Die Diskussion über raw oder jpg ist oft so theoretisch, dass ich das über Jahre nicht verstanden hatte. Die 8 bit des jpgs erschienen mir vollkommen genug, denn mein Auge schafft es nicht, die 16,7 Mio. Farben, die man mit 8 bit darstellen kann, zu unterscheiden. Wa ssoll ich dann mit 12 oder 14 bit aus einem Raw?
Das Geheimnis liegt im Informationsgehalt. In vielen Bildern, die einigermaßen korrekt belichtet erscheinen, gibt es Stellen, die zu hell oder zu dunkel sind. In reinweißen Flächen gibt es keine Details mehr, ebenso in rein schwarzen Flächen.
In bunten Inhalten sind zwar Details enthalten, aber wenn man die Bilder bearbeitet, dann ist es wahrscheinlich, dass auch in diesen Bereichen nicht genügend Informationsreserven vorhanden sind, und das sieht man beispielsweise in Tonwertabrissen auf manchen Bildern, besonders dann, wenn man so seltsame Farbkanten in den Himmel bekommt, die bei der Aufnahme garantiert nicht dort waren.
Ich war jahrelang mit den jpgs aus der Kamera glücklich. Das dauerte so lange, bis ich mich einmal mit RAW beschäftigt habe, denn erst dann habe ich entdeckt, wie VIEL Info dort wirklich drin steckt. Seit ich das weiß, weine ich so manche Träne, wenn ich mir meine alten jpgs anschaue, zu denen es keine RAWs gibt.
Schau Dir einfach in den
Vergleichsbildern an, was Du mit jpg verpassen könntest, und entscheide selbst, ob Du (zumindest bei wichtigen Bildern) auch mal in RAW aufnehmen willst.