[Ich beziehe mich hier nur auf die Äusserungen der ersten vier Forenmitglieder, nicht auf den Artikel (den ich noch nicht gelesen habe)]
Alles muss ausprobiert und versucht werden können, ja. Voraussetzung ist allerdings, dass man sein Handwerk beherrscht, also die Gesetze der Fotografie kennt und
weiss, wann, warum und
zu welchem Zweck man dies oder das ausser Acht lässt bzw den Gesetzmässigkeiten entgegen
einsetzt. Ein Plädoyer für das
Zufallsprodukt ist das nicht!
Bei einem Schriftsteller, der sich das Schreiben und Formulieren erarbeitet hat und sich vornimmt, einen Roman aus 800 Wörtern zu schreiben, kommt
möglicherweise ein literarisches Kunstwerk heraus. Bei einem Quasi-Analphabeten, der kaum mehr als 800 Wörter kennt, ist das aber
mit Sicherheit nicht der Fall!
(Selbst massenweise inszenierter Beifall ändert daran nichts: in der Malerei und der Bildhauerei wird seit 100 Jahren flächendeckend der Dilettantismus in den Himmel gehoben und als
"Moderne" verkauft, wobei das - sehr schwierige und beileibe nicht jedem Talentierten gegebene - Erlernen selbst einfacher Grundlagen so gut wie überall abgeschafft und unterbunden worden ist (nach dem Konzept: Man braucht keine Regeln mehr, das Konzept von einem Werk ist schon das Werk selbst... also das, was vorher zur stinknormalen
Vorarbeit gehörte, der Entwurf, den es erst umzusetzen galt - mit manchmal (und bei wenigen) tollem, in der grossen Mehrheit aber mittelmässