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Alt 29.10.2012, 15:25   #5
Neonsquare
 
 
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Eine Alternative, die ich auch immer wieder gerne empfehle ist "PhotoLine" (http://pl32.de). Das kostet knapp 60€ und ist eine recht schlanke, kleine Software. Trotzdem haben die Entwickler den Anspruch einen Ersatz für z. B. die Adobe CS Produktreihe zu bieten. Diesem vielleicht zuerst hoffnungslos erscheinenden Ansatz erreichen sie dabei erstaunlich gut; insbesondere gemessen an Preis-/Leistung. Weite Teile der Software sind auf professionellem Level.

Als Ersatz für Photoshop bietet PhotoLine selbst recht neue Features wie Content-Aware Resize, "Objekt entfernen" usw. Auch das altbekannte "Verflüssigen" gibt es, allerdings in einer meiner Meinung nach besser realisierten Variante (komplett nichtdestruktiv). Überhaupt sind nahezu alle Filter und Funktionen als nichtdestruktive "Arbeitsebenen" realisiert - das ist so ähnlich wie eine flexiblere und allgemeingültigere Mixtur aus "Einstellungsebenen" und "Smart Objects". PhotoLine kommt auch mit 16Bit/Kanal und 32Bit/Kanal klar, bietet Lab und HIS und kann Photoshop-Dateien lesen und schreiben und Photoshop-Plugins nutzen.

Wo ist Photoshop besser? Manche Filter liefern teils etwas bessere Ergebnisse in Photoshop - z. B. bei Verläufen, wo Photoshop noch mehr mit Dithering arbeitet um Banding zu vermeiden - da ist mitunter Mehrarbeit bei PL nötig. Die Oberfläche von Photoshop wirkt auch etwas moderner - was nicht immer besser sein muss. Manche Werkzeuge - z. B. die Freistellungstools - funktionieren bei Photoshop noch ein wenig "magischer" (sorry). Last-not-Least kommt man natürlich um Photoshop nicht herum, wenn absolute Kompatibilität gefragt ist: Also z. B. bei der Interaktion mit anderen Adobeprogrammen oder bei Programmen die PSD als Austauschformat nutzen (z. B. Apple Aperture). Der Photoline-PSD-Import versteht mehr Features als der Export - d.h. Dinge wie Arbeitsebenen, Ebenengruppen bestimmte Filter usw. sind nicht nach PSD exportierbar ohne das sie in Pixeldaten umgerechnet werden.

Man kann mit PhotoLine auch theoretisch Bilder verwalten - wobei das eher so ähnlich wie mit "Bridge" funktioniert und weniger wie bei Lightroom oder Aperture.

Ebenso hat PhotoLine einen RAW-Konverter integriert - da wurde auch in letzter Zeit einiges getan, so dass die Ergebnisse sich tatsächlich sehen lassen können. Allerdings ist die Rauschfilterung noch nicht zeitgemäß - da hilft vielleicht ein Photoshop-Plugin.

Über die letzten Jahre war PhotoLine für mich ein nahezu vollwertiger Ersatz für Photoshop, Illustrator und Acrobat. Erst vor kurzem habe ich der Verlockung eines unverschämt günstigen Photoshop-Deals nachgegeben und eine aktuelle Lizenz von Photoshop CS6 erworben. Mit positiven und negativen Effekten: Toll ist, dass ich nun aus Aperture heraus PSD-Dateien öffnen kann und dabei mittels "Smart Objects" alles nichtdestruktiv bleibt. Bescheuert ist jedoch vieles im Umgang mit diesen Smart Objects und Vektordaten. Wenn man also nicht noch zufällig Illustrator dazu nutzt, dann ist vieles wieder recht umständlich gelöst. Da ist PhotoLine mit seiner vollständigen Integration von Pixel und Vektor in einer Anwendung wirklich angenehmer und die PLD-Dateien sind deutlich kleiner als Photoshop-Dateien mit "Smart Objects". Nur Leider kann ich in Aperture nur PSDs verwalten und der PhotoLine-PSD-Export ist zu verlustbehaftet.

Alles in allem ist PhotoLine für 60€ ein wirklich krasses Schnäppchen mit erstaunlichem Leistungsumfang (deutlich mehr als z. B. "Photoshop Elements"!). Die Entwickler reagieren ungewöhnlich schnell auf Sonderwünsche - manchmal gibts Tage später schon ne Beta mit einem entsprechenden Feature. Der direkte Kontakt über das dortige Forum ist da sehr hilfreich.

DISCLAIMER:
Ich bin selbst lediglich ein (größtenteils) zufriedener Kunde und habe keinerlei geschäftliche Beziehungen zu den PhotoLine-Entwicklern.

Geändert von Neonsquare (29.10.2012 um 15:30 Uhr)
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