Zitat:
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Zitat von Dana
... und zack, war Tino mal wieder weg, Cache suchen. „Lest mich einfach vorne an der Straße auf, ich bin da dann irgendwo!“
Ok… Wir fuhren los, an der Straße lang, Tinos Namen laut rufend. Keine Antwort. Wir winkten die anderen beiden Autos vor und ließen sie schon fahren, da wir ja keine Ahnung hatten, wo Tino nun steckte. Bald
waren die Autos außer Sichtweite, wir fuhren laut rufend am Straßenrand mit Tempo 2km/h und irgendwann etwas später sahen wir auch Tinos Schopf in der Ferne auftauchen.
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Ja, der Konvoi wurde auf diese Weise getrennt und ich fuhr Richtung vorher vereinbartem Treffpunkt voraus, Thomas und Jutta hinter uns her. Nach einiger Zeit ging es wieder auf einer Single Track Road weiter, die sowohl durch die Kurven als auch durch die Aufs und Abs stark an eine Achterbahn erinnerte.
Besagter Treffpunkt sollte ein Parkplatz ganz am Ende der Straße sein, von dort wollten wir zu Fuß weiter gehen. Den von Dana beschriebenen Parkplatz an den "Wasserfällen unten" hatten wir auch gesehen und uns gefragt, ob denn hier schon das Ende der Straße sei. Dann haben wir aber gesehen, dass es doch noch weiter ging und so sind wir noch ein paar Meilen weiter bergauf gefahren, um dann eine viertel Stunde später den Parkplatz am Eingang des Glen Nevis zu erreichen. Wir rechneten alle damit, dass Dana, Gottlieb, Tino und Erw, nein Örwin, so 5 - 10 Minuten später eintrudeln würden. Weit gefehlt. Nach einer halben Stunde begannen wir uns Sorgen zu machen und so beschloss ich, nach ihnen zu suchen. Ich fand sie dann fröhlich herumspringend und fotografierend an besagten unteren Wasserfällen. Mit einem leicht vorwurfsvollen Ton machte ich zunächst Gottlieb und dann Dana darauf aufmerksam, dass wir anderen doch oben warten würden

. Daraufhin meinte Dana, sie hätte mir doch eine SMS geschrieben. Ja, dort unten bei den Wasserfällen konnte ich sie dann auch lesen - oben war halt kein Empfang gewesen. Kann ja mal passieren, ich war schon mal froh, dass ich alle heil wiedergefunden hatte

. Nachdem ich dort unten auch noch ein paar Bilder gemacht hatte,
fuhr ich wieder hoch zu den anderen, um ihnen mitzuteilen, dass die Vermissten bald nachkommen würden und dass wir ruhig schon mal vor laufen sollten. Jutta, Biggi und Thomas taten dies auch, Rieke und ich entschlossen uns, noch ein wenig zu warten und Gegend zu fotografieren - Gegend haben die ja genug dort

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Das gab mir zudem Gelegenheit, meine Füße mal wieder ins Wasser zu stellen und den Wassergeist zu fotografieren - bei mir schreit er gerade:
Und hier Rieke bei der Wassergeistjagd:
Danach liefen wir dann doch los, weil Dana, Gottlieb, Tino und Örwin immer noch nicht angekommen waren. Am Eingang zum Glen stand eine Informationstafel, auf der zu lesen war, dass nach 1 km die Wasserfälle zu sehen sein würden. 1 km? Das geht doch. Also munter drauf los marschiert, zunächst ein recht einfacher Weg, dann über ein paar Steine. Die Steine wurden größer, der Weg steiler, an manchen Stellen mussten wir über schräge Felsplatten herunter fließendes Wasser überqueren. An einer Stelle teilte sich der Weg. Links ging es weiter nach oben, Richtung Wasserfälle, rechts ging es hinunter zum Fluss. Von dort kam uns Thomas entgegen, berichtete uns, was es dort zu sehen gebe und dass die zwei Frauen bereits umgekehrt seien. Auf Riekes und meiner Entgegnung, dass dies nicht sein könne, weil sie uns auf unserem Weg hierher nicht begegnet waren, meinte Thomas trocken: "Dann hab ich wohl meine Frau verloren". Ein paar hundert Meter weiter den oberen Weg entlang, sahen wir dann aber Juttas rote Jacke. Sie und Biggi waren tatsächlich noch ein Stück dieses Weges gegangen, was wirklich eine tolle Leistung war, denn das Geläuf wurde immer schwieriger. In meinem Reiseführer wurde der Weg ja als "kindgerecht" beschrieben: "Einfache, viel begangene Tour auf recht steinigen Wegen". Die Untertreibung des Jahrhunderts.
Jutta und Biggi kehrten dann um, ein paar Kehren weiter auch Thomas. Rieke und ich gingen stur weiter, manchmal gibt es einfach einen "Point of no return". Und wir wurden belohnt. Und wie wir belohnt wurden. Nach einer Kurve tat sich das Tal vor uns auf, sonnenbeschienen, weitläufig und am rechten Ende sahen wir den Wasserfall. Hier mal ein Pano des Tals:
Ich kann verstehen, dass manche diesen Anblick als nicht beeindruckend empfinden. Mir und sicher auch Rieke ging es in diesem Moment ganz anders. Nachdem man sich solch eine Aussicht durch das Gehen eines anstrengenden und teils wirklich gefährlichen Weges erarbeitet hat, ist das schon ein besonderer Moment, dann da zu stehen und den Anblick zu geniessen.
Um direkt an den Wasserfall zu gelangen, mussten wir noch eine Drahtseilbrücke überqueren - tooooootal gefährlich, quasi unter Einsatz unseres Lebens haben wir uns darüber gehangelt:
Ich musste natürlich auch hier wieder mit den Füßen ins Wasser

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Übrigens: Alle Gewässer, in denen ich mit den Füßen war, habe ich mittels meines Fußschweißes als meinen Besitz gekennzeichnet. Muss mich nur noch mit den Schotten einig werden
Während des Rückwegs fing es wieder an zu regnen und die Steine und Felsbrocken, der gesamte Weg wurden glitschiger, wir schafften es aber sicher bis zurück. Fast. An einer der letzten Bachüberquerungen war Rieke ein wenig unaufmerksam und stolperte. Er hatte noch die Kamera in der Hand, die dann auch hörbar auf dem Boden aufgeschlagen ist. Zum Glück ist ihm nichts passiert und die Kamera hat auch nur ein paar kaum sichtbare Schrammen abgekriegt.
Dieser Tag und das hier Erlebte gehören zu meinen schönsten Erinnerungen an diese Reise.