Ich danke euch sehr herzlich!
Schön, wenn die Bilder und Berichte geschätzt werden!
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Freitag, 21.10.
Man sollte Tintenfische für sich behalten…
Als der Wecker morgens klingelte, quietschte ich leise, denn ENDLICH gab es wieder mal etwas Farbe am Himmel! Ich hüpfte aus dem Bett, schmiss den Ofen an, kletterte in alle Klamotten, die so rumlagen und stellte mich auf die Terrasse, die Kamera am Anschlag. Von Vera hatte ich die Order: „du darfst mich wecken, wenn es sich lohnt.“ Hm….aber lohnte sich das??
Ich war mir nicht sicher. Was, wenn sie dann wütend war, weil ich sie umsonst geweckt hatte? Ich beschloss, noch etwas zu warten.
Und dann kamen doch Farben! Aber lohnte sich das??
Ach herrje. Diese Verantwortung! Vera hat einen stressigen Job und einfach Urlaub…konnte ich sie da wirklich aus dem Bett schmeißen? Das Licht war ja jetzt schon schön...
Da kam mir die Idee. Ich holte ihre Kameras auch noch und knipste somit mit vier Kameras den Sonnenaufgang.

Da wir recht ähnlich geknipst hätten (was kann man da auch anderes machen als Ausschnitte ändern oder Lichtstimmungen aufnehmen), fotografierte ich für sie einfach mit. So hatte sie beides: Sonnenaufgang UND Ausschlafen.

Aber hey, was ein Stress! Eine sich schnell ändernde Lichtsituation mit VIER Kameras aufnehmen…das hatte was von Frühsport! Danach war mir auch wirklich warm.
So ging die Sonne an diesem Tag auf:
Zwei Bilder durfte ich mir von Veras Speicherkarte holen, weil ich nicht so nah dran kam. Da sind 300mm an APSC schon besser. =)
Später, als die Sonne dann oben war, sah unsere Aussicht so aus:

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Wir hatten vor, heute mit dem Schiff die Cinque Terre von außen zu befahren. Das setzte eine genaue Ankunftszeit in Portovenere voraus, denn von dort startete das Boot, das alle Städtchen abfuhr. Wir machten uns fertig…und schauten auf die Uhr. Noch eine halbe Stunde Zeit bis wir eigentlich hier losfahren wollten! Was war mit uns los?? Keine Hetze, kein „los, wir verpassen ja den halben Tag!!“, nichts?? Wahnsinn. Ich setzte mich noch einen Moment draußen in die Sonne und genoss diese halbe Stunde Nichtstun.
Man hörte: Vögel verschiedenster Art zwitschern und tirilieren, das Plätschern eines Bergflüsschens, das Summen einer verspäteten Wespe, das Rufen des Förster…und sonst…? Nichts. Die Stille war so stark, dass sie sich einem sogar auf die Ohren legte, so ruhig war es. Toll. Unglaublich angenehm! Super. =)
„Liebes, bist du fertig?“
Ich erschrak vor meinem eigenen Rufen, denn es hallte einmal quer über das Tal. Ich hatte schon gehört, wie Hunde unten im Tal bellten, es in den Bergen widerhallte und die Hunde oben bei uns antworteten. Aber dass es SO stark verstärkt wurde, das hatte ich nicht gedacht. Ich konnte im Prinzip fast normal laut sprechen und auf der anderen Seite des Berges gegenüber hätte man mich verstehen können.
Vera WAR fertig und so fuhren wir nach Portovenere.
Auf dem Weg zum Auto begegneten uns eine süße kleine Eidechse und ein paar wunderschöne Blumen.
Und los ging die Fahrt!
Das letzte Mal hatten wir unten einen guten Parkplatz bekommen, aber uns war schon klar, dass dies dieses Mal nicht so einfach werden würde. Wir fuhren an den am Straßenrand parkenden Autos vorbei. Es gab noch Lücken, aber wir waren auch noch sehr weit vom Hafen entfernt.
„Jetzt?“
„Neeee…warte noch bisi“…
Ich war bereit, mehr zu pokern.
„Hier?“
„Neeee…ist immer noch so weit…“
Tja, aber dann kam bis unten nichts mehr. Alles voll. Portovenere ist leider eine Einbahnstraßenstadt, das hieß „einmal unten, nicht mehr zurück“. So mussten wir eine große Runde fahren, um es noch einmal zu versuchen. Das Gute, wir hatten mittlerweile abgecheckt, wo es gute Plätze gab und ich meinte, mir einen gemerkt zu haben, der noch einigermaßen ok war von der Entfernung.
Als wir wieder unten angekommen waren, musste ich mir eingestehen, dass ich in Sachen Erinnerungsvermögen wohl doch nicht so gut war…also auf der anderen Seite wieder rauf. Die Abfahrtszeit rückte näher, doch diesmal fanden wir auf der Rückseite des Dörfchens noch einen Platz in der weiteren Entfernung, aber noch laufbar. Wir parkten, stiegen aus und hängten uns unsere Sachen um.
„Vorsicht!!“
Vera rettete mich und ihr Auto vor Kratzern, als sie mich vor dem Bus warnte, der gerade in zehn Zentimetern Entfernung an mir vorbei schrabbte. War aber auch eng hier…
Wir liefen zum Anleger. Unterwegs schaute ich übers Wasser und dachte, ich sei in Schottland!

