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Zitat von frame
Wenn es eine MISCHUNG aus beidem ist dann wird der Preis für das Gaskraftwerk bezahlt - sonst würde man das ja gar nicht einschalten und es gibt den Strom nicht. Dann macht das Windrad halt einen Übergewinn. (ich hoffe das stimmt jetzt so halbwegs und ich habe mir nicht selbst simplifizierten Quatsch zusammengereimt 
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Ja, da stimmt. Es wird aber immer Termin und Spotbörse miteinander vermischt. Der von den ZDF-Clowns erwähnte Market-Clearing-Preis gilt nur die Day-Ahead Auktion im Spot, also für die Lieferung von einzelnen Stunden.
Da gibt jeder Gebote ein, der noch freie Kapazitäten hat. Wenn ein Windpark wegen einer günstigeren Windprognose mehr Strom hat als langfristig geplant, wird das an die Spotbörse gegeben und der Betreiber gibt in der Auktion einen niedrigen Preis nahe null ein, da er keine Brennstoffkosten hat und sich der Betrieb eigentlich fast immer lohnt.
Ein Industrieunternehmen, das eine Gasturbine mit Öl betreibt aber diese nicht selbst benötigt, kann diese ebenfalls anbieten, wird aber einen Preis von über über 200 Euro/MWh aufrufen, da sich der Einsatz aufgrund Brennstoff- und Wartungskosten sonst nicht lohnt.
Bei den Käufern ist es ähnlich, da werden einige nahezu jeden Preis bezahlen um z.B. die Produktion von Medikamenten nicht zu gefährden und einige nur einen geringeren Preis um unrentable Produktion zu vermeiden. Dann wird die Produktion gestoppt.
Alle Kauf- und Verkaufsangebote werden nun am Ende der Auktion aufgereiht. An dem Punkt, an dem sich Angebot und Nachfrage treffen findet auch der höchst Umsatz statt.
Und da alle dieselbe Verpflichtung eingegangen sind, nämlich in genau dieser Stunde genau dieselbe Menge Strom im Höchstspannungsnetz abzuliefern oder abzunehmen, muss auch jeder denselben Preis bekommen. Egal ob der Strom aus einer Solaranlage, oder aus einem teuren Gaskraftwerk kam. Gleiches Geld für gleiche Leistung - ist doch gerecht oder?
Es ist ja so, dass für Windkraftanlagen (und Kernkraftwerke) hohe Fixkosten beim Bau anfielen, während ein Gaskraftwerk bezogen auf die Leistung geringe Investitionskosten hat. Durch die höheren Gewinne im Spot refinanzieren sich diese Investitionen. Und wenn „Übergewinne“ anfallen, können diese genutzt werden um weitere Anlagen zu bauen.
Mittelfristig steht dann mehr Angebot zu Verfügung und die Preise sinken - so lange bis ein weiterer Kraftwerkszubau nicht mehr rentabel ist. Wenn man diesen Mechanismus ausser Kraft setzt, nimmt man dem Markt die Möglichkeit der optimalen Allakotion der Ressourcen.
Das jetzige System ist kein Skandal, sondern ein funktionierender Markt. Leider ist das manchen Leuten ein Dorn im Auge, da der Markt auf Fehlentscheidungen der Politik - nämlich bei hoher Nachfrage durch Verbote das Angebot zu verknappen mit Preissteigerung reagiert. Das ist unerwünscht.
Nochmal: was da derzeit an Desinformation über den Energiemarkt zusammengeschwurbelt wird ist absolut haarsträubend - insbesondere von den Weltverbesserern die über Nacht zu Energieexperten wurden. Dann kommt eben solcher Schwachsinn heraus wie er in „Der Anstalt“ verzapft wird. Das kann man als Abendunterhaltung sehen - aber es erweist dem Gemeinwesen einen Bärendienst.
Wie gesagt, dadurch dass immer mehr Haltungsjournalismus und aktivistische Wissenschaftler im ÖR Stimme bekommen sind wir in der Situation wie jetzt. Viele Jahre Verdummung der Öffentlichkeit hinterlässt Spuren.