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Alt 03.02.2023, 20:06   #3279
steffenl
 
 
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Zitat von turboengine Beitrag anzeigen
Autsch. Ganz schlechtes Beispiel und typisch für unredliche Kapitalismuskritik. Die Probleme dort derzeit kommen nicht nicht von den Aktivitäten der westlichen Ölgesellschaften, sondern von illegalem Ölabzapfen. Bunkering ist seit Jahrzehnten ein Millionengeschäft im Nigerdelta. Beteiligt sind unter anderem bewaffnete Gruppen wie die Niger Delta Avengers, die vorgeben, für die Unabhängigkeit der Region zu kämpfen, tatsächlich aber gute Geschäfte mit illegalen Aktivitäten machen. Die grossen westlichen Gesellschaften haben sich weitgehend offshore zurückgezogen. Zuvor gab es eine Reihe von Angriffen auf die Ölinfrastrukturen, so zum Beispiel übernahm im Mai 2016 die aufständische Gruppe Niger Delta Avengers die Verantwortung für mehrere Angriffe auf die Ölgiganten Chevron, Shell und Nigerian National Petroleum Company (N24 29.5.2016).

Die Zustände dort sind sicherlich das Ergebnis von Kriminalität die sich als Freiheitskämpfertum tarnt.
Zugegeben, die Sicherheitslage in vielen afrikanischen Staaten ist wie von Dir beschrieben. Aber dass die Umweltverschmutzung ausschließlich von diesen Gruppen kommt, kann nicht sein. Welche Nebenwirkungen Ölförderung mit sich bringt müssen wir nicht diskutieren. Ich spekuliere jetzt: die Sicherheitslage wurde von Shell vermutlich derart berücksichtigt, dass man einen Deal mit der Regierung abgeschlossen hat. Diese hat es nur bedingt im Griff, was keine Überraschung gewesen sein dürfte. Aber sicher genug war's wohl um genügend Barrel zu fördern.
Schlechtes Beispiel, ok, dann nimm' doch Brent Spar in der Nordsee, versenken ist billiger als abschleppen und reinigen. Nimm die ca. 2 Millionen nicht versiegelter Frackinglöcher in den USA, gebohrt, Kohle gemacht, nicht mehr rentalbel, kein Rückbau, Methanquelle. In Russland versickert jedes Jahr durch lecke Pipelines so viel Öl wie beim Unglück der Deepwater Horizon in den Golf von Mexiko gelaufen ist.
Ja, Rohstoffförderung bleibt leider nicht ohne Schäden. Aber die die entstehen, kann man fahrlässig oder verantwortungsvoll behandeln. Letzteres rechnet sich halt nicht und genau dafür braucht es knallharte Regularien, dass Konzerne alles dafür tun, so wenig Schaden wie möglich anzurichten und nach dem Abbau Reinigung und Renaturierung betreiben. Glencore ist da auch kein Leuchtfeuer.
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