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Alt 12.08.2011, 09:04   #15
Neonsquare
 
 
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Was man bei der Performance bei Aperture bedenken muss ist, dass es konzeptionell eben sehr anders arbeitet als klassische Bildbearbeitungsprogramme. Flexibilität kostet bei Computerprogrammen generell stark Ressourcen und Aperture ist offenbar auf maximale Flexibilität ausgelegt. Es gibt kein "Öffnen" oder "Schließen" von Bildern - also muss Aperture jederzeit bei Bedarf die Bilddaten des gerade mal schnell selektierten Bildes bereithalten. Bei z. B. 24MP-RAW-Dateien schonmal kein leichtes unterfangen. Außerdem sind die ganzen Anpassungen "Nicht-destruktiv" - das bedeutet nichts wird wirklich an den Bilddaten des Originals geändert, sondern es wird Live eine Vorschau aus dem Original mit allen Anpassungen berechnet. Je mehr Anpassungen man hat, desto aufwändiger ist das. Dann sind einige der Filter - wie "Definition" oder aber RAW-Feineinstellungen wie "Schärfe" generell einerseits sehr rechenaufwändig - andererseits aber auch massiv davon abhängig, das man das Ergebnis schön durch hin und her des Schiebereglers begutachten möchte. Hier mal ein paar Tipps:

1) Die magische "P"-Taste
Auch wenn Aperture den Nutzer nicht durch strikt getrennte, modale Bereiche wie "Entwickeln" und "Verwalten" einschränkt, ist es sinnvoll nicht ständig zwischen Retusche- und Ordnungswut hin- und herzuspringen. Wenn man schnell viele Bilder sichten und einordnen will, dann sollte man mit der "P"-Taste die schnelle Vorschau aktivieren. Dann spart Aperture massiv Ressourcen beim vorausberechnen der Bilddaten, die sonst bei jedem Bildwechsel erfolgt. Man kann so sehr schnell zwischen den Bildern wechseln.

2) Die schnelle Vorschau benutzt hochauflösende Vorschaubilder
Die Größe und Kompression dieser Vorschaubilder lässt sich in den Apertureeinstellungen festlegen. Indem man dort eine kleinere Bildgröße und/oder niedrigere Qualität einstellt, kann man die "schnelle Vorschau" nochmal beschleunigen. Es passen dann mehr Vorschaubilder in den dafür reservierten Arbeitsspeicher und die kleinen Dateien sind auch schneller geladen. Wer allerdings oft stark in das Bild hineinzoomen möchte, der kann auch die Größe der Vorschaubilder auf "Originalbild" setzen und kann dann sogar bei der "schnellen Vorschau" mit "Z" sehr schnell in eine 100%-Ansicht zoomen.

3) Viel Arbeitsspeicher hilft, indem mehr Daten vorgehalten werden können
4GB sollten es mindestens sein - 8GB oder 16GB machen sich deutlich bemerkbar. Die Illusion, dass alle Bilder bereits geöffnet zur Verfügung stehen funktioniert in Aperture eben durch ein intelligentes Cachen im Hintergrund. Wenn da mehr (Cache-)Speicher da ist funktioniert das einfach besser.

4) Fremdanwendungen schließen, oder zumindest ausblenden
Bei manchen Nutzern sammlen sich dutzende Safari, Finder und andere Fenster an, ohne das sie irgendwann mal geschlossen werden. Viele geöffnete Fenster kosten Systemressourcen - unter anderem beim Grafikkartenspeicher. Da Aperture transparent MultiCores der CPU und Grafikkarten benutzt, kann man sich durch viele unnütze Fenster auch ganz gut die Performance killen. Ich habe zwar das Gefühl, das Lion das bereits deutlich besser managed - aber generell ist es eine gute Idee während der Aperture-Sitzung nicht unbedingt massiv viele andere Fenster rumliegen zu haben.

5) Das Aktivitätsfenster im Auge behalten
Aperture macht viel im Hintergrund selbst bei Bildimporten oder -exporten kann man parallel dazu einfach weiterarbeiten. Aperture zeigt die Aktivitäten netterweise im "Aktivitätsfenster" an. Dort kann man sie nicht nur beobachten; man kann die Aktivitäten auch pausieren oder gar abbrechen. Viele der Hintegrundprozesse kann man auch über die Einstellungen deaktivieren (z. B. Gesichtererkennung, Vorschaubildberechnung). Gerade DualCore-Rechner profitieren davon, dass man besonders Rechenintensive Hintergrundprozesse wie die Gesichtserkennung nicht parallel zu Anpassungen an Bildern laufen lässt.

6) RAW+JPEG Workflow
Wer gerne in RAW+JPEG schießt, der kann ebenfalls profitieren. Man kann einstellen ob das RAW oder das JPEG als Original voreingestellt sein soll. So kann man jedes frisch importierte Bild erstmal als JPEG rendern lassen - was deutlich schneller geht. Möchte man bei einem Bild mehr rausholen, dann switcht man per Kontextmenü schaltet man die Grundlage des Originals schnell nach RAW. Aperture rendert dieses Bild sofort anhand der RAW-Bilddaten neu. Auch beim Importieren kann man Zeit sparen: Im Importdialog kann man wählen, dass erstmal nur die JPEGs importiert werden sollen. Diese kann man dann sehr schnell sichten und auswerten. Die Schlechten werden einfach gleich gelöscht. Im Anschluss geht man nochmal auf importieren und importiert automatisch nur die mit den JPEGs übereinstimmenden RAWs. Diese RAWs werden dann dem jeweiligen Bild zugeordnet.

7) Trick: Schneller Vergleich stark angepasster Arbeitskopien
Bei stark angepassten Bildern ist es manchmal schwer die Wirkung einer bestimmten Anpassung zu überprüfen, weil das neurendern zu lange dauert. Eine einfache Lösung dafür ist, sich ad hoc eine neue Arbeitskopie anzulegen und bei einer Arbeitskopie die Option ein und beim anderen auszuschalten. Dann kann man beide Bilder rendern lassen und im Anschluss mit den Cursortasten schnell zwischen beiden hin- und herwechseln. Die zusätzliche Arbeitskopie kann dann schnell wieder gelöscht werden.


8) Bibliothekspflege
Manchmal liegen Performanceprobleme auch an kaputten Bibliotheken oder schlicht an starker Fragmentation. Hier hilft dann eine Reparatur der Bibliothek mit den in Aperture bereitgestellten Werkzeugen. Die Fragmentation kann man durch Kopieren in eine frische Partition oder durch spezielle Defragmentierungsprogramme (z. B. iDefrag) lösen.

Gruß,
[neon]

Geändert von Neonsquare (12.08.2011 um 09:10 Uhr)
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