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Alt 24.12.2013, 00:45   #14
Excel

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Tag 6: Francois Peron National Park, Shark Bay/Eagle Bluff, Point Quobba

Damit ihr wisst, wie weit wir in den 6 Tagen gekommen sind, hier mal unser momentaner Standort am frühen Morgen. Nicht erschrecken, denn wer europäische Strecken gewohnt ist, kommt gefühlt nur sehr langsam voran


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Da wir an diesem Morgen gänzlich ungestört blieben, konnten wir unser Frühstück in aller Ruhe genießen - im Schatten, wohlgemerkt. Die Sonne brannte bereits morgens derart auf der Haut, dass man sie ohne Schutz nicht lange aushält. Und ich bin da nicht mal empfindlich. Nun setzte auch ein, was uns die nächsten Wochen begleiten sollte: Schwitzen schon am Morgen. Damit ließ auch der Wunsch nach der sonst üblichen täglichen Dusche nach. Man schwitzt ja ohnehin sofort wieder.


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Die Straße im Francois Peron NP besteht aus einer großen Straße (oder eher: Sandpiste) von Süd nach Nord, von der dann Stichstraßen zur Küste gehen. Und, schnell kommt man dort nicht voran. Überwiegend bestehen sie aus feinem, roten Sand mit kurzen asphaltierten Stücken dazwischen.


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Hier zeigt wunderbar die enorme Weitläufigkeit der australischen Landschaft, obwohl das hier gerade mal eine größere Landzunge ist.


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Wer noch nie offroad gefahren ist, wird erstmal versuchen, langsam durch den Sand zu fahren. Das schläge jedoch schnell fehl. Man fährt sich dann schnell fest, was ein durch die Tiefe des Sandes anspruchsvolles Wiederanfahren nötig macht. Außerdem folgen im Sand in kurze Folge hintereinander kleiner Berge und Täler. Wer hier zu langsam (40-50) fährt, wird mächtig durchgeschüttelt. Also lieber mehr Gas geben. Gewöhnungsbedürftig auch, dass man das Auto "machen lassen muss". Der Wagen folgt den Furchen im Sand selbstständig, wenn man das Lenkrad locker hält. Den Weg, den das Fahrzeug nach links und rechtszurücklegt, lässt sich aus dem obigen Bild bereits erahnen. Also vorsicht mit den Köpfen!
Der Versuch, immer geradeaus zu fahren, ist stets zum Scheitern verurteilt. Dafür macht das Fahren auf dem weichen Sand eindeutig mehr Spaß als auf der Straße

Nach knapp einstündiger Fahrt erreichen wir einen Strand und möchten dort baden gehen. Ja, wir wissen, dass es grundsätzlich ein Risiko ist, in Australien baden zu gehen. Aber man lebt nur einmal. Dummerweise war der Strand mit Algen bedeckt, sodass man nicht sehen konnte, wohin man tritt. Lina hätte beinahe einen Seeigel mitgenommen.


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Nach dem Ende des Bades wollte ich zurück zum Ufer. Plötzlich schreit Lina: "MARKUS! NICHT...BEWEGEN! Bleib, wo du bist!". Mein Puls rast, ich habe keine Ahnung, was vor sich geht, versuche aber trotzdem, still stehen zu bleiben. Nach einer gefühlten Ewigkeit dann die Entwarnung. "OK, komm jetzt ganz langsam zum Ufer. Da ist eine Seeschlange direkt vor deinen Füßen vorbei geschwommen. Und Vorsicht, da vorne ist auch noch ein Seeigel." Beides war nicht zu sehen von meiner Position, weil die Sonne im Wasser gespiegelt hatte. Zum Glück kann ich mich auf die Mädels verlassen

Wir verlassen den Park und fahren in Richtung Shark Bay, wo sich nach Reiseführer gut Haie beobachten lassen. Und tatsächlich, 2 Haie haben wir im flachen Wasser der Küste gesehen, daneben Schildkröten, Fischschwärme und mehrere Rochen. Zu sehen waren die Tiere am besten vom Eagle Bluff bei Hamelin Pool.


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Das mitgenommene Sigma 8-16 konnte ich hier wieder bestens zum Einfangen der Landschaften gebrauchen:


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Auch wenn das Wasser zum baden verführt hat: Das sollte man hier lieber lassen...


Da nicht nur wir 3 durstig sind, sondern auch unser Auto, steuern wir die nächste Tankstelle an. Leider sind auch in Australien die Zeiten des billigen Sprits vorbei.


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Da wir heute noch etwas Strecke machen möchten, legen wir die 300 km ohne große Pausen zurück. Im Dunkeln kommen wir auf einem kleinen Campingplatz bei den Quobba Blow Holes an und fragen uns, ob das nur ein Parkplatz oder wirklich ein Campingplatz ist. Unser australischer Nachbar mit ein paar Bierchen intus bestätigt, dass man hier übernachten kann, der Ranger käme vorbei und würde kassieren. Und tatsächlich, es gibt sogar Toiletten. Aber erstmal haben wir riesen Hunger und kochen und unter dem Gesang der brandenden Wellen leckere Nudeln in Gemüsebolognese, die anch dem anstrengenden Tag gleich doppelt gut schmecken. Während des kochens kommt unser "leicht" angetrunkener Nachbar zu uns rüber und fragt mich: "Hey guys, do you wanna see something really cool?" (Leute, wollt ihr was richtig cooles sehen?) Was das denn wäre, haben wir ihn gefragt, weil uns das Ganze nicht so ganz geheuer war.
"I can´t tell you now, ´cause I´m not sure if it´s still there" (Ich kann es jetzt nicht sagen, weil ich nicht weiß, ob es immer noch da ist). Aber warum nicht, dachten wir uns, und haben uns für nach dem Essen verabredet. Wenige Minuten später kam der Ranger auf seinem Quad über den Parkplatz gedüst und hielt bei uns an. Selten haben wir einen so netten Menschen getroffen, und auch er hatte mal wieder Zeit für einen kleinen Plausch - sehr angenehm
Er sagte uns auch, dass unser "Friend of too much beer" zwar öfter mal etwas über den Durst trinkt, aber total friedlich ist. Nachdem Essen ging es dann los, er führte uns die dunkle Straße herunter und dann bogen wir zum Strand ein. Der Ranger bleib netterweise in der Nähe, er hatte wohl gerochen, dass wir uns da nicht ganz sicher waren. Wir liefen den Strand herunter und er fing an laut zu lachen: "THERE IT IS, GUYS!"
Unzählige Krabben, die nachts am Strand schlafen, traten die Flucht zurück zum Meer an. Ohne Rücksicht auf Verluste sprinteten sie in Richtung Wasser, sogar über unsere Füße, was für laute Schreie durch Anja sorgte. Lina und ich konnten nicht mehr vor Lachen


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Danach ging es dann ins Bett, wo wir nach dem lustigen Abend zu dem Rauschen des Meeres super schlafen konnten. Morgen geht es dann zu den nahe gelegenen Blow Holes.

Geändert von Excel (24.12.2013 um 12:39 Uhr)
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