Rudluc, ich kann Dir
im Wesentlichen nur zustimmen, würde aber aufgrund meiner Erfahrungen mit der a6x00-Reihe vielleicht noch das eine oder andere ergänzen.
Zitat:
Zitat von rudluc
Die Weiterverwendung von A-Mount-Objektiven über Adapter ist mit starken Einschränkungen verbunden. Auf die Dauer fährst du besser mit einem Cut und einem Neuanfang.
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Das stimmt - wenn man die a6400 nimmt.
Wenn über einen
Wechsel auf E-Mount nachgedacht wird, würde ich - mit Blick auf Langfristigkeit - vermutlich heute eher nicht mehr die a6400 empfehlen. Ja, die a6400 ist tatsächlich eine bemerkenswerte Kamera, die echt viel bietet für inzwischen überraschend wenig Geld. Für einen
Neueinsteiger definitiv einen Blick wert. ABER: Don-John bringt einige A-Mount-Objektive mit und wird - zumindest einige - auch noch weiterverwenden (müssen?), da er höchstwahrscheinlich nicht gleich alle Objektive wird ersetzen wollen wird. Das heißt wir sind sofort beim Thema Adapter.
Ich habe die Objektive von Don-John jetzt im einzelnen nicht überprüft, aber ich würde bei "von A- zu E-Mount-Wechslern" empfehlen, eine Kamera zu nehmen, die mit LA-EA5 kompatibel ist. In der a6x00-Reihe ist das mindestens die a6600, die ich neu gerade für 988,- € gefunden habe.
Die a6400 unterstützt "nur" den älteren - und im Gesamtpaket deutlich schlechteren - LA-EA4, den es als einzigen "alten Adapter" noch neu gibt. Ja, es gibt auch die LA-EA1 bis -3, aber die gibt es nur noch gebraucht. Und: sollte Don-John irgendwann dann noch mal auf eine neuere Kamera wechseln, helfen ihm die alten Adapter nicht mehr. An denen funktioniert nur der LA-EA5. Warum dann also nicht gleich jetzt zu einer bezahlbaren Kamera wechseln, die den LA-EA5 unterstützt.
Ein weiterer Vorteil: die a6600 verwendet bereits den NP-FZ100-Akku, den man in allen größeren Kameras von Sony auch findet. Die a6400 hingegen verwendet den kleineren NP-FW50. Bei einem späteren erneutem Wechsel wird Don-John die nicht weiterverwenden können.
Zitat:
Zitat von rudluc
Noch etwas: vielleicht haben Andere andere Erfahrungen gemacht, aber meine zahlreichen längst verkauften A-Mount-Objektive waren allesamt nicht offenblendtauglich und es war zudem noch Glückssache, ein perfekt zentriertes Exemplar mit gleichmäßigen Abbildungseigenschaften zu ergattern. Ich bin da vielleicht auch ein bisschen pingelig, aber ich möchte für mein gutes Geld kein Opfer von Qualitätsstreuungen sein.
Meine Erfahrungen mit E-Mount-Objektiven sind erheblich besser! Es sind bei mir alles originale Sony-Objektive und ich musste kein einziges umtauschen! Alle sind ohne jegliche Einschränkungen hinsichtlich Schärfe und Kontrast bereits ab Offenblende nutzbar und es ist noch nicht mal ein einziges GM-Objektiv dabei!
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Ja - und nein.
Richtig ist natürlich, dass mit Blick auf die Laborwerte E-Mount-Objektive besser sind (schärfer, schneller, weniger Fehler wie z.B. Farbsäume offenblendig). Die starke Fokussierung auf die Laborwerte finde ich aber inzwischen etwas übertrieben. Wir sehen uns die Bilder heute meistens auf dem Handy an, die Bilder werden eh auch nachbearbeitet.
Sehen wir die Unterschiede im Altafg wirklich?
