Hallo usch,
ich teste meine Kameras ziemlich auf Herz und Nieren und wenn ich mit bestimmten Eigenschaften nicht zufrieden bin, trenne ich mich auch recht schnell wieder davon.
Wie schon gesagt, jede Kamera hat ihre Stärken und Schwächen. Die RX10 M3 erzeugt sehr gute 4k-Videos und liefert - solange relativ gute Lichtverhältnisse gegeben sind - deutlich besser 4k-Videos als die Alpha 6300. Im Lowlight und vor allem dann, wenn in Full HD aufgezeichnet wird, ist die 6300 m. E. etwas im Vorteil - klar, sie hat halt den größeren Sensor.
Beide Kameras zeigen bei Indoraufnahmen, wo im Raum/Saal Helligkeitsunterschiede bestehen einen Effekt, der mir nicht gefällt - sie passen die Helligkeit im Automatik- und Halbautomatik-Modus sehr schnell an und schwingen dabei auch schon mal kräftig über die richtige Einstellung hinaus, ehe sie sich dann relativ langsam einpegeln.
Muss man wissen - hier ist es gut, prinzipiell komplett manuell zu belichten und ggf. lieber in der Post nachzukorrigieren. Diesen Effekt habe ich im Übrigen weder bei der Canon XA20 noch bei Sonys AX100 festgestellt. Dort läuft der Belichtungsausgleich langsamer/weicher und damit für das Auge weniger störend ab.
Was mich auch stört ist, dass der Weißabgleich (ob feste Modis oder das Ergebnis eines manuellen Abgleichs) unter bestimmten Lichtverhältnissen auf dem Kamerabildschirm gute Ergebnisse suggeriert, diese später auf dem
kalibrierten PC-Monitor und auch nach Encodieren des Films nicht mehr ganz so optimal sind (sprich: was man sieht stimmt ab und an später nicht). Oft ist es dadurch notwendig, bei vielen Szenen im Schnittprogramm zu korrigieren. Auch das kannte ich von den genannten Camcordern nicht.
Wo man sehr aufpassen muss ist die Wahl des entsprechend den Lichtverhältnissen gewählten Kreativmodus. Vergisst man es beispielsweise die Einstellung "Landschaft" auf "Neutral" beim Wechsel in den Innenraum umzustellen, saufen einem schon mal sehr die Farben ab. Andererseits macht es eben viel Arbeit, bei sehr vielen Videoclips ein Colorgrading zu machen, wenn man schöne Urlaubsbilder haben will. Letzteres ist mir beim ersten größeren Einsatz der RX10 M3 in Namibia einige male passiert....
https://www.youtube.com/watch?v=-Rf5Uc99Bb0&t=60s
Zusammengefasst: wenn man optimale Ergebnisse in Bild und Ton anstrebt (und das gilt auch für's Fotografieren) und auch des Öfteren unter schwierigen Verhältnissen arbeitet, sollte man die Stärken und Schwächen seiner Kamera schon gut kennen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Kamera so viele Möglichkeiten zur Fehlervermeidung bietet wie die RX10 M3.
Ich hoffe, dass meine Einschätzungen dem Einen oder Anderen weiterhelfen.
Als Neuling im Forum bin ich noch kräftig am Stöbern, was so berichtet wird.
Gruß vobe49