Hallo zusammen,
ich versuch gerade mal wieder, mir Dinge zu erschließen, die ich nicht verstehe
Und vorweg: ich habe
keine Erklärung und stehe
allen Erklärungsansätzen offen gegenüber - selbst wenn mir einer sagt, der (Verständnis-)Fehler liegt bei mir.
Es gibt ja diesen
DOF Simulator, bei dem man verschiedenste Sensor-Objrektivbrennweiten-Blenden-Konfigurationen ausprobieren kann, um die entsprechenden Wirkungen auf die Schärfentiefe zu simulieren. Jetzt ist es ja bekanntlich so, dass bei gleichen Einstellungen bei APS-C-Sensoren die Schärfentiefe größer bzw. das Freistellungspotential bei Vollformat ist größer.
Hier ein typisches Beispiel mit einem
50mm-Objektiv an einer a6600 und
75mm an einer a7R IV, aloso eine ganz typische Crop-Rechnung:
| | Vollformat | APS-C |
|---|
| Objektiv | 75 mm | 50 mm |
| Blende | f1.4 | f1.4 |
| Fokus-Entfernung | 150 cm | 150 cm |
| Schärfentiefe *) | 1,5 cm & 1,6 cm | 2,3 cm & 2,4 cm |
*) gemessen jeweils vor und hinter dem Schärfepunkt
Das Ergebnis ist das, was ich auch erwartet hätte:
- Der Bildausschnitt ist identisch (kann man auf DOF sehen).
- Die Schärfentiefe des Vollformatsensors ist geringer, die Freistellung also höher.
Dann hab ich quasi den "Gegenversuch" gemacht, indem ich an Vollformat das Objektiv auf f2 abgeblendet habe:
| | Vollformat | APS-C |
|---|
| Objektiv | 75 mm | 50 mm |
| Blende | f2 | f1.4 |
| Fokus-Entfernung | 150 cm | 150 cm |
| Schärfentiefe *) | 2,2 cm & 2,2 cm | 2,3 cm & 2,4 cm |
*) gemessen jeweils vor und hinter dem Schärfepunkt
Auch jetzt kam genau das erwartete Ergebnis heraus:
- Bildausschnitt und Schärfentiefe sind jetzt quasi identisch, denn ich habe an der Vollformat-Kamera jetzt den Crop-Faktor auch auf die Blendenöffnung angewendet.
Damit habe ich eine größere Schärfentiefe, die jetzt der der APS-C-Kamera entspricht. Oder anders: Das ist der Beweis, dass Vollformatkameras besser freistellen können (qed).
Aber jetzt kommt das, was ich nicht verstehe
Angenommen, ich habe
an einer a7R IV ein 50mm-Objektiv mit f1.4, dann ergibt sich laut DOF bei einer Fokusentfernung von 150cm eine Schärfentiefe von
3,4 cm & 3,6 cm (vor und hinter dem Schärfepunkt, siehe
hier). Wie wir oben aber gesehen haben ist die Schärfentiefe
an einer a6600 mit einem 50mm-Objektiv bei f1.4 und einer Fokusentfernung von 150cm
nur 2,3 cm & 2,3 cm (vor und hinter dem Schärfepunkt, siehe
hier). Bitte?




Ja, ich habe einen kleineren Bildausschnitt (weil APS-C), aber das dürfte sich doch eigentlich nicht auf die Schärfentiefe auswirken.
Ich hab mal gelernt, dass ein 50mm-Objektiv immer 50mm-Objektiv und ein f1.4-Objektiv immer ein f1.4-Objektiv ist, egal an welchem Sensor. Die mm- und Blenden-Angaben beziehen sich immer auf ein entsprechendes Objektiv am Vollformatsensor. Zumindest hat man mir das so immer wieder gesagt.
Ein kleinerer Sensor wirkt sich - zumindest nach dem, wie ich es bisher verstanden habe - nur auf den tatsächlich aufgenommenen Bildwinkel aus. Ich nehme im übertragenen Sinne bei einem kleineren Sensor eine Schere und schneide rundherum einen Rand ab. Bei dem Bild aus der Vollformatkamera sieht man einfach "mehr vom drumrum", hat also mehr "links, rechts, oben und unten" mit auf dem Bild. Ansonsten ändert sich rein physikalisch nichts. Es ist ja auch immer noch das gleiche Objektiv mit der gleichen Blendenöffnung. Also dürfte sich doch an der Schärfentiefe, also dem "vor und hinter dem Fokuspunkt" nichts verändern.
Weil ich dachte, dass es vielleicht ein Fehler auf der DOF-Homepage ist, hab ich mal
eine andere Seite gesucht, bei der der man die Schärfentiefe berechnen kann. Dort komme ich aber zum gleichen Ergebnis.
Heißt das jetzt Folgendes?
Angenommen, ich hab an einer a7R IV ein 50mm/f1.4-Vollformat-Objektiv und gehe manuell in den APS-C-Modus, vergrößert sich dann die Schärfentiefe, obwohl ich ansonsten überhaupt keine Änderungen an den Einstellungen vornehme??????





Aber warum?????????