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Dann lag Portovenere vor uns...im schönsten Sonnenlicht.

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Der Bootticketschalter hatte gerade Mittagspause und ein gemaltes Schild verkündete uns, dass es um halb zwei weiter ginge. Um 13:50h sollte das Schiff ablegen. Wir warteten also vor dem geschlossenen Fenster und immer mehr Menschen taten es uns nach. Leider stellen sich Italiener scheinbar gerne auf Tuchfühlung in Schlangen…jedenfalls möchte man gern mit einem großen Eisenfäustel mal voll ausholen, in die Menge schlagen und brüllen: „Sie befinden sich in meiner Sicherheitszone!!“ Ich mag es nicht, wenn fremde Menschen mich beim Warten berühren…oder mich fremde Hemdsärmel kitzeln, weil die Leute so dicht aufrücken, dass keine Luft mehr zwischen ihnen und mir ist. Ätzend!
Dann wurde endlich das einfache Holzbrett gelöst und auch wir lösten etwas, nämlich endlich unsere Tickets. Wir wollten alle Dörfchen abfahren, aber nur in Monterosso aussteigen, da das die einzige Stadt war, in der wir noch nicht gewesen waren (außer „Corinna“). Vera war so schlau, keine Tagestickets zu lösen, sondern genau zu erklären, was wir vorhatten, so sparten wir richtig Kohle, da die Karte nach Monterosso und zurück ein ganzes Stück günstiger war als eine Tageskarte. Nach einer kurzen Zeit kam ein Ruf „Cinqueterre??“ und wir durften auf ein Schiff, das hinten angelegt hatte. Da wir wussten, wie herum das Schiff fuhr, setzten wir uns auf die rechte Seite. Dies taten die ersten anderen, die mit auf das Schiff kamen, auch. Bevor das Schiff kläglich in den Fluten versank, kamen doch auch noch andere Passagiere, die sich nach links setzten und für Ausgleich sorgten.
Lange hatte ich überlegt, wo wir uns hinsetzen sollten…ganz nach vorne? Hm…dann könnte die Seite schwierig werden…so entschied ich mich für Reihe 4. Vera durfte ganz an den Rand (es gab immer drei Sitze) und ich nahm die Mitte. Zur Not konnte ich über sie hinweg fotografieren, sie ist ja wahrlich kein Hüne.
Vor uns nahm ein großer Skandinavier mit Frau Platz, den ich am liebsten zart und nett über Bord geschmissen hätte. Er nahm viel Raum ein und lehnte sich immer so weit mit seiner Miniknipse hinaus, dass er uns dauernd ins Motiv hing – oder zumindest mir, die in „zweiter Reihe“ stand. Ich wurde also öfter gezwungen, bei wilder Fahrt aufzustehen, um störungsfrei zu fotografieren…eine starke Herausforderung für meinen eh nicht so gut ausgeprägten Gleichgewichtssinn…trotzdem gab es wunderbare Aussichten und es war eine genussvolle Fahrt. Es war überhaupt nicht kalt, eine Jacke war nicht nötig, der Wind war zwar da, aber die Sonne wärmte ganz toll. Los ging es von Portovenere bis Riomaggiore!
Auf dem einen Bild kann man zwei junge Männer erkennen, die einfach so auf dem Felsen saßen und uns anlachten. Keine Ahnung, wie die da hin geklettert waren, aber es war sicher waghalsig gewesen. Nun saßen sie da, tranken ihr Bier und schauten in Ruhe aufs Meer. Hachja, wunderbar. In der Vergrößerung würde ich sagen, es waren Brüder, die einfach ihren freien Nachmittag genossen.
Das Schiff steuerte Riomaggiore an und mir wurde übel. Nicht von der Fahrt, sondern von der Aussicht auf die dortige Mole! Da standen geschätzte 349857230456207608 Menschen, die alle auf das Boot warteten! Oh mein Gott…
Es kamen lauter giggelnde und laut quatschende Mädchen einer englischen Klasse, coole Jungs derselben Klasse, strahlende Fotografen, lachende Kindergesichter…aber halt SO viele…trotzdem waren wir erstaunt, es passten irgendwie alle in das Schiffchen! Klar, es wurde gut voll, aber wir gingen nicht unter.
Vera überlegte laut: „in meinem nächsten Leben verdiene ich viel mehr, dann kaufe ich uns ne Yacht, dann haben wir unsere Ruhe.“
Memo an meinen ImnächstenLeben-ToDo-Zettel: schön Acht geben, wo Vera wiedergeboren wird und Weg kreuzen!

