Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 21.12.2004, 11:35   #9
Rheinlaender
 
 
Registriert seit: 08.09.2003
Ort: Düren
Beiträge: 962
Zitat:
Zitat von Hansevogel
Schade.
Laß' mich nicht dumm sterben!
Es nützt doch so oder so nichts wenn ich jetzt erzähle wie mein RIP (Raster Image Prozessor) es schafft TIFF-Bilder frequenzmoduliert zu berechnen und dennoch gleichzeitig technische Raster autotypisch auf der gleichen Druckplatte ausgeben kann. Dazu dann noch erklären was CTP (Computer to Plate) ist.

Es werden sofort wieder Begriffe aus dem Fachchinesisch auftauchen die ich dann wiederrum erläutern müßte. Ich versuche es dennoch mal ohne einen Fachbegriff zu beschreiben.

Autotypische Rasterung:
Die verschiedensten Bildhelligkeiten, sogenannte Tonwerte, ergeben sich durch flächenmäßig unterschiedlich große Rasterpunkte, die mehr oder weniger eine bestimmte Fläche (Flächendeckung auf Film oder Druckpapier) bedecken. Das heißt je dunkler eine Bildstelle der Vorlage ist, desto größer ist der autotypisch wiedergegebene Rasterpunkt. Die Mittelpunkte aller Rasterpunkte sind bei diesem Verfahren jedoch gleich weit von einander entfernt – gegeben durch die gleiche Amplitude bei der Modelation der Rasterung.

Beim Druck auf weißes Papier reflektiert auftreffendes Licht bei flächenmäßig kleinen Rasterpunkten stärker: Die Bildstellen erscheinen optisch hell.

An dunklen Bildstellen, autotypisch durch flächenmäßig größere Rasterpunkte wiedergegeben, reflektiert weniger Licht: Die Bildstellen erscheinen je nach Helligkeit der Vorlage optisch dunkler.

Für die Erstellung dieser Rasterung benötigt man halt bestimmte digitale Vorraussetzungen an das entsprechende Bildmaterial. Das heißt je feiner die Rasterung desto höher sollte der Auflösung des Bildes sein. 180dpi reichen für den Zeitungsdruck völlig aus (48er Raster), wobei der Qualitätsoffsetdruck mindestens 250dpi (60er Raster) oder höher benötigt. Die Industrie hat daher einen internen Standard der besagt das Bilder mindestens 300dpi aufweisen sollten (70er-100er Raster).



Frequenz Modulierter Raster (FM-Raster):
Bei dieser Art der Rasterung bleiben die einzelnen Rasterpunkte stets gleich groß (Wobei diese Rasterpunkte alle sehr klein sind) und nur ihre Anzahl in einem speziellen Bereich bestimmen den jeweiligen Tonwert. Das Heißt es werden in dunklen Bildbereichen nicht nur wenige "große" Rasterpunkte verwendet (autotypische Rasterung), sondern es werden an diesen Stellen unzählige kleine Rasterpunkte gestreut. Dadurch ergibt sich der entscheidene Vorteil dieser Rasterung, denn Bilddetails können erheblich feiner wiedergegeben werden als bei der autotypischen Rasterung.

Die verwendeten Bilddaten können demnach sogar eine deutlich geringere Auflösung aufweisen, um optisch den gleichen Eindruck zu erzielen wie höher auflösende Bilder bei der Wiedergabe durch autotypischen Raster. Sie können aber auch bei optimalen Bilddaten optisch so Detailreich sein, das sie die Möglichkeiten der autotypischen Rasterung bei weitem übersteigen.



Als Laie vergleicht man das am Besten mit dem Ausdruck eines S/W Laserdruckers (autotypische Rasterung) und der Wiedergabe durch einen hochauflösenden Tintenstrahldrucker ("frequenzmodulierter Raster"). Die Bilddetails werden durch den Tintenstrahldrucker erheblich feiner wiedergegeben als durch den Laserdrucker.
__________________
Gruß, Oliver
Rheinlaender ist offline   Mit Zitat antworten