Am Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr (16. Februar) vor der Sturmflutnacht (16. auf 17. Februar) informierte Martin Leddin, der damalige Einsatzleiter der Polizei und Mitglied des ersten Krisenstabes in der Sturmflutnacht, das Verteidigungsministerium in Bonn über die zu erwartende Sturmflut, verbunden mit der Bitte, dass Verteidigungsminister Franz Josef Strauß einem möglichen Hilfseinsatz der Bundeswehr zustimmt. „Strauß hat dem zugestimmt, die Bundeswehr kommt zu uns“, so Leddin.
Schmidt war am 16. Februar auf einer Innenministerkonferenz in West-Berlin, fuhr am Spätnachmittag zurück nach Hamburg, wo er abends eintraf. Zu Hause angekommen, habe Schmidt nach eigener Aussage überraschenderweise befreundete Eheleute angetroffen, denen er „durch gefälschte Pässe oder Visa“ geholfen habe „aus der DDR abzuhauen.“ Das unerwartete Wiedersehen sei in dieser Nacht noch groß gefeiert worden. Gegen 6.15 Uhr am Morgen des 17. Februars wurde Schmidt zuhause informiert, dass die Deiche gebrochen seien und sich sehr wahrscheinlich eine Katastrophe ereignet habe.
Zum Glück und in großer Weitsicht hatte Strauß bestimmten Generälen schon vorher entsprechende Order erteilt.
Nachzulesen ist das hier:
Das Krisenmanagement Helmut Schmidts während der Sturmflut 1962 in der Selbst- und Fremdwahrnehmung