Zunächst ist EVF bei Sony nicht gleich EVF. Bei der A99 hat Sony das Problem der zulaufenden Tiefen deutlich besser im Griff als bei den anderen Suchern.
Theoretisch zeigt ein OVF das Motiv ja so wie es ist. Ich frage mich allerdings, wie man in der Praxis bei hellem Sonnenschein da noch Strukturen in den Tiefen ausfindig machen will. Das Auge adaptiert ja so, dass es nicht "übersteuert", also auf die hellsten Bildbereiche. Da sieht man dann auch durch einen keine Zeichnung mehr in den Schatten.
Hinzu kommt: Der OVF gibt ja keinerlei Aufschluss darüber, wie die Kamera das Bild aufnehmen wird. Selbst wenn man in einem optischen Sucher noch Zeichnung in den Tiefen wahrnimmt, heißt das ja noch nicht, dass das auch auf der Aufnahme so sein wird.
Da ist der EVF (zumindest theoretisch) im Vorteil: Er simuliert ja bereits vor der Aufnahme das zu erwartende Ergebnis und gibt so Hinweise darauf, ob eine Belichtungskorrektur angeraten ist. Umso mehr wenn man (wie ich) das Live-Histogramm einblendet. Das bewahrt einen übrigens auch vor ungeeigneten Kameraeinstellungen. Ist z. B. der WB zu kühl eingestellt, sieht man das sofort im Sucherbild

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Genau dieses Szenario habe ich vor dem Kauf meiner A99 ausgiebig getestet. Zunächst schien mir nämlich dabei der EVF auch deutlich im Nachhinein zu sein. Doch mitnichten: Mit dem EVF nehme ich auch noch die tiefstehende Sonne ins Sucherbild, ohne dass das fürs Auge lästig oder gar gefährlich ist.
Deutlich im Vorteil ist der EVF, wenn es dunkel ist. Im schummrigen Licht eines Wirtshauses sieht man durch den elektronischen Sucher frappierend mehr als durch einen klassischen Spiegelreflexsucher. Gar nicht davon zu reden, dass bei den APS-C-SLTs das Sucherbild deutlich größer ist als bei ihren Pendants mit EVF. An den kleinen, recht dunklen Guckkasten der Nikon D7100 musste ich mich gerade erst wieder gewöhnen.
LG
Martin