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Auf den Bildern erkenne ich überwiegend 2 Dinge: einen Helligkeitsabfall zu den Rändern hin, und starke Tonwertabrisse in großen (fast) einfarbigen Flächen.
Das erste Problem ist optisch-physikalischer Natur, das man kaum vermeiden kann. Der Lichtabfall an den Rändern ist normal. Je nach Objektiv und/oder Blende tritt der Effekt unterschiedlich stark auf. Beim Abblenden bis in den mittleren Bereich sollte das eigentlich im erträglichen Rahmen bleiben. Der verbleibende Rest lässt sich mittels Bildbearbeitung recht gut korrigieren.
Die Tonwertabrisse wären so nicht hinnehmbar, wenn sie tatsächlich so aus der Kamera kämen. Sie entstehen aber meistens durch zu aggressive Bearbeitung. Bilder mit großen einfarbigen Flächen, die nur geringe Nuancen zeigen, sind für dieses Phänomen besonders anfällig. Erfahrene Fotografen wissen das, und beugen daher vor. Aufnahmen in JPG werden nur mit 8 bit Farbtiefe gespeichert, so ist die Definition von JPG, und das lässt sich nicht ändern. Wenn das Bild tatsächlich fertig ist, reicht diese Farbtiefe zum Präsentieren aus. Sobald man das Bild jedoch bearbeitet, sei es Helligkeits- oder Kontrastkorrektur, oder ein nachträglicher Weißabgleich, dann stellt ein JPG dafür nicht mehr genügend Daten zur Verfügung. Beim Spreizen der Tonwerte entstehen Lücken im Histogramm, die als solche typischen Tonwertabrisse sichtbar werden. Inwieweit diese Erscheinungen schon in der Kamera entstehen, kann man nur am tatsächlichen Original beurteilen. Die erste Gegenmaßnahme wäre dann, die Aufnahmeeinstellungen für Himmelsbilder etwas milder zu regeln, also Kontrast, Schärfe, Sättigung etwas zurücknehmen anstatt zu pushen.
Die beste Lösung wäre, solche Aufnahmen in RAW zu machen. RAW wird je nach Kamera mit einer Farbtiefe von 12 oder 14 bit pro Kanal gespeichert. Das sind weitaus mehr Informationen als man mit dem Auge wahrnehmen kann. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass man Reserven für die Bearbeitung hat, so dass beim Spreizen von Tonwerten keine Lücken entstehen. Diese werden mit "echten" Daten aufgefüllt, und machen trotz Spreizung keine Abrisse sichtbar, solange man die Bearbeitung nicht maßlos übertreibt.
Nach meiner Meinung sollte man das Problem nicht vorschnell auf die Kamera schieben, sondern zunächst mal auf das fehlende Wissen der Hintergründe. Vermutlich wird der Austausch der Kamera dieses Problem nicht lösen, daher bitte zuerst mal die Einstellungen ändern und dann noch einmal beurteilen. Aber bitte am Original.
Tonwertabrisse sind nicht immer bildbedingt, sondern manchmal auch durch das Anzeigegerät. Insbesondere Laptop-Bildschirme neigen dazu, solche Abrisse zu zeigen, das ist oft auch abhängig vom Blickwinkel, wie man den Monitor betrachtet. Schiebt man das selbe Bild auf einen externen Monitor, dann sieht es oft wieder perfekt aus. Manche Bildschirme sind nicht in der Lage, den ganzen Farbraum darzustellen, den ein Bild in sich trägt. Wie man das mit Hilfe der Pipette testet, hab ich schon geschrieben. Damit kann man herausfinden, ob die Abrisse schon im Bild sind oder nur auf dem (unzureichenden) Anzeigemedium.
Interessant wäre auch, ein solches Bild ausbelichten zu lassen und auf Papier zu betrachten. Ich war schon manchmal erstaunt, dass man dort einige vermeintliche Fehler gar nicht mehr findet. Dann waren sie meist anzeigegerätebedingt...
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Gruß
Gottlieb
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