Das einem „Kleingärtner“ bei diesem Anblick der Finger auf den Auslöser fiel, ist mir sonnenklar.
Der Schlosseingang ist scharf. Das Grüne um den Schlosseingang erscheint mir auch scharf. Die Belichtung stimmt. Diese Dinge sind schon mal auf der Haben-Seite.
Zitat:
Zitat von Kleingärtner
Was würdet ihr anders machen.
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Nach dem Betrachten der Bilder ist man immer schlauer. Ob mir diese Gedanken auch vor Ort (an Deiner Stelle) gekommen wären ? Da lege ich meine Hand nicht für ins Feuer.
Du hast aber einen großen hellen Fleck über dem Schlosseingang. Der nennt sich vermutlich Himmel. Du kennst: Zwischen 11 und 3 hat der mal Fotograf frei ?
Dieser Spruch gilt vermutlich für das Frühjahr und den Herbst, im Hochsommer passt er nicht mehr. Dieser Spruch besagt lediglich, Du hast „doofes“ Licht um die verlängerte Mittagszeit. Um den ausgebrannten Himmel zu vermeiden, musst auf anderes Wetter hoffen oder Deine fotografischen Tätigkeiten deutlich früher oder noch später starten. Dann ist die Chance größer, den Himmel nicht ausbrennen zu lassen. Oder den Aufnahmewinkel soweit senken, das kein Himmel mehr im Bild wäre. Hier wäre es möglich gewesen, denn der grüne Wall zieht sich über den Schlosseingang hinaus. Damit wäre sicherlich auch der Schlossteich stärker betont worden. Da hätte es sich sicherlich gelohnt, mal etwas mit dem Bildwinkel zu spielen
2 Dinge fielen mir aber sofort störend auf:
1. Bei einem „alles ist Scharf-Bild“ finde ich unscharfe Blätter im rechten Vordergrund störend. Bei stärkerem Abblenden hättest Du das evtl. vermeiden können. Im Hochformat hast Du diese Partie einfach weggeschnitten.
2. Meine Blicke bleiben immer wieder, an den von unten ins Bild reinragenden „Baumschösslingen“ hängen. Evtl. hätten hier 1,2 Schritte nach vorne oder zur Seite diesen, mich störenden, Vordergrund beseitigen können. Ich kenne aber die Örtlichkeit nicht. Von einem Mähen oder Umknicken spreche ich hier nicht.
Was ich mit großer Sicherheit gemacht hätte: Ich hätte den Schlosseingang nicht zentral in der Bildmitte platziert. Denn bei dem vorhandenen Bewuchs gibt eine keine klaren (Ufer-) Linien, die das Auge logisch auf die Zentrale ziehen. Im Hochkantbeschnitt des Bildes kann man das evtl. ganz gut nachvollziehen.
Ich finde es cool, wie Du auf deys kurze Sätze reagiert hast:
Sie wollen Entsättigung, sie bekommen Ensättigung.
Sie wollen Hochformat, sie bekommen Hochformat.
Sie wollen S/W, sie bekommen S/W.
Daran kann man sehr schön die Veränderung der Bildwirkung sehen.
S/W finde ich persönlich hier für nicht erstrebenswert: Es gibt keine klaren Linien/Strukturen, an denen sich das Auge festbeißen kann. Es gibt nur Millionen von unterschiedlichen Blättern, Tausende von Ziegeln und ebenso viele Dachschindeln. Das wirkt in S/W deshalb zu unruhig, zumal keine klaren Linien das Auge zum Ziel führt. Aber S/W scheint aktuell hier ganz groß in Mode zu sein.
Die entsättigte Variante spricht mich auch nicht an. Eine sommerliche Weide oder Seerosenblätter im Sonnenlicht dürfen gerne ihre satte Pracht entfalten.
Mit dem Hochformatbild hast Du bereits 2 meiner Kritikpunkt deutlich gemildert.
Hinterher bin ICH immer schlauer. Probiere bei nächsten mal ruhig auch ein paar andere Perspektive/Standorte aus und nähere Dich dem Objekt Deiner Begierde fotografisch:
Werde ich den störenden Vordergrund durch Brennweiten- oder Standort-Wechsel los ?
Wenn ich an der Aufnahmezeit nichts ändern kann, wie kann ich den ausgefressenen Himmel vermeiden ?
Suche nach Linien/Strukturen, die auf Dein Objekt Deiner fotografischen Begierde zuführen. Wenn es die nirgends zu entdecken gibt, muss man sein Motiv nicht mittig platzieren.
Sieht Hochformat besser aus als Querformat ? Bei 4qm Bewegungsspielraum und ca. 20 gemachten Bildern wirst Du trotz aller Widrigkeiten sicherlich ein Ergebnis erhalten, das auch Dich mehr anspricht.
Gruß
Frank