Soweit ich weiß, werden nur Sony-Objektive (vielleicht auch einige Minolta-AF-Objektive?) mit der genannten Funktion korrigiert. Als die Verzeichnungs- und Vignettenkorrektur noch ganz neu waren, wurden erst wenige Objektive überhaupt korrigiert, das kam erst nach und nach mit Firmware-Updates, und sollte mit neueren Kameras und aktuellen Sony-Objektiven eigentlich durchgängig verfügbar sein.
Ob die Korrekturen bei einer Kamera-/Objektiv-Kombination greifen, das kann man zweifelsfrei feststellen, wenn man zwei JPG(!)-Aufnahmen zum Vergleich mit/ohne Korrektur macht. Erst danach kann man vergleichen, ob oder welche Korrekturen am RAW vorgenommen werden.
Es gibt natürlich einige Objektive (überwiegend Festbrennweiten), bei denen der Unterschied nur gering ist, deshalb muss der Vergleich sorgfältig durchgeführt werden.
Bei Zoom-Objektiven ist es meistens so, dass sie am kurzen Ende tonnenförmig und am langen Ende kissenförmig verzeichnen, und dazwischen einen kleinen Bereich haben, in dem sie weitgehend verzeichnungsfrei abbilden.
Die Randabschattung testet man am besten bei Offenblende, weil sie hier meistens am stärksten ausgeprägt ist.
Ebenso die CAs, die werden auch meist mit dem Abblenden weniger. Das sollte man beim Erstellen der Testbilder wissen, damit es keine Trugschlüsse gibt. (Wenn man nahezu fehlerfreie Bereiche gegeneinander testet, könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass die Korrektur nicht viel oder fast nichts bringt. Daher unbedingt die kritischen Bereiche testen!)
Im Übrigen wurde hier im Thread öfter der Begriff "Verzerrung" anstelle von "Verzeichnung" benutzt. Verzerrungen sind etwas völlig anderes als Verzeichnungen, und werden von keiner Kamera korrigiert.
Verzeichnung: Abbildungsfehler eines Objektivs, meist tonnen- oder kissenförmig, manchmal auch eine Kombination aus beiden, die man dann wellenförmig nennt. Zur Korrektur müssen Messdaten des Objektivs vorliegen und ausgewertet werden.
Verzerrung: ist eine Auswirkung, bei der die Perspektive und die räumliche Anordnung von Kamera und Motiv eine Rolle spielen. Besonders störend treten Verzerrungen in den Ecken und an den Rändern von Weitwinkelbildern auf. Eine Korrektur ist manchmal per Bildbearbeitung möglich, geht aber manchmal nur auf Kosten anderer geometrischer Abbildungs-Eigenschaften.
Bitte diese beiden Begriffe nicht verwechseln, sonst gibt es Missverständnisse.
Erfahrungen:
Nachdem ich von der A700 auf die A77 umgestiegen war, hatte ich das Tamron 18-250 gegen das Sony 18-250 getauscht, weil das Sony-Zoom von den Korrekturen der A77 profitierte, die es an der A700 noch nicht gab.
Kurze Zeit später habe ich erst begonnen, in RAW zu fotografieren, und deshalb nutze ich die Korrekturfunktionen kaum noch. Das wird komplett in LR erledigt.
Den Tausch des Objektivs hätte ich mir im Nachhinein auch sparen können...
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Gruß
Gottlieb
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