Ich dachte an Yachten und Liegeplätze in Häfen…gutes Essen und Sternegucken…hachja…
Öhm…aber apropos Liegeplatz…
„Haben wir eigentlich ein Parkticket gezogen??“
Vera wurde blass.
„……………..“
Och nee. Wir waren beide so froh, einen Parkplatz gefunden zu haben und dann noch die Sache mit dem Bus…dann hatten wir endlich alles Zeug umhängen und waren einfach losgestiefelt! Oh weia…Parken ohne Parkschein war in Italien teuer…aber jetzt war es nicht mehr zu ändern.
Das Schiff legte bei Riomaggiore wieder ab.
Weiter ging es nach Manarola,
wo nicht ganz so viele Menschen einsteigen wollten, aber auch durchaus einige. Auch die passten noch! Die Fahrt an der Küste entlang mit der Sonne im Rücken war einfach wunderschön. Bombenwetter, gute Laune…und ein toller Ausblick ließ Pisa im Regen fast vergessen.
Plötzlich knatterte es in der Luft. Ein Heli flog vorbei, an der Leine etwas Großes…

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Wir überlegten, ob er etwas anlieferte (Baustelle) oder einen Supermarkt auf dem Berg versorgte oder ob das ein Hilfepaket für etwas war…interessant! Heraus bekommen haben wir es nicht.
Das Schiff hielt es wie wir: es fuhr an Corniglia vorbei.

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Warum?? Warum war Corniglia auf dem Stiefmutternplatz?
Die Lage erklärte es. Man konnte es nicht wirklich nah anfahren mit dem Auto (halt wie die meisten anderen der Dörfer auch) und musste weit laufen. Man konnte es mit dem Schiff nicht wirklich anfahren, kein touristischer Steg, mehr so etwas für Fischerboote. Dazu kam, dass es komplett ganz oben auf dem Berg thronte…und man sowohl von einem eventuellen Schiffslandeplatz als auch vom Zug aus unglaublich weit nach oben klettern musste. Vielevieleviele Stufen…Das wollten dann einfach nicht so viele.
Aber Vernazza wurde natürlich angefahren. Besonders gefielen mir zwei blaue Liegestühle auf einem Minibalkon:

