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Zitat von lantian
...Das Schwenken wird ja gerade in Räumen für das indirekte Blitzen wichtig und so müsste ich doch stets eine Belichtungszeit unterhalb der HSS-Grenze suchen. Klappt das denn immer? Was sind eure Erfahrungen damit?...
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Sofern mit "unterhalb der HSS-Grenze" eine längere Verschlusszeit gemeit ist: ja (klappt immer).
HSS benutze ich zum Aufhellen insbesondere in Gegenlichtsituationen. Das kann auch in geschlossenen Räumen sinnvoll sein, z. B. das Motiv steht vor einem hellen Fenster.
Mit dem Blitz versuche ich dann das Gesicht soweit aufzuhellen, dass es keinen Scherenschnitt mehr darstellt. Dafür blitze ich direkt - alternativ könnte man auch Aufheller (z. B. eine Styropurplatte als Lowcostmittel) verwenden, sofern man Zeit und ggf. auch Personal dafür zur Verfügung hat.
Indirekt würde ich in diesen Fällen eher nicht blitzen, da dann z. B. die Augenhöhlen gerne einen Schatten haben, da das Licht von der Decke reflektiert wird, also von schräg vorne oben kommt statt frontal. Dieser "Boxer nach der 5. Runde Look" ist meist unerwünscht.
Hinzu kommt (wie hier schon erwähnt wurde), dass die Leitzahl (Blitzstärke) bei HSS-Einsatz drastisch nach unten geht. Das liegt daran, dass der Blitz nicht nur einmal 100% (oder weniger) auf einen Schlag an Leistung liefern muss, sondern über möglichst viele Blitze hintereinander eine Art Dauerlicht erzeugen muss.
Lt. Wikipedia rutscht die Lichtleistung hierdurch bei 1/8000stel Sek. Belichtungszeit auf rd. 2 - 3% - das wäre ausgehend von LZ 60 (bei direktem Blitz) ungefähr LZ 11. Je länger die Belichtungszeit wird, um so höher kann die effektive Leistung des HSS-Blitzes sein.
Das liegt daran, dass bei einem Schlitzverschluss eine Belichtungszeit kleiner als die Synchronzeit dadurch erzielt wird, dass nur noch ein Schlitz über den Sensor läuft - der Verschluss läuft also bei z. B. 1/8000stel Sek. also nicht schneller als bei z. B. 1/250stel Sek ab (wenn das möglich wäre, hätte man auch eine entsprechend kurze Biltzsynchronzeit), sondern durch den "Trick mit dem Schlitz" wird sichergestellt, dass der Sensor nur sowiel Licht erhält, als wäre er mit 1/8000stel Belichtungszeit belichtet worden. Ist der Schlitz nur 1/2 so groß, wie der Sensor, halbiert sich die Lichtmenge = der Lichteinfall auf den Sensor entspricht 1/2 der Blitzsynchronzeit.
Je schmaler der Schlitz (=je kürzer die eingestellte Belichtungszeit), um so öfter muss der Blitz blitzen, damit eine gleichmäßige Belichtung des Sensors erreicht wird. Das kostet (sehr viel) Leistung.
Das Niveau des eingebauten Blitzgerätes liegt so um die LZ 10 bis 12 bei direktem Einsatz und reicht z. B. bei Iso 100 und Blende 5,6 für bis zu 2 m Entfernung.
Bei indirekter Belichtung hat das Licht einen noch größeren Weg zurück zu legen (hoch an die Decke und wieder nach unten zurück) und es gibt auch noch hefitge Lichtverluste bei der Reflektion von der Decke (die Decke wirft keine 100% des einfallenden Lichts wieder zurück). Natürlich könnte man das durch ein Hochschrauben der ISO und eine Reduzierung der Blende irgendwie hinbekommen - der Hintergrund (im Beispiel das Fenster) ist dann aber sowas von überbelichtet, dass das Bild keinen guten Eindruck mehr machen würde.
HSS und indirekt über die Zimmerdecke blitzen ist meiner Meinung nach
a) nicht notwendig (mir ist zumindest keine Anwendung dafür bekannt)
b) beim jetzigen Stand der Technik nicht sinnvoll machbar.
vlG Manfred