Thema: Äthiopien
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Alt 05.06.2011, 00:30   #26
wus

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Einen Tag haben wir einen Ausflug von Lalibela nach Yemrehanna Krestos gemacht. Dort ist eine Kirche zwar nicht aus dem massiven Felsen gehauen wie in Lalibela, steht aber in einer Höhle und gilt somit auch als Felsenkirche.

Schon auf dem Weg dorthin sind uns Massen von Pilgern in "Pilgermobilen" entgegengekommen.

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Leute auf LKWs sieht man in anderen afrikanischen Ländern ja häufiger, in Äthiopien aber, wo es extrem wenig motorisierte Fortbewegung gibt ist das fast schon als Luxus anzusehen. Also es waren wohl Pilger die sich's leisten konnten. Wir haben sonst ja auch immer wieder Pilger gesehen die auch weit ab von den den nächsten Ortschaften zu Fuß unterwegs waren, an diesem Tag aber kaum - das liegt wohl daran dass es von Lalibela einen kürzeren Fußweg nach Yemrehanna Krestos gibt ("nur" 42 km laut Reiseführer), wir mit dem Auto in dem bergigen Gelände aber einen großen Umweg fahren mussten.

Das letzte Stück zur Höhle hoch muss man laufen, auf diesem "beschwerlichen" Weg (naja, für ältere Leute, für uns war's 'n Klacks) gab es dieses "Traditional Coffee House".

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Vor und in der Höhle dann viele Pilger und nur wenige andere Touristen.

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In der Höhle, aber vor der eigentlichen Kirche predigten abwechselnd 4 Priester über Mikrofon und Lautsprecher, ...

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... dazwischen führten Pilger einen Tanz um eine große Trommel auf:

http://www.youtube.com/watch?v=WfWrRO8A8ZM

Innen sah die Kirche ähnlich aus wie die Felsenkirchen in Lalibela.

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Im Unterschied zu denen gab's aber im hinten in der Höhle einen abgetrennten Bereich wo die Gebeine zahlloser Gläubiger aus mehreren Jahrhunderten, die hier sterben wollten rumliegen.

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Vor der Höhle tröpfelt's, in der Regenzeit gibt es hier wohl einen mittleren Wasserfall. Die Pilger fangen das Wasser auf und bieten es einem auch freundlich an wenn man näher kommt.

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---------- Post added 05.06.2011 at 19:27 ----------

Auf dem Rückweg zum Auto sahen wir diese Frau die vor ihrer Hütte Hopfen zum Trocknen ausgebreitet hatte. Das sahen wir später noch öfters, anscheinend trinken die Äthiopier außer Kaffee auch ganz gern Bier. Es gibt auch Brauereien im Lande die mit Hilfe deutscher Brauereitechnologie Bier brauen und verkaufen, aber da sich viele Äthiopier das nicht leisten können brauen sie eben selbst.

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Was wie eine Distel auusieht ist eine weitere Kulturpflanze: eine Sonnenblume.

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Und was wie brachliegendes, sehr karges Ackerland aussieht ist ein bebautes Sonnenblumenfeld.

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Die Blumen werden abgeschnitten, zusammengetragen und gedroschen. Was rauskommt sieht 1:1 aus wie die Sonnenblumenkerne die's auch bei uns zu kaufen gibt.

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Nachdem wir diese Dresch-Stelle gesehen hatten wussten wir auch endlich was die hellen Flecken waren die wir vom Flugzeug aus vielerorts gesehen hatten.

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Auf dem Rückweg nach Lalibela legten wir in einem kleinen Dorf ein Stopp ein.

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Vor den Hütten wieder Getreide und Hopfen...

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... oder auch Chilis, aus denen die Äthiopier eine höllisch scharfe Paste, das Beriberi machen.

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Leider haben wir nie Teff zu sehen gekriegt, das Getreide mit dem kleinsten Korn der Welt aus dem die Äthiopier ihr Brot, die Injera-Fladen machen. Hätte ich schon gerne mal gesehen (und fotografiert). Vermutlich wächst Teff im Bergland nicht. Wie ich gelesen habe ist Teff eins der ursprünglichsten und auch eins der gesündesten Getreide. Je nach Beilage hat uns das Injera auch sehr gut geschmeckt.

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