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Das Bild aufzunehmen, hat mich sicher sieben, acht Versuche gekostet. Es schaukelte SO derb, dass mein Bildausschnitt eher Glückssache war. Doch nicht nur für das Fotografieren war der Seegang an dieser Stelle schwierig, auch für das Aus- und Einsteigen der Touristen! Der Bootsmann und sein Helfer standen auf dem stark schwankenden Boot Spalier und hievten sowohl die Menschen hinaus als auch hinein. Sie griffen den Leuten richtig unter die Arme, denn das Boot hatte eine kleine Stelle, an der das Geländer aufhörte, aber der Handlauf des Festlandes noch nicht begann. Bei der Schaukelei kein Kinderspiel. Doch alle schafften es heil aufs Festland und aufs Boot.
Monterosso war die letzte Station für uns. Durch den Seegang und die vielen Menschen, die ein und ausgestiegen waren, hatte das Schiff gut Verspätung. Wir kamen um kurz vor vier in Monterosso an und um fünf ging das letzte Schiff zurück. Eine Stadterkundung kam so nicht in Frage, so beschlossen wir, nur etwas zu essen, die Sonne zu genießen und den Stadtgang auf morgen zu verschieben. Da wollten wir alle Dörfer nochmals mit dem Zug bereisen und in aller Ruhe das aufnehmen, was wir bisher verpasst hatten.
Monterosso lag wunderbar im Licht:

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und als wir ankamen, genossen auch andere gerade die Sonne und die freie Zeit:

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Wir liefen zügig zu einem kleinen Restaurant mit wunderbarem Blick und bestellten jeweils einen Gang. Bei den Italienern ist es ja so, dass man mit einer Vorspeise beginnt, dann ein erster Gang folgt, der meist Pasta enthält und dann ein zweiter Gang sich anschließt, der etwas „Hochwertigeres“ bietet, wie Fleisch oder Fisch. Danach folgt Käse oder ein Nachtisch…und man sitzt lange und spachtelt. Ich fragte mich zwar immer, wie die Menschen es schaffen, nach einem Teller Spaghetti UND einer davor gegessenen Vorspeise noch eine Hauptspeise zu essen, aber es schien möglich.
Ich bestellte noch einmal Meeresfrüchtespaghetti (also einen ersten Gang), während Vera sich für einen zweiten Gang entschied und gegrillte große Gambas bestellte. Während wir auf das Essen warteten, ließen wir uns von der Sonne wärmen und durften mal wieder feststellen, dass wir mit unseren Kameras auffielen. Diesmal beeindruckten wir einen amerikanischen Gast aus Texas zutiefst mit unserer Ausrüstung und er war begierig zu erfahren, ob wir Profis seien.
Das Essen glich der Laune der Bedienung. Es war eher mäßig. Veras Gambas waren mehr als trocken. Der Länge nach aufgeschnitten, war der Gedanke des Kochs sicher der, den Gästen das Essen dieser Krustentiere zu erleichtern…aber es staubte fast aus der Schale. Meine Meeresfrüchte konnte ich an einer Hand abzählen und auch die Olio war nicht wirklich lecker. ABER ich fand einen ganzen kleinen Oktopus in meinem Essen, spießte ihn auf und ließ ihn vor Vera herum zittern, um ihn ihr zu zeigen.
HAPPS. Weg war er.
Ich schaute entgeistert auf meine leere Gabel, Vera putzte sich genüsslich den Mund ab und hielt dann inne.
„Was ist?“
„Ich wollte dir meinen EINZIGEN Oktopus nur ZEIGEN!“
„Oups……..“
Die Situation war so bekloppt, dass wir laut lachen mussten. Vera hatte halt gedacht, ich halte ihr das zum Probieren hin, während ich mich auf den Genuss des einzigen guten Meerestieres auf meinem Teller gefreut hatte.

Nunja, natürlich habe ich ihn ihr von Herzen gegönnt („NEIN!!!!“ „Psssst…sei still…muss doch nicht jeder wissen…“ „Aber ich habe nicht…!!!!!“ „Shhht jetzt!“) und wir mussten noch lange über diese Gegebenheit schmunzeln…auch jetzt beim Schreiben wieder.
Kaum fertig gegessen, mussten wir schon wieder zum Schiff zurück, um es nicht zu verpassen. Mei, was ein Stress. Die Sonne senkte sich schon und der Bootsmann erwartete uns:
Das Heimfahren an allen Dörfern vorbei war einfach wunderschön. Das offene Meer...und die Sonne knallte orange auf die Häuschen und die Hügel (das ist NICHT getürkt und nicht zusätzlich gewärmt, nur dass das klar ist!

