Wie in jedem Land und in jeder Kultur bilden die Kinder dankbare Motive für den reisenden Fotografen.
Sie sind meist unbefangen, zutraulich und in ihrer Kessheit immer noch sehr liebenswert.
Kompliziert wird es indes, wenn sich eine ganze Truppe vorlauter Jungs vor einem aufbaut und immer weiter nach vorn drängt.
So bekommt man schnell Mühe, sie alle im Auge zu behalten und damit scharf abzulichten.
Seit je gefällt es mir, wenn Schulkinder Einheitskleidung tragen.
Das schafft sofort eine gewisse Egalität, weil sie Statussymbole verhindert oder
zumindest einschränkt, gerade wenn diese aus sozial unterschiedlich bemittelten
Elternhäusern rühren.
Besonders für Mädchen ist das oft wichtig.
Dennoch sehen die kaum 10-jährigen Mädchen schon wie kleine Fräulein aus.
Ihre Ohrringe tun ein Übriges hierzu.
Oft wirken sie aber auch selbstbewusster und beherrschter als gleichaltrige Jungs.
Wenn sie indes kein Kleid tragen, erkennt man wegen der rappelkurzen Haare
manchmal erst auf den zweiten Blick, dass es Mädchen sind….
In Benin gibt es eine sechsjährige Schulpflicht für Mädchen wie Jungen.
Schulgeld wird nicht erhoben.
Wie es dann in der Realität aussieht, kann man natürlich als Fremder nicht beurteilen.
Gerade auf dem Lande, wo die bäuerlichen Familien in der Saison jede helfende Hand brauchen und
heranwachsende Mädchen zudem über ihre jüngeren Geschwister wachen müssen, wenn die Mutter
auf dem Feld ist oder Essen kocht, sollen die Behörden wohl nicht gar zu sehr auf die Durchsetzung
des täglichen Schulgangs der Kinder pochen.