Und so viel ich zu wissen meine, berücksichtigt die eh schon geschönte Statistik auch nur Direktverbindungen und nicht auch zumindest die vorab gebuchten Verbindungen mit Umstieg.
Was hilft es einem, wenn der eine Zug nach Bahnsprech fünf Minuten später und in der Statistik pünktlich ankommt, aber der Anschlusszug schon weg ist, und dadurch zum Frisieren der Pünktlichkeitsstatistik beiträgt?
P.S.: Die gestrige halbstündige Verspätung - der geschilderte Vorfall hatte natürlich auch fahrplanmäßige Auswirkungen - habe ich aber gerne in Kauf genommen, da es da um die Gesundheit eines Menschen ging. Ich habe es ihm auch so mitgegeben, dass mir seine Gesundheit wichtiger ist als pünktlich anzukommen, nachdem er als Opfer einer Gewalttat schon Schuldgefühle dafür entwickelte, dass das Zugpersonal auf die Polizei und die Sanitäter - letztere kamen erst nach ca. 20 Minuten - warteten, bevor es für hunderte Reisende weiterging.
Wie weiter oben schon erwähnt, habe ich gestern Dinge gehört, die ich am liebsten aus dem Gedächtnis tilgen würde. Da gab es Leute, die hätten den - aus ihrer Sicht natürlich selbst verschuldeten - Verletzten lieber auf den Bahnsteig geschmissen, damit es pünktlich weiter geht. Als neutraler - unfreiwilliger - "Mediator" hatte ich einige Diskussionen mit etlichen Fans, die während der halben Stunde zum Ort des Geschehens eilten. Der Großteil (ca. 90%) war verständnisvoll, aber der immer noch spürbare Anteil verrohter Egoisten hat mich wirklich geschockt.
Sorry, dass ich das nochmals thematisiere. Aber es kocht bei mir gerade wieder hoch.
P.S.: Alle Frauen, die ich dort traf - naturgemäß wenige - hatten sich vorbildlich verhalten. Zwei Frauen hatten zusammen mit einem Mann den bis dahin Leblosen schon stabilisiert, bevor ich die fünf Meter von meinem Sitzplatz überhaupt zurücklegen konnte.