Zitat:
Zitat von wehkah
Wie zukunftssicher ist der e-mount? Lohnt es sich überhaupt noch, jetzt eine Kamera mit e-mount zu kaufen, oder sollte man gleich einen Schritt weiter gehen?
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Ich sehe keinen Grund, dass der E-Mount in absehbarer Zeit sterben wird. Sonys A-Mount ist ja genau genommen der Minolta AF-Mount, den Minolta 1985 zusammen mit der Minolta 7000 auf den Markt gebracht hat, und der somit gut 30 Jahre gut funktioniert hat, bis Sony ihn auslaufen ließ. Auch Canons EF-Bajonett gibt es seit März 1987.
Außerdem:
Warum sollte ein Hersteller einen komplett neuen Mount entwickeln und herausbringen? Ich sehe in der Vergangenheit drei "große" Momente, an denen komplett neue Mounts entstanden:
- Ursprünglich waren die Objektive mittels eines Gewindes an den Kameras befestigt (siehe M42-Objektive) Der Wechsel von Schraub- auf Klick-Mounts erlaubte einen deutlich schnelleren Wechsel und damit einen erheblichen Komfortgewinn. Gleichzeitig ermöglichte es ein (jetzt "herstellerindividueller") Klick-Mount, die Konsumenten mehr an die eigenen Produkte zu binden. der M42-Schraubmount war sehr universell und Objektive faktisch zwischen allen Kameraherstellern austauschbar. Außerdem erlaubte ein Klick-Mount (mit nur kurzer Drehung bis zum Einrasten) mehr technische Möglichkeiten für weitere Funktionen (z.B. über Hebel) als ein Schraubmount, bei dem es mehrere Vollumdrehungen notwendig waren, um es vollständig an der Kamera zu befestigen.
- Mit der Entwicklung des Autofokus' in den 1980ern wurde es notwendig, dass der Mount weitere Funktionen übernahm (nicht nur "Objektiv festhalten", sondern auch konkrete Datenübertragung). Außerdem sah man es (wahrscheinlich) als notwendig an zu verhindern, dass manuelle Objektive an AF-Kameras passen (Gefahr von Kurzschlüssen/elektischen Brücken?).
- Mit dem Wegfall des Spiegelsystems bei DSLM-Kameras veränderte sich das Auflagenmaß. Jetzt wurde es notwendig zu verhindern, dass "alte" AF-Objektive ohne Adapter auf die "neuen" Kameras passen, und das ging nur über einen neuen Mount.
Die Einführung eines neuen Mounts erfolgte also,
- wenn mit dem neuen Mount ein erheblicher Komfort- und/oder Technikgewinn einhergeht, oder/und
- wenn verhindert werden muss, dass "frühere" Objektive nicht ohne Adapter an "neuere" Kameras angeschlossen werden.
Wir reden also von irgendeiner Art von "revolutionärem Techniksprung". Aber was sollte das sein? Eine gänzlich andere Art des Sensors, der nicht auf den bisherigen Pixeln basiert? Vielleicht eine gebogene Folie, die "als Ganzes" lichtempfindlich ist? Eine komplett andere Konstruktionsart von Objektiven, bei denen (ähnlich wie beim menschlichen Auge) die Linsen selbst flexibel sind und über Druck ihre Form und damit die Lichtbrechung verändern? Ja, könnte man sich als Zukunftsvision vielleicht irgendwann vorstellen, ist aber nichts, womit ich in überschaubaren Zeitzyklen rechne, vor allem nicht als Massenmarktprodukt.
Nachtrag:
Der Global Shutter ist grundsätzlich zwar eine gewichtige Entwicklung, aber bedingt aus meiner Sicht keine Änderung am Mount. Die jetzt möglichen höheren Bildfrequenzen bedingen schnell fokussierende Objektive, aber da die Motoren ja inzwischen in den Objektiven sind, spielt das für das Zusammenspiel Kamera-Objektiv keine Rolle (zumindest nicht mit Blick auf den Mount).