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Alt 18.02.2018, 11:57   #2
big_lindi
 
 
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Ort: Regensburg
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Zitat von kppo Beitrag anzeigen

Das ist genau das was viele nicht verstehen!
Der Fotograf macht die Bilder und nicht die Kamera.

Gruß
Klaus
Dieser Spruch ist aus Analogzeit, da hat er sicherlich genau den Punkt getroffen. Wer ihn aber heute bringt, zeigt selbst, dass er es nicht verstanden hat.
Damals hatte jeder Fotograf ähnliche Voraussetzungen. Maximal hatte man Hilfe durch eine Nachführmessung, später dann Halb- oder Vollautomatiken. Der Rest war alleine Verantwortung des Fotografen. Da unterschieden sich auch die "Profi- und Amateur"-Ausrüstungen nicht so extrem.

Heute wird die Fotografie maximal von der Technik beeinflusst. Viele Bilder, die Du heute siehst, waren damals rein technisch gar nicht möglich. Ich denke da z.B. an die ganze Astrofotografie, aber auch die Naturfotografie wurde auch die Technik maßgeblich beeinflusst. Die ganzen tollen Actionbilder, Unterwasseraufnahmen und und und waren früher zumindest in dieser Qualität definitiv nicht möglich.

Ich machte meine ersten Schritte in der Vogelfotografie mit einer Minolta XG-M und einer billigen Russentonne. Genau einen Diafilm hab ich damals verbraucht um festzustellen, dass ich mit meinen fotografischen und finanziellen Möglichkeiten nicht weiter komme. Das Objektiv hab ich nie mehr verwendet und ich träumte als Schüler/Student von einem Novoflex Schnellschuss-System, wie es die Profis verwendeten. Für mich damals unerschwinglich.

Dieses Bild hab ich zufällig gestern geschossen. Fotografen-Leistung: "ah, da ist ja ein Erlenzeisig", den Rest übernahm die Kamera:

- schneller, treffsicherer Autofokus
- lange Brennweite mit trotzdem hervorragender Qualität
- Sensor mit high-Iso-Fähigkeiten (hier "nur" 2800, die D750 macht auch bei 12800 !! noch hervorragende Bilder)
- schnelle Serienbild-Funktion (z.B. hier waren die meisten Bilder der Serie unbrauchbar, da entweder der Vogel wegschaute oder Schneeflocken störend vor dem Kopf des Vogels waren)


Bild in der Galerie


hier noch ein kleines Beispiel, da ich letztes Jahr zufällig genau 30 Jahre nach meinem ersten Trip in die USA wieder dort sein durfte. Voraussetzungen nahezu identisch: tolles Licht, viele Tiere, aber keine gezielte Fotosafari sondern Urlaub mit der Familie - damals als Sohn, letztes Jahr als Vater ;-)

1987: Minolta XG-M, Sigma-Zoom (ich glaub max. 200 mm), natürlich MF, Diafilm 200 ASA, Ziel war maximal ein Film pro Tag ;-)

2017: Sony a6500, Sony FE 70-300 G, Auto-ISO, Speicherkarten bis zum Umfallen


Bild in der Galerie


Bild in der Galerie

Alleine aus Kostengründen musste ich mich damals bei solchen Tierbildern auf ein paar wenige Schüsse begnügen, es gab ja auch noch andere Dinge festzuhalten. Dadurch hatte ich automatisch eine geringere Trefferquote, zumal ich ja nach jedem Foto den Film spannen musste - kennt das noch jemand ? ;-)

Also bitte hört endlich auf, diesen uralten Spruch ständig wieder in solchen Diskussionen rauszuziehen. Er mag in vielen Teilen der Fotografie selbstverständlich noch Gültigkeit haben, aber definitiv nicht in solchen extremen Teilgebieten der Fotografie wie Action- oder Naturfotografie.
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Gruß Tobias
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