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Alt 04.12.2014, 15:35   #15
matti62
 
 
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das Gedicht ist ein trauriges Gedicht, will vielleicht auch zum Nachdenken anstoßen.

Fakt ist, dass die Tigerwelt auf einige wenige Hundert reduziert wurde und derer es wenig gibt, die sich um die Wiederansiedlung dieser Tierart in den ursprünglichen Ländern kümmern. Es gibt keine Konzepte, ähnlich den Geparden, wie Bauern einem solchem Tier begegnen können und damit sich die Population und die Habitate wieder erweitern können.

Die Folge ist, man lässt die Tierart verschwinden, da der Lebensraum für dieses Tier nicht mehr gegeben ist oder man schafft neue Lebensräume. Ganz ehrlich und hart formuliert müssten wir nach heutigem Stand diese Tierart dem Schicksal überlassen, weil es nirgendwo mehr Lebensräume gibt. Weg damit. Ohne wenn und aber.

Lasst mich ein alternatives Szenario aufbauen: Wir wollen die Tiere wieder auswildern. Die Lebensräume sind in Asien nicht mehr gegeben, also suchen wir neue Lebensräume und versuchen die Tiere bezogen auf die neue Lebensräume umzuerziehen. Gehen wird davon aus, dass das möglich ist.

Wer von Euch würde einen freilaufenden Tiger in den Wäldern bei Euch in der Umgebung akzeptieren? (in BW akzeptieren wir (Förster, Jäger, Regierung, Bauern und normale Bürger) ja nicht einmal Wildkatzen oder Luchse. Bären werden abgeschossen). Keiner, weder in Deutschland, weder in Europa, weder in Amerika noch sonst wo würde diese Tiere mittelfristig noch langfristig aussetzen.

Das ganze Gejammere mit den Zirkustigern, da gebe ich Euch recht und unrecht. Ja, ich habe in unserem Ort einen osteuropäischen Zirkus erlebt, der wirklich nicht gut mit seinem Tiger umgegangen ist. Unsere Behörden haben aber das Schicksal gedultet. In Italien habe ich einen osteuropäischen Zirkus erlebt der 2 Tiger im Einsatz hatte. Den Tieren ging es durchweg gut. Die hatten eine Freilaufzone und stand deren "Pflegern" nahe, das war schön anzusehen.

Nähe Nürnberg gibt es ein Wildtierasyl. Diese besitzen 6 Tiger in einer sehr sehr engen und sehr feuchten Umgebung hinter "fetten" Gittern unterschiedlicher "Qualität (bezogen auf den Mensch)". Auch einen Luchs. Über dessen neue vergrößerte Gitterbox bin ich mehr wie erschrocken und war innerlich ziemlich zerrüttet. Diese kümmern sich liebevoll um die Tiere und haben zu kämpfen von uns Allen finanzielle Unterstützung zu bekommen, damit die Tiere erhalten bleiben können. Leider ist dem nicht so. Die Zoos wehren z.B. ab, wegen der öffentlichen Meinung, Tiere aufzunehmen. Nürnberg könnte einen zweiten Tiger aufnehmen.... Nürnberg hat 3 Luchstiere von Pforzheim genommen, warum nicht den einen aus dem Asyl dazu? Das Luchsgehege in Nürnberg ist wunderbar.

Dieses Tierasyl hat einen osteuropäischen Zirkus mit 2 Tiger untersucht und katostrophale Umstände festgestellt. Sie wollten die Tiger bei sich mitaufnehmen. Ja wohin denn! Vom Regen in die absolute Traufe? Ich war echt erschüttert über dieses Denken der Tierpfleger. Prangern die Tierhaltung an, können aber nur eine schlechtere anbieten.

Wißt Ihr, wie Tiger nach dem deutschen Gesetz mit zunehmenden Alter behandelt werden müssen. Grausam. Beispiel: ein Jungtiger darf durch eine Person, die eine Sachkundeausbildung hat großgezogen werden. Berührt, gestreichelt, gepflegt, gehegt, gefüttert mit der Flasche. Wie bei Muttern. Das Tier hat anschließend einen vollständigen Bezug zum Menschen. "Uff-Uff" ist der Begrüßungslaut solcher Tiere, wenn sie Menschen sehen. Es steht ihm "fast" so Nahe wie eine Hauskatze. Ab einem gewissen Jahr darf der Pfleger nicht mehr in das Gehege und muss nachweislich Abstand halten. Sämtlich Zuneigung, Liebe, Pflege wird untersagt. Wisst ihr, dass das Tier dadurch traumatisiert wird? Er ist ja so gefährlich. Ja, er ist in der Form, wie wir keine Umerziehung zulassen, gefährlich. Und er wird über die Jahre wieder gefährlich.

Und dann gibt es da noch Professoren aus München, die sich als Experten über die Einsortierung von Wildtieren ausgeben und unsere Regierung beraten. Bei denen gehört z. B. die Wildkatze und der Luchse zu den gefährlichen Tieren (Tiger sehr gefährliche Tiger), aber man muss sehr darauf achten, dass man sehr von den Tieren Abstand hält. Vor einer Wildkatze..., vor einem Luchs. Dann sperrt die Hunde weg...

Noch einmal: Wir müssten akzeptieren, die Tiere an uns heranzulassen. Wir müssen akzeptieren, die Tiere auf eine andere Weise kennenzulernen. Solange da kein Umdenken bei den Behörden da ist...

Ich versuche das gerade und lerne immer mehr dazu. Und je mehr ich dazu lerne, desto fassungsloser erscheinen mir die vielen Phrasen vieler sogenannter Wissenschaftler, Politiker und Organisationen sowie derer, die manch Geschwätz letzterer aus Mitleid nachschwätzen. Aber im Alter wird man ja geduldiger

Natürlich lerne auch ich und nehme jede Kritik an und bin nicht fehlbar. Aber das Lernen macht unheimlich Spaß. Und ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefr....
und mache auch Denkfehler....

Und jetzt wird sicherlich einer fragen: Und was hat das mit dem Gedicht und dem Bild zu tun. Das Bild spiegelt das Problem keineswegs wieder. Tut mir leid. Da jammert ein Dichter in der Gegend herum ohne dem Gedicht ein Nachtrag zu geben. Armes Dichterlein.

Und speziell in der Wilhelma: Ja, der Tiger hat ein besseres Umfeld bekommen. Habt Ihr mal den Leoparden beobachtet? Er wohnt in einem tierunwürdigem "Katzenkorb" und zuckt aufgeregt zusammen, wenn der Tiger jammert. Mit wilder Entsetzen versucht er dem Geräusch nachzugehen und kann es nicht lokalisieren. Das ist tierverachtend. Darum besuche ich die Wilhelma nicht mehr. Wisst Ihr, dass es erwiesen ist, das Geparden in der Nähe von anderen Wildtieren den Nachwuchs versagen? Wie weit sind die Geparden von den Tigern entfernt?

Ich möchte auch positive Beispiel nennen: Tierpark Schönbrunn Wien: Wenn ihr die Chance habt, den Gepardenbereich im Sommer zu sichten.

Achso, Tiger sind Tiere, die mit der Nachtdämmerung aktiver werden.

Jetzt mal so rausgesprudelt aus mir . Hängt mich nicht auf....
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Geändert von matti62 (04.12.2014 um 15:50 Uhr)
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