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Das 50/3,5 ist meines Wissens ein Makro-Objektiv? Das sollte ohne Balgen schon 1:1 bzw. 1:2 schaffen, und mit Balgen auch mehr vergrößern.
Man braucht am Balgen eigentlich gar kein Makro-Objektiv, sondern kann mit ganz normalen Objektiven arbeiten. Bei kurzen Brennweiten wirst Du schnell an die Grenzen stoßen. Ein 28er kannst Du am Balgen vermutlich gar nicht voll ausziehen, weil zwischendrin das Motiv schon direkt auf der Frontlinse liegt, und mehr Auszug kann dann gar nicht mehr fokussiert werden. Aus diesem Grund benutzt man dann einen Umkehrring, so dass das Objektiv mit dem Filtergewinde an den Balgen angesetzt wird. Die Bajonettseite zeigt dann zum Motiv. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass Du immer Platz zum Motiv behältst. Das ist mindestens so viel wie das Auflagemaß ausmacht. Zwischen Bajonett und Motiv hast Du also mindestens 43-44 mm. In Retrostellung sind die meisten Objektive sogar besser makrotauglich als in Normalstellung.
Aus meiner Makro-Praxis weiß ich, dass man mit den Vergrößerungsmaßstäben nicht übertreiben soll, denn die Bildqualität lässt dann wieder deutlich nach. Die vernünftige Grenze sehe ich etwa bei 5:1, auch wenn man technisch noch größere Abbildungen erzielen kann. Die Linsenauflösung lässt einfach nicht mehr Details zu.
Die Bezeichnungen SR, MC und MD bezeichnen nur die Funktionen des Bajonetts bzw. der Fähigkeiten zur Blendenübertragung und Blendenautomatik. Wenn man das nutzen will, braucht man eine Kamera mit dem alten Minolta-Anschluss.
Sobald man den Balgen oder die Objektive an einer Digitalkamera nutzt, sind alle diese Unterschiede herzlich egal, denn sie übertragen keine Funktionen und werden nicht gebraucht. Für Objektive in Retrostellung ist sogar der komplette Kamera-Anschluss egal. Bevorzugt sollte man aber Objektive mit manuell einstellbarer Blende nehmen, weil die handlicher (oder überhaupt) bedienbar sind als elektronisch gesteuerte Objektive.
Welche alten Linsen die beste Optik für Makro besitzen, dazu kann ich leider keinen konkreten Tipp geben.
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Gruß
Gottlieb
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