil oben war mir erst etwas zu viel. Aber wenn man dann länger guckt und einfach mal alles auf sich wirken lässt, ist es gerade dieses "geordnete Chaos" der Färbungen, Beläge und Materialien, die das Bild besonders machen. Es ist einfach ein anderes Zeitzeugnis als diese steril-weißen Megatreppen. Und genau dadurch zeigt es die Herausforderung für den Fotografen. Sie ist akurat wie immer, ich mag besonders die Spiegelung der Treppenstufen links in den Fliesen, und durch diese sich dauernd verändenden Situationen im Treppenhaus wirkt das Bild. Man findet sich beim Heruntergehen dauernd in anderen Situationen wieder, die du gut einfangen konntest. Von daher chapeau für diese schwierige Aufnahme und deinem Herz auch für solche Treppen, die auch den Betrachter fordern.
kiwi05Peer Gynt Vegen Für dieses Bild habe ich mir SOFORT die Peer Gynt Suite angemacht und das Bild mit dieser Musik betrachtet. Das wirkt! Wow. Für diese Freiheit, einfach irgendwo hinzufahren und dort dann auch einfach zu sein, ohne mit dem Druck, wieder zum Hotel oder ins Ferienhaus zu müssen, beneide ich dich - auch wenn ich es mir nicht vorstellen könnte, im Camper zu wohnen, schon gar nicht so eine lange Zeit. Aber wer das kann, erlebt halt einfach Wunderbares. Hier sieht man deinen Camper auf der im Titel benannten norwegischen Hochpass-Straße und dass du da anhalten musstest, ist SO klar! Was für ein Blick, was für eine tolle Atmosphäre. Die Freude, dort entlangzufahren, teilst du mit uns. Schön, wie die Straße von links ins Bild kommt und, sonnenbeschienen, sich erst einmal mittig in der Kurve verliert, so dass das Auge dann weiter ins Bild gleitet und sich in Ruhe umschaut. Diese herrlich verschneiten Bergkuppen und dieser so dynamische Himmel...man holt sofort tief Atem und genießt die klare, Luft, die Berggipfel täuschen, es ist Sommer und sicher von den Temperaturen weitestgehend völlig angenehm. Ein wunderschönes Landschaftsfoto, das einen persönlichen Touch durch euren Camper erhält, der auf dem Weg ist, diese tolle Umgebung zu erforschen. Möget ihr noch viele solche tollen Urlaube erleben können!
Sir Donnerbold DuckPilatuspanorama Also...deine Bergpanoramen sind immer SO schön. Gehst du nur bei genialem Wetter los oder ist das Glück? Diese Weitsicht, dieses mega Wetter, das Licht...und von oben ist es auch wurscht, dass es um die Mittagszeit aufgenommen wurde. Im Herbst macht das Licht trotzdem schöne Sachen und der Dunst vom Morgen ist schon weitestgehend weg. Auf jeden Fall ist es atemberaubend, mit dir da oben zu stehen (ganz ohne die Anstrengung ) und den Blick auf diese großartige und so weitläufige Szenerie zu legen. Wunderschön fotografiert, auch mit dem massigen Felsen rechts im Bild, der den strauchelnden, leicht höhenängstlichen Menschen Halt gibt. Das sind so Stellen, wo ich stundenlang auf einer Bank sitzen und mir das angucken könnte. Danke dafür!
zuckerbaer69Mauersegler Also...2025 war so dein Jahr, gell? Das ist ja der Wahnsinn. Da erwischst du einen Mauersegler im FLUG in dieser Qualität! Ich gehe zwar von einem Crop aus, aber diese flinken Viecher muss man überhaupt erst mal kriegen! Ich bin bisher gnadenlos gescheitert und ziehe alle Hüte. So kriegt man mal einen zu sehen, das Gesichtchen, die ausgebreiteten Flügel...sicherlich, es fehlen ein paar Details, die aber vielleicht nur ein langjähriger Ansitzer mit 600er Brennweite einmal in seinem Leben hinkriegt, von daher bist du hoffentlich total stolz auf dieses Bild und freust dich, dieses kleine Luft-Wiesel so klasse erwischt zu haben.
SchartiSpring Im Frühling hüpfen die Frösche. Auch bei dir ging das Bild von oben nach unten auf und ich las den Titel erst als "Frühling" in Englisch, bis ich dann den Wagen sah und dachte: "Moooment...der liegt doch nicht auf der Straße auf, oder?? Der hüpft gerade über irgendeine Bodenwelle!". Dazu dieser perfekte Mitzieher. Genial. Da hast du wirklich nicht nur den perfekten Moment erwischt, als das Auto in der Luft war, sondern auch noch mit der perfekten Kamerabewegung für ordentlich Dynamik im Bild gesorgt! Richig gut! Man kann die Schnelligkeit sehr gut nachspüren und dass die Räder den Boden nicht berühren, fasziniert total. Ein super Bild! Und wie gesagt...das von einer, die dafür nicht viel übrig hat. Fans zu begeistern, ist einfach...aber Menschen, denen sowas nicht viel gibt, am Bild zu halten, ist eine größere Kunst. Und hier eindeutig gelungen!
haribeeAliens ahead Ach komm, geh fott... Ich hab zwar wahrscheinlich noch Restalkohol, aber SO doch nicht... den Titel habe ich erst später gelesen und dachte nur: "Huiuiuiuiui, das ist nicht von dieser Welt." Das ist echt wild. Aber nur für einen Moment! Dann beginnt das Auge nach gangbaren Wegen zu suchen...und es eröffnet sich wirklich eine Alien-Raumschiffwelt, die unglaublich ist. Gänge, Flure, Höhlen...und überall die gelben Alien-Eier, die tief verborgen ruhen und darauf warten, dass die Brut schlüpft. Alles in diesem typischen Raumschiff-Metall-Ton...unglaublich, was du da aus einer "simplen Spiegelung" gemacht hast. Ich LIEBE es! Ich komme quasi aus dem Gang rechts auf den Hauptsteg, der schwarz von rechts nach links führt und ziehe sicherheitshalber den Raumanzug an...wer weiß, ob ich Luft habe! Ein total geniales und völlig übermenschliches Bild. Dein Blick ist halt einfach der Hit.
Dirk SeglHaubenlerche Boah, ist die gut geworden. So detailreich, so klar, so schön im Fokus, schön im Bokeh. Und dazu guckt sie einfach SO herzllerliebst verknittert. Wie ein schäler Blick zur Seite, der sagt: naja...also komm...MUSS das sein, wo meine Federn heute SO schlecht liegen...Ich hab nicht mal meinen Schnabel abgeputzt! Ein wunderbares Portrait dieses süßen Vogels mit der Sturmfriese. Was ich besonders mag, neben dem klaren Auge und dem Blick, sind die wunderbar gezeichneten Federchen vorne. Wie sie liegen, gar nicht so glatt nebeneinander, sondern teilweise über Kreuz. Klasse. Mag ich SEHR, dein Vögelchen.
embeMehlschwalbe Nach dem Mauersegler heute schon etwas verwöhnt, gucke ich trotzdem deine Mehlschwalbe sehr, sehr gern an. Etwas kleiner, aber dafür in ihrem natürlichen Habitat fliegend, gerade am Start, um für die Brut, die wahrscheinlich super laut rumfiept, neues Futter heranzuschaffen. Man muss etwas schmunzeln, weil man so schön sehen kann, wie die Kleinen (und Großen sicher) das Seitenloch zum Lokus deklariert haben und die Wand ordentliche Spuren davon trägt. Zudem kann man wunderbar die Nistbauweise betrachten. Es ist einfach immer wieder faszinierend, wie solche kleinen Vögelchen solche Bauwerke hinkriegen, die halten UND die Kleinen drin aufwachsen lassen. Irre. Wie schön, dass du sie gesehen und abgelichtet hast. Der Bogen im Mauerwerk, der die kühle Außenfarbe abfängt und eine warme Farbe dagegensetzt, ist wunderbar im Bild belassen, trotzdem würde ich es einen Ticken enger schneiden, um noch konzentrierter auf den Inhalt einwirken zu können. Kleinigkeit. Ein tolles Bild!
jqschElphi Nochmals, liebster Jürgen: KEINE Titel innerhalb des Adventskalenders, NUR als Titel beim Hochladen, aber nicht im Beitrag selbst. Das nimmt die Überraschung. Ich hoffe, ich habe mich jetzt richtig ausgedrückt. Ansonsten ist es eine Überraschung in der Überraschung, denn das ist ja der Hammer. Alleine die Idee des/der Pappaufsteller-Machenden ist schon großartig, aber deine Aufnahme, in dieser Freistellung, aus dieser Perspektive...einfach genial. Hast du mal überlegt, es den Menschen der Elphi zukommen zu lassen? So eine klasse Idee, gepaart mit so einer tollen Ausführung...dazu die Farben, der viele negative Raum, ich bin total begeistert. Und ich finde, es wirkt auch nur von dieser Perspektive, weil man diese Perspektive am allermeisten aus sieht (vom Wasser aus, vom Land an vielen Stellen) und sie dadurch in der Form sehr stark diesem Aufsteller mit den Prospekten gleicht. Klar, das war sicher Absicht im Design, aber du hast das perfekt eingefangen. Super kreativ, grafisch gut - und echt lustig!
bruno5Vereist Tina schaute mir gerade über die Schulter und sagte "Boaaaaah...." Das nehme ich jetzt einfach mal mit in die Bewertung. Wunderschön, diese vereisten Wasserwege des kleinen Wasserfalls. Toll, der Kontrast zwischen den warmen Naturfarben des Umfelds und dem kühlen Eis. Schöner Ausschnitt, der das Wichtigste zeigt, gute Belichtung, die nichts absaufen und nichts überstrahlen lässt (ist ja durchaus herausfordernd bei solch verschiedenen Oberflächen, Schattenstellen und Glanzpunkten) und überbunden mit einem tollen Eisbogen, der das Bild in seiner Gänze zusammenhält. Gefällt mir sehr gut und ich stimme dem Boaaaaah meines Lieblingsmenschen zu.

Und hier folgt Teil zwei von Tafelspitz.

Besprechung vom 07. Dezember 2025 von Tafelspitz
NameBildBesprechung
CrimsonWir starten mit einer Buhne, vermutlich an der Nord- oder Ostsee (ich habe bisher leider nicht so gut aufgepasst, wo du dich da genau herumgetrieben hast). Das Foto fängt einen Moment von Ruhe und Abgeschiedenheit ein. Die Komposition lebt zunächst einmal vom Mut zur Reduktion. Ein grosser Teil des Fotos besteht aus Weite, sanft verlaufenden Flächen, einer Palette aus Pastelltönen, die das Auge zunächst fast im Leeren schweben lassen: Mare Tranquillitatis Erst wenn man sich darauf einlässt, beginnt der Blick den Halt zu finden, und zwar exakt dort, wo du ihn bewusst verankert hast: auf der alten, vom Meer und der Zeit gezeichneten Holzstruktur im rechten Vordergrund. Das ist der Ankerpunkt, der Fixstern, der nicht nur das Bild hält, sondern auch den Betrachter einfängt. Ich mag sehr, wie die Linien der Buhne ins Bild hineinführen. Ich schwanke etwas (also nicht wortwörtlich, sondern im übertragenen Sinn; ich schwöre, ich habe den Glühwein noch nicht angerührt *hicks* ): ist mir die enorme Tiefenunschärfe in den Tiefen des Schärfes Meeres schon etwas zu viel? Würde ich gerne ein Klitzebisschen mehr Meer und Schiff am Horizont erkennen können wollen? Oder ist es tatsächlich genau so richtig und ich finde es genial, wie es ist? Man könnte argumentieren, dass ein Hauch mehr Zeichnung im Mittelbereich das Bild noch greifbarer machen würde. Aber dann wiederum: genau diese Unschärfe ist ja Programm. Eine stilistische Entscheidung, die konsequent durchgezogen wird. Du lässt das Ende der Buhne im Nichts verschwimmen. Das Bild lenkt so den gesamten Fokus auf die Textur, Form und Geschichte des Stückes Holz, und je länger man hinschaut, desto stärker tritt dieser Effekt zutage. Vielleicht funktioniert das Bild gerade deshalb so gut, weil es nicht erklärt, sondern andeutet. Weil es keine Postkarte sein will. Und je länger ich es betrachte, desto besser gefällt es mir!
erikWir verabschieden uns von Buhnen, Meer und Wattehimmel und landen mitten im urbanen Getümmel. Gute Bilder leben bekanntlich von Kontrasten. Und solche hast du hier sehr genial und vielschichtig eingeflochten. Da ist zum einen die Entscheidung für Schwarzweiss, die das Farbschema des Schachspiels aufgreift und auf das gesamte Bild erweitert. Dann die vielen Menschen, die schnellen Schritte, die verwischten Bewegungen: all das vermittelt Dynamik, Alltag, Routine. Und dann im Auge des Grossstadt-Hurrikans sitzt ein kleines Grüppchen am Schachbrett: Das Duell . Keine Eile, keine Hektik. Nur Sitzen, Denken, Spielen. Dieses ruhige Zentrum ist das eigentliche Motiv. Alles andere fliesst darum herum. Das Bild funktioniert genau durch diesen Gegensatz: Geschwindigkeit versus Stillstand. Flüchtiges Dahingehen versus Konzentration. Die angesprochenen Kontraste also wieder! Dazu kommt, dass der karierte Boden des Platzes ebenfalls das Thema des Schachbrettes aufgreift: Quadrate so weit das Auge reicht. Die Menschen darauf laufen diagonal, andere geradeaus, fast wie Bauern, Läufer, Springer, nur ohne Regeln und ohne Plan. Eiine weitere verbindung zwischen Strategie am Tisch und Chaos im Umfeld. Dein Bild ist ein grosses Spielfeld mit zwei Geschwindigkeiten und jeder Menge Kopfkino
brandyhhRostig, rissig, ranzig. So kommt die ramponierte Rostlandschaft daher. Ein Bild, das sofort an alte Industrieanlagen denken lässt – an Maschinen und Hallen aus vergangenen Zeiten, die nun, Wind und Wetter ausgesetzt, langsam dem Zerfall anheimfallen. Es ist eine faszinierende Hommage an die Vergänglichkeit der Technik und die unaufhaltsame Macht der Natur: der Mensch baut auf, die Zeit baut ab Dabei erzählen die alten, abblätternden Farbschichten Geschichten. Wir sehen nicht nur ein einziges Metall, sondern eine komplexe, geschichtete Oberfläche, die durch die Oxidation wie eine geologische Formation wirkt. Das vorherrschende Orange-Braun des Rostes bildet einen starken, warmen Kontrast zu den kühlen, graublauen Resten der ursprünglichen Farbe, die darunter hervorblitzen. Diese Farbkombination aus Wärme und Kälte macht das Bild visuell spannend und verhindert, dass es eintönig wirkt. Man möchte die raue Textur fast mit den Fingerspitzen ertasten. Und danach schnelle die Hände waschen, weil alte Farbe öfters mal Inhaltsstoffe hat, über die man heutzutage lieber nicht mehr nachdenken möchte Ich mag Bilder von Verfall und marodem Zeugs, und du hast dieses hier sehr geschmackvoll komponiert und ausgearbeitet. Ein kleines Stück Industriegeschichte im Miniaturformat: roh, rohstofflich, reduziert. So rostig und doch rundum restlos reizvoll.
ReisefotoJetzt hatte ich im ersten Augenblick beim Lesen des Titels Liegender Buddha / Reclining Buddha doch tatsächlich „Recycling Buddha“ gelesen und konnte mir einen Lacher nicht verkneifen Aber natürlich haben wir es hier mit einem liegenden bzw. lehenden Buddha zu tun, und zwar nicht irgendeinem rezyklierten, sondern einem der ikonischsten seiner Art. Was mich an deinem Foto sofort anspringt, ist dieses überwältigende Gold Kein zartes, kein schüchternes bisschen Gold, sondern, ein selbstbewusst glänzendes "wumms, zack, da bin ich" - Gold. Auch wenn es vermutlich "nur" Blattgold auf Holz ist. Die monumentale Ruhe des Buddhas kontrastiert wunderbar mit der schieren Masse seines Körpers; er liegt da, ganz entspannt, als hätte er die Erleuchtung nicht gefunden, sondern gepachtet Das Bild lebt davon, wie du seine Präsenz bildfüllend inszenierst. So nah, so gross, dass man fast das Gefühl bekommt, direkt vor ihm zu stehen und ihn anfassen zu können (irgendwie habe ich heute das Bedürfnis, alles betatschen zu wollen. Dabei wurde einem früher doch immer eingebläut, nur mit den Augen und nicht mit den Händen zu schauen ) Die winzigkleinen Menschen im Hintergrund und die floralen Opfergaben geben ein eindrückliches Grössenverhältnis für den goldenen Riesen ab. Gut, dass du sie mit aufs Bild genommen hast. In diesem Sinne: Namaste! Es muss nicht immer Erleuchtung sein. Manchmal reicht Entspannung
DanaDana hat ihre Kamera auf das neueste Windows 5.0 upgedated, und herausgekommen ist dieses feine Foto Ordnung, Struktur, strenge Wiederholung: dieses Bild könnte glatt als Therapie gegen gestalterisches Chaos durchgehen. Wir blicken auf eine Fassade, die so konsequent durchgerastert ist, dass selbst ein Lineal beim Anblick wahrscheinlich zufrieden nickt oder gar vor Neid erblasst. Alles sitzt im Takt: Fenster an Fenster, Reihe um Reihe, wie ein visuelles Metronom (oh Sehr schön funktioniert auch der "Deckel" aus horizontalen Linien im oberen Drittel, der dem Bild einen sauberen Abschluss nach oben und die notwendige Abwechslung verleiht. Dieses Dachband wirkt wie der Bass in einem Musikstück: ruhig, konstant, stabilisierend, während unten die stakkatohafte Fensterstruktur das eigentliche rhythmische Muster vorgibt. Abbrobrobobobrobo Abwechslung: die Spiegelung der gegenüberliegenden Häuser in den Windows, deren Akzent du geschickterweise ins linke Drittel gelegt hast, sorgt ebenfalls dafür, dass keine Langeweile aufkommt beim Betrachten. Was auf den ersten Blick vielleicht als störend empfunden werden könnte, gehört für mich genau dort hin. Perfektion ist schön, aber erst die kleinen Abweichungen machen sie interessant. Es ist ein bisschen wie ein ganz leichter Verspieler im Konzert: dadurch wirkt das Ganze menschlich und lebendig
CB450Wir wechseln wieder ans Meer, diesmal zu einer schönen Bank mit Aussicht. Und ja, viel besser kann man es kaum formulieren. Zwei Menschen auf einer Bank, der Horizont kerzengerade wie mit dem Lineal gezogen, Meer in tiefem Blau, ein Stück Urlaub. Es ist ein Bild der Ruhe, der Stille nach all dem Getöse des Tages. Eine Szene, wie sie uns im Alltag gerne mal entgeht, hier aber gekonnt konserviert worden ist. Was mir besonders gefällt: links dieser knorrige Baum, dessen Zweige wie ein Vorhang ins Bild hängen. Rechts klafft die offene Weite des Meeres und dazwischen die Bank als Bindeglied. Und auf ihr zwei Menschen. Sie schauen beide hinaus, aber vielleicht nicht aufs Gleiche. Er oben ohne und barfuss, sie im Schatten ihres Schirmvisiers. Gleicher Ort, gleicher Moment, und doch zwei unterschiedliche Blickrichtungen (und vielleicht zwei unterschiedliche Geschichten)? Ein Bild über Nähe, ohne zwingend Kontakt zeigen zu müssen. Die Farbigkeit ist angenehm zurückgenommen, fast schon nostalgisch mit einem Hauch Analog-Feeling. Dadurch wird die Szene warm und persönlich. Die grosse Fläche Meer, die Mauer, der helle Boden: das alles lässt den Blick auf das Paar und die Aussicht dahinter wandern. Die Komposition ist ruhig, und wie bei dir nicht anders zu erwarten, sehr bewusst gesetzt. Ein Bild, bei dem man am liebsten kurz daneben Platz nehmen würde. Nur für einen Moment. Oder auch zwei
WindbreakerWir betreten die U-Bahn Station Hafencity/Universität, erblicken aber keinen Bahnsteig, keinen Zug, keine Menschen, kein buntes Neon. Stattdessen: Sitzreihen. Metallisch, klar, funktional. Und gerade deshalb ein Motiv, das wunderbar funktioniert: du hast dich nicht von dem Offensichtlichen leiten lassen, sondern das Unspektakuläre ins Zentrum gestellt und daraus ein starkes, grafisches Bild gemacht. Die Perspektive aus leicht schrägem Winkel leitet das Auge sauber durch die Reihe. Man folgt automatisch dem Lauf der Form, Sitz für Sitz, Lehne für Lehne, und verliert dabei für einen Moment komplett aus dem Blick, dass man sich eigentlich in einer U-Bahn-Station befindet. Speziell bequem sehen sie allerdings nicht gerade aus, aber das ist ja oft sogar Absicht bei diesen City-Möbeln. Nicht dass da noch jemand auf die groteske Idee kommt, länger zu verweilen Und während man diese unbequemen Dinger am eigenen Rücken spürt, merkt man gleichzeitig, wie viel fotografisches Potenzial im Alltäglichen steckt und dass gute Motive überall zu finden sind. Man muss einfach hinsehen und sie entdecken. Genau das hast du hier getan
catfriendPIEs ist schon nach Acht, die Kinder sind im Bett. Somit steht der besprechung von Barbaras Paarungsrad nichts mehr im Weg Wobei, also... es ist ja strenggenommen nicht ihr Rad, sondern das der beiden zarten Libellen, anmutig verbunden zu einem Herzen, oder eben Rad. Ein Motiv, bei dem man als Betrachter fast automatisch näher heranrückt, um all die filigranen Details zu entdecken. Die durchsichtigen Flügelstrukturen, die feinen Beinchen, das fragile Zusammenspiel. Die Gestaltung lebt hier stark von der Reduktion: ein Halm, zwei Insekten, viel Raum. Keine Ablenkung, kein Durcheinander, stattdessen ein ruhiger, homogener Hintergrund, der die Protagonisten klar freistellt. Allerdings hätte ich vielleicht das satte Grün ein klitzebisschen abgemildert, denn es knallt doch recht ordentlich rein. Ein Hauch weniger Sättigung, und die Libellen würden fast noch stärker wirken. Abgesehen davon aber eine saubere, liebevoll gesehene Aufnahme zweier Tierchen, die zwar nicht bis ins allerletzte Detail knackscharf ist (ich vermute, da musste ordentlich gecroppt werden), aber dieses, ähm… Ereignis dennoch wunderbar dokumentiert. Ein intimer Naturmoment, gut gesehen, gut umgesetzt - und definitiv ein Bild, das man nicht jeden Tag vor die Linse bekommt
nicknameIs There Anybody Out There? Allein schon dieser Titel lässt mir als Pink Floyd - Fan natürlich sofort Gitarrenklänge in meinem Kopf erklingen Eine Dachlandschaft mit Moos und Ziegeln, eine Antenne, eine Satellitenschüssel - alles eigentlich banale, alltägliche Dinge. Doch du hast die beiden Antennen (eine klassische, fast nostalgische terrestrische Konstruktion und eine etwas weniger antike Parabolantenne - mutmasslich aus etwa derselben Epoche wie die Musik), die da in den Äther horchen, wie zwei ausgestreckte Hände arrangiert, die darauf warten, dass irgendjemand irgendwo da draussen antwortet. Technik ruft hinaus, Natur schweigt zurück Der frostige Wald hat aus meiner Sicht zwar eine etwas seltsame, leichte Mauve-Färbung, bildet aber einen guten Hintergrund für die beiden Lauscher. Die warme Rost- und Moosstruktur der Dachziegel bildet dazu einen schönen Gegenpol. Und jetzt: Gitarrensolo!
Jumbolino67Jawoll, zwischendurch muss man einfach mal so richtig Dampf ablassen Im Ruhrgebiet ist offensichtlich noch nicht ganz alles zum Museum verkommen, denn hier bei Krupp ist tatsächlich noch ordentlich Dampf in Bewegung. Besonders spannend finde ich, wie du mit der Viertelsekunde Belichtungszeit gearbeitet hast. Die Wolke wirkt nicht nur voluminös, sondern beinahe wie Watte oder Glasfaserdämmung, eine Substanz, die man greifen möchte (ja, ich weiss, ich habe heute meine haptische Phase) Die Vielzahl an Schloten und Rohren wirkt wie ein Organismus aus Stahl, funktional, industriell, zweckmässig. Zusammen mit der leicht diesigen, ranzigen Lichtstimmung entsteht ein industrielles Panorama, das zugleich dokumentarisch und atmosphärisch wirkt. Kein Schönwetter-Postkartenkitsch, sondern richtiges Ruhrpott-Realitätsporträt. Das passt alles sehr gut zusammen, wie ich finde. Wie war das früher: Wenn die Wäsche schwarz ist, ist sie trocken Industrie wird manchmal als hässlich empfunden,ich finde sie jedoch faszinierend und romantisch. Aber das sage ich natürlich als jemand, der dort nicht arbeiten oder wohnen muss(te) Oh, und ausserdem bietet sie natürlich Fotomotive ohne Ende.
10Heike10Oh, einen Pfau hatte ich glaubs noch nie zur Besprechung Pfauen sind in vielen Naturparks freilaufend anzutreffen, sind sie doch attraktive Hingucker für die Besucher. Ein Pfauenmännchen, das sein Rad entfaltet, ist ein wahrlich spektakulärer Anblick. So ist denn auch dein Pfau in der Johannismühle ein Vertreter der Wildpark-Art, und erst noch ein ziemlich fotogener. Niedlich mit seinem hübschen Krönchen Du hast seinen Kopf schön in den Goldenen Schnitt gelegt und die Komplementärkombination aus tiefem Pfauenblau und sattem Blütengelb könnte kräftiger kaum sein. Der grosse, leere und doch sehr dunkle Bereich links lädt vielleicht zu Diskussionen ein: Raum für Wirkung oder zu viel Nichts? Für die einen perfekt und dramatisch, für die anderen vielleicht etwas düster. Beides lässt sich argumentieren. Mir persönlich ist der Pfau selber aber fast einen Ticken zu dunkel geraten und ich würde ihn wohl eine Winzigkeit mehr aus dem Schwarz hervortreten lassen, damit die feinen Details im Gefieder noch deutlicher sichtbar werden. Aber so oder so: ein schönes, kontrastreiches Bild, das zeigt, dass man selbst ohne Rad ganz königlich wirken kann
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Liebe Grüsse
Dominik
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