).
Während der Fahrt sprang ich immer wieder auf, weil Boote am Horizont erschienen, die ich erwischen wollte, während sie „durch die Sonne“ fuhren.
Ich erhielt dafür zweierlei Grinsen: belustigtes von Nichtfotografen, verständnisvolles von Menschen mit Kamera.
Zurück in Portovenere erwartete uns eine herrliche Abendstimmung:
Wir liefen zum Auto zurück, allerdings gemäßigt und fotografierend, denn WENN ein Knöllchen dran hing, dann hing es eh schon. Aber wir schienen vom Glücksgott geküsst zu sein, es war kein Zettelchen dran und bisher gab es auch keine böse Post.
Als wir die Einbahnstraße nach oben fuhren, bat ich, noch eine Runde zu fahren, um vielleicht noch einen Briefkasten zu finden, um die Karten einzuwerfen. Geschrieben waren sie schon ewig, wir hatten nur mittwochs wirklich keinen Briefkasten gefunden und donnerstags in Pisa hatte ich sie im Rucksack vergessen, den ich im Auto gelassen hatte (da war dann natürlich an jeder Ecke einer!). So bogen wir NOCH einmal die Runde ab, zur Stadt hinunter. Briefkasten? Fehlanzeige. Aber ich sah den COOP, in dem wir schon einmal eingekauft hatten. Und da wir noch Dinge brauchten, fuhr Vera spontan und auf meine Anweisung hin ins dortige Parkhaus. Wir kauften ein paar Dinge, brauchten dafür 20 Minuten und zahlten dafür vier Euro. Vier. Euro. Das war mit Sicherheit die Strafe für das Nichtbezahlen eines Tickets vorher. Trotzdem waren wir damit absolut günstiger unterwegs gewesen.
Als wir dann wieder an der Stelle oben ankamen, wo es hinunter nach Portovenere geht, wäre das Auto fast von alleine abgebogen, so gut kannte es nunmehr diese Strecke.
Dunkel wars…puuuuh, mag ich ja gar nicht. Trotzdem erspähte ich im dörflichen Nichts über La Spezia in einer dunklen Ecke einen Briefkasten!
„Stopp!“
Ich stieg aus, rannte die Straße zurück, ging zügig zum Kasten, warf meine Postkarten ein und stürzte zurück zum rettenden Auto. Für jemanden, der sich im Dunkeln eher wie ein Kleinkind verhält, das sich gerade das Knie aufgeschlagen hatte, war ich die Heldin des Abends.
Der Weg durch La Spezia war etwas abenteuerlich. Anscheinend gab es dort ein Fußballderby, das Stadion war hell erleuchtet und wir wunderten uns, dass das Polizeiaufgebot sich in Grenzen hielt. Alles war eher entspannt. Doch beim Weiterfahren erblickten wir an jeder Ecke ein Polizeiauto. Und alle parkten auf Verkehrsinseln, hell blinkend, die Beamten neben ihren Wagen, die Straßen beobachtend. Ok? Wir fühlten uns eher unsicherer als sicherer, aber der Weg nach Hause ging auch schnell zu Ende.
Endlich daheim! Der Treppenweg zu unserer Haustür war jeden Abend bei dieser Dunkelheit ein reines Abenteuer. Gott sei Dank ist keine von uns gefallen. Möglichkeiten dazu gab es mannigfaltig. Da wir erst gegen 16h Mittag gegessen hatten, waren wir um halb neun noch nicht wirklich hungrig, so schnitten wir die Maronen kreuzweise ein und gaben sie in den Backofen, um noch einen kleinen Abendsnack zu verspeisen. Die waren so richtig lecker, konnten aber auch nicht über die aufkeimende Müdigkeit und die wieder sehr harte Kälte hinweg trösten. Der Tag war lang gewesen, die Seeluft machte nun mal auch müde und bei den Temperaturen wollte man doch eher ins warme (angewärmte!) Bett…tja, es wurde halt Herbst.
*bibber*
…und IMMER noch kein Eis gegessen!!!