Brunftiges Rotwild gibt es in den sumpfigen Wäldern am Pripjat wie gesagt auch. Es aufzustöbern, scheint auf den ersten Blick nicht schwer, weil man das Röhren weithin hört. Doch das Terrain ist sehr weiträumig, so dass ich es wie Andreas gemacht habe: gezielt Waldlichtungen und Wiesen aufsuchen, auf denen sich die Geweihträger zeigen könnten. Mal hat man Glück, mal nicht.
Gewöhnlich geschieht das protzige Gebalze jedoch in aller Frühe oder nach Sonnenuntergang, also bei bescheidenem Licht. Dieser Platzhirsch hier – der erste, den ich gleich am ersten Abend zu Gesicht bekam – wagte sich indes noch bei Tageslicht aus der Deckung, auch wenn er dann leider voll ins Gegenlicht der gerade abtauchenden Sonne trabte, so dass alles etwas flau wirkt.

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Beeindruckend, wie er immer wieder stehen blieb und herausfordernd röhrte, um potenzielle Herausforderer zu beeindrucken. Hatte er einen jüngeren Nebenbuhler vertrieben, folgten dann mehrere kurze und nicht mehr allzu laut Töne – Experten nennen das „Trenzen“.