Zitat:
Zitat von jack_stone
Was sollte ich machen? Ich liebe Fotografieren, aber ich brauch die meisten Bilder am Ende nicht. Nur archivieren und nix mehr damit machen is aber schon zu schade.
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Zur Annäherung vielleicht mal ein philosophischer Ansatz zur Frage, wofür Fotografie gut ist. Meine Antwort wäre darauf:
- Zur "Erbauung" (herrliches altertümliches Wort
) des Fotografen bei der Erstellung des Fotos.
- Zur "Erbauung" des Betrachters des "fertigen" Fotos.
Ich mag dieses altertümliche Wort "erbaulich"

Es beschreibt etwas, "das eine angenehme, erhebende oder belehrende Wirkung auf die Gemütslage hat." Es soll etwas beschreiben, das eine positive, inspirierende oder spirituelle Erfahrung bietet.
Das Fotografieren selbst scheint für Dich zumindest schon einmal erbaulich zu sein. Die 1. Aufgabe der Fotografie ist also schon einmal erfüllt. Aber für die 2. Aufgabe scheint es noch keine "Betrachter" zu geben - und das ist schade. Vielleicht wäre es ein interessanter Weg für Dich, einmal herauszufinden, wer der oder die Betrachter Deiner Bilder sein könnten. Der naheliegendste Betrachter könntest Du zum Beispiel selbst sein. Erfreue Dich Deiner Bilder. Lass sie "erbaulich" auf Dich wirken. Lass Deine Bilder eine eine positive, inspirierende Wirkung auf Dich haben.
Was wäre dafür notwendig?
Als erstes vielleicht eine gewisse "Fokussierung". Nicht alle Bilder sind Dir wahrscheinlich gleich gut gelungen. Schau Dir, wenn Du unterwegs warst und Deine Bilder auf den Rechner geholt hast, Deine "Ausbeute" an und wähle aus wie Aschenputtel: die guten ins Töpfen, die schlechten ins Kröpfchen (vulgo Papierkorb).
Ich habe einen speziellen Bilderordner, in dem ich erst einmal als Unterordner Jahresordner habe. AKtuell importiere ich also in den Ordner "2025", und zwar dort jeweils tagesgenau, wobei ich mir die Ordner dann immer nach dem Schema yyyy-mm-dd umbenenne. Die Bilder von heute würden also alle im Ordner "2025-07-28" landen. Je nachdem, wieviele Bilder ich gemacht habe, mache ich dann drei Unterordner "1", "2" und "3" - und dann kommt meine Aschenputtel-Methode. Dafür arbeite ich mit XNView, Das Programm hat nämlich den Vorteil, dass ich den Bildern Sterne vergeben und so sortieren kann, ohne sie vorher in eine Lightroom-Bibliothek zu importieren. Ist vielleicht umständlich, aber wenn jemand eben
nicht mit LR arbeitet, ist das fürs Vorsortieren eine sehr gute Möglichkeit.
Alle Bilder, bei denen ich mindestens sage, "joah, das ist doch gar nicht so unnett" oder "joah, kann man vielleicht was draus machen", bekommen eine Stern und wandern anschließend auch physikalisch in den Ordner "1". Da sind auch noch doppelte Bilder mit bei.
Beim zweiten Durchsehen bin ich dann schon ein bisschen strenger. Wenn ich mehrere Bilder von einem Motiv habe (Stichwort Serienbilder), dann versuche ich, für mich das Bild herauszufinden, das mir am besten gefällt. Alle die "Hey, ganz gut"-Bilder bekommen einen 2. Stern und wandern dann in den Unterordner "2" (man kann mit XNView sehr einfach filtern und die Bilder dann entsprechend verschieben).
Wenn es dann noch richtig viele Bilder sind, mache ich auch noch einen 3. Durchgang.
Auf jeden Fall habe ich am Ende dieser Prozedur dann einen Ordner mit Bilderm, die ich fü rmich einfach gut finde und die mich beim Betrachten "erbauen".
Das zum Beispiel könnte ein erster Weg für Dich sein. Und vielleicht findest Du dabei heraus, dass es noch andere Menschen gibt, die Deine Bilder "erbaulich" finden. Vielleicht nicht alle, die Du für Dich ausgewäht hast, aber zumindest die, die Dich besonders stolz machen.
Auf jeden Fall aber
erfreue Dich Deiner Bilder!