Ich verwende
regelmäßig an meiner a6600 das alte Minolta AF 70-210/f4, das in seiner Rechnung 40(!) Jahre alt ist. Auch wenn es natürlich von seiner Bildqualität schlechter ist als seine E-Mount-Pendants, ist es (selbst wenn ich den LA-EA5 mit dazurechne) leichter(!) und kleiner(!) als sogar das MII. Es ist außerdem extrem robust gebaut - und selbst
wenn mir mal was damit passieren sollte, so bekommt man gebrauchte Exemplare in gutem Zustand schon für 50,- €. Wenn ich z.B. für Wanderungen einen Wahl treffen müsste, wäre meine Entscheiung eindeutig. Und wenn ich mir ansehe, mit welchen Mitteln in der Portraitfotografie in der Nachbearbeitung versucht wird, die Haut weicher und ebenmäßiger erscheinen zu lassen, dann frage ich mich, ob ein möglichst scharfes Objektiv, mit dem man bis zum Grund der Hauptporen blicken kann, dann nicht eher kontraproduktiv sind. Kurz: es gibt gute Gründe, nicht zu schlecht über A-Mount-Objektive zu reden.
Vielleicht in Richtung Don-John noch ein Wort zur Portraitfotografie.
Ja, Vollformat hat mehr Freistellungspotentiale als APS-C. Auch da gilt ja der Propfaktor: ein mit f1.4 an APS-C aufgenommenes Bild wirkt in seiner Schärfentiefe so, als wäre es mit f2 an einer Vollformatkamera aufgenommen worden. Hättest Du eine Vollformatkamera, könntest Du also noch weiter abblenden und hättest auch "mehr" Hintergrundunschärfe und -freistellung. Aber auch da stellt sich die Frage, ob man das wirklich im Endergebnis sieht. Ich habe hobbymäßig jetzt schon einige Feiern und Hochzeiten begleitet und dabei auch diverse Portraitsituationen gehabt. Dass mich der APS-C-Sensor wirklich eingeschränkt hat, kann ich ehrlich gesagt nicht behaupten.
Mein Fazit:
Letztendlich gibt es natürlich viele Optionen, und einen Ratschlag zu geben ist immer schwierig. Aber vielleicht wäre -
auch mit Blick auf den von Dir genannten preislichen Rahmen - folgende Variante vielleicht überlegenswert:
- Sony a6600 (neu ~ 990,- € Straßenpreis)
- Tamron 17-70/2.8 (neu ~ 590,- € Straßenpreis)
- Sony LA-EA5 (neu ~ 225,- € Straßenpreis)
Damit bist Du in der Summe bei etwa 1.800,- €, wärest also
- im Budget, hättest
- eine doch noch recht aktuelle (und mit Blick auf Zubehört zukunftsträchtige) Kamera (die für Urlaub und Wandern eine perfekte Größe hat und "trotz" des Sensors meiner Meinung nach auch für Portraits geeignet ist),
- ein gutes, scharfes und auch lichtstarkes Immerdrauf-Zoom, das in der Summe deutlich(!) besser als Dein jetziges,
- einen Adapter, der Dir für die nächste Zeit dabei hilft, Deine anderen Objektive erst einmal weiterzuverwenden und
- hättest sogar noch etwas Luft für Zubehör (2. Akku, Ladegerät, vielleicht einen L-Winkel...)
Kurz über eine Vollformat-Alternative nachgedacht: die
a7C (nicht die a7CII)
Ich habe sie gerade
gebraucht für 1.189,- € gesehen, also für 200,- € mehr als eine (neue) a6600. Du bekommst dafür den Vollformatsensor in einem wander- und urlaubstauglichen Gehäuse

Ich weiß aber nicht, ob das wirklich die bessere Wahl ist. das Tamron 17-70 ist ein APS-C-Objektiv. Ich hab mich mit Vollformat-Pendants zu wenig beschäftigt, als dass ich Dir da eine Alternative in der gleichen Preiskategorie nennen kann. 's wäre ja dann etwa sowas wie ein 28-105mm/f4. Mir fiele da nur das Zeiss 24-70 mm/f4 ein, das wohl aktuell um die 650,- € zu bekommen ist. Ich kenne es persönlich aber nicht, kann also nichts zu dem Objektiv sagen. Zweitens unterstützt die a7C den LA-EA5 nicht. Du müsstest also auf den schlechteren LA-EA4 ausweichen. Vielleicht reicht auch ein gebrauchter LA-EA3, das müsste man noch mal prüfen. Und drittens: Dein Budget wäre quasi ausgereizt. Luft für notwendiges Zubehör gibt es dann nicht mehr.