Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 13.12.2020, 13:05   #23
perser

Themenersteller
 
 
Registriert seit: 25.11.2012
Ort: Neumünster
Beiträge: 5.628
Liebe Mitforentinnen und –forenten,

ich bin überrascht, wie sehr sich dieser Thread weiterentwickelt! Denn eigentlich war er eher als Ergänzung zum Wildwechsel-Thread gedacht. Da dieser aber im Bildercafé läuft, womit als weniger Raum für Diskussion und vor allem Kritik gegeben ist, hatte ich auf Bitten von Dirk den Seeadler, den ich am 5. Dezember im "Wildwechsel" gezeigt hatte, noch mal für den Bilderrahmen ausgekoppelt…

Dieser letzte Seeadler war übrigens nicht mein bestes Bild von meinem Besuch bei Fred Bollmann im Juli/August, sondern eher schon zweite Wahl. Ich hatte es vor allem hochgeladen, um in dieser etwas Wildlife-armen Zeit mal noch etwas zeigen zu können…

@Matthias: Drum auch Dein berechtigter Einwand, dass einige Seeadler-Fotos, die ich später noch hier in den Thread gestellt habe (quasi zur allgemeinen Bebilderung) besser geworden sind als das TO-Foto in #1.

Ansonsten haben wir hier aber auch jetzt immer mal wieder das leidige Thema, ob Wildlife-Bilder, für deren Entstehen eine gewisse menschliche Beeinflussung vorteilhaft ist, noch unter Wildlife zählen.

Dazu wird in diesem Forum (wie auch in manch anderem) schon seit nachweislich mindestens zehn (!!) Jahren gestritten und viel Erklärendes geschrieben, zuletzt erst hier in diesem Thread von Eric und von Horst. Aber natürlich liest nicht jeder jeden Post... Und so dreht sich das alles wieder und wieder auch ein wenig im Kreis.

Wer sich gern als Purist sieht, quasi als jemand, für den wilde Tiere im Wald wirklich nur „wild“ sind, wenn er sie zufällig irgendwo zwischen den Bäumen oder am Feldrand entdeckt, mag das so sehen. Aber Wildlife heißt bekanntlich „Tierwelt“, im übertragenen Sinne auch „Natur“. Und hierzu zählt eben alles, was ohne Zäune, Gatter oder Volieren kreucht oder fleucht, mithin freiwillig kommt (oder eben auch nicht).

In der Wildtierfotografie haben sich hierfür schon lange bestimmte Kategorien eingebürgert. Eine nennt sich „beeinflusste Natur“. Dazu zählen dann auch solche Situationen, in denen Vögel am Futterhäuschen, Rehe an der Winterfütterungs-Raufe im Wald oder eben Seeadler bei Fred so weit zum Näherkommen animiert werden, dass sich damit auch vorzeigbare Bilder schießen lassen.

Jeder kann sich an dieser Stelle selbst fragen, ob er sich hier eher in einem Fotoforum wähnt, in dem also zuerst das Bild (mit entsprechender Erläuterung) zählt, oder ob er/sie eher einer Art kategorischem naturpuristischem Ansatz anhängt. Beides ist natürlich berechtigt.

Ich für meinen Teil sehe das nicht so eng. Meine meisten Fotos, etwas im Wildwechsel-Thread, sind keine beeinflusste Natur (Hirsche, Wisente, Hermeline, Fischadler, Gartenvögel usw.) und manche eben bedürfen nun mal der moderaten Anköderung.

Wobei ich weiß, dass es auch da Ausnahmen gibt, wie uns etwa Andreas (@Schmalzmann) oder Hans-Werner in seinen Spreewaldrevieren immer wieder ebenso beeindruckend wie beneidenswert beweisen…
__________________
Gruß Harald

Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.
perser ist offline   Mit Zitat antworten