Für Nahaufnahmen gibt es ja einige Vorauassetzungen zu beachten, die im Fernbereich eine geringe oder gar keine Rolle spielen:
- Schärfentiefe: Je größer der Abbildungsmaßstab, desto geringer.
- 3D-Objekte: Objekte mit großer Tiefenstaffelung sind im Nahbereich nicht komplett scharf abzubilden!
- Flache Objekte müssen exakt parallel zur Chipebene ausgerichtet sein!
- Beugungsunschärfe: Bei sehr großen Abbildungsmaßstäben und sehr kleiner Blende. Physikalisch unvermeidlich!
- Zellstruktur: Gaukelt Unschärfe vor. Besonders bei Planzen!
- Verwacklung: Entweder durch bewegtes Objekt bei Wind oder Heizungskonvektion, oder durch eigene Verwacklung ohne Stativ oder durch Verreißen der Kamera ohne Fernauslöser oder durch Wackelstativ.
- Mangelhafte Optik: Alle Nahvorsätze sind nur ein Notbehelf, eine Krücke, und ersetzen kein für den Nahbereich gerechnetes und korrigiertes echtes Makroobjektiv oder gar ein Lupenobjektiv! Und wenn schon nur ein Nahvorsatz, dann mit nicht zu hohen Diotrienwerten und wenigstens achromatisch korrigiert (Leica, Minolta, Olympus, Canon, Nikon bieten achromatische Nahlinsen)! Eine Einfachlinse, wie z.B. die B+W mit +10 dptr., kann man vergessen!
Ein Tipp noch für Makro-Fanatiker: Ein hochlichstarkes Normalobjektiv in Retrostellung! Also ein altes 50er mit Kupplungsring umgekehrt vor das Grundobjektiv der Kamera schrauben. Hochlichstark wegen der Vignettierung. Je weitwinkliger das Retro-Objektiv, desto größer die Abbildung.
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