Ich will mich jetzt nicht zu allen Aspekten Eurer kleinen DDR-Debatte äußern, auch wenn ich natürlich alles selbst erlebt und drum auch zu allem eine Meinung habe. Aber das Rententhema hat mich schon als junger Mann beschäftigt, deshalb hatte ich mir damals schon Gedanken darüber gemacht.
Zitat:
Zitat von Porty
Meine Schwiegermutter bekam mit 60 Rente- 350 Mark im Monat. Davon konnte man auch damals kaum leben.
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Also, mein Oma mütterlicherseits (Kriegswitwe) bekam in den 1980er-Jahren 300 Mark Rente. Das war die DDR-Mindestrente damals. Denn sie war bis zum Krieg mithelfende Ehefrau meines Opas (Schmied), hatte also nicht in die Kasse eingezahlt, und danach arbeitete sie als Saisonkraft in einer Agrargenossenschaft (LPG).
Aber von den 300 Mark hat sie offenbar gut gelebt. Mehr noch: Sie hatte acht Enkel und schenkte jedem/jeder zu den üblichen Anlässen wie Geburtstag, Weihnachten, Ostern, Schulanfang 20 bis 50 Mark. Zur Jugendweihe gab es gar 100 Mark.
Und als sie starb, hatte sie dennoch ein nicht ganz kleines Konto angespart. Alles von den 300 Mark monatlich. Denn ihre Wohnung in einem kleinen Häuschen in einem Dorf bei Frankfurt/Oder (3 Zimmer/Küche/Kammer/Waschhaus/Schuppen) kostete knapp 20 Mark Miete monatlich. Zum Leben gab sie angesichts der niedrigen DDR-Preise keine 100 Mark im Monat aus.
Sicher war sie sparsam, kaufte nicht ständig neue Kleidung, schonte das Mobiliar, hatte nur ein Fahrrad aber kein Auto usw. Und Urlaub verbrachte sie am liebsten bei ihren Kindern und Enkeln, nur zweimal an der Ostsee. Aber jedenfalls hatte sie nie Geldsorgen, sondern fühlte sich finanziell stets als die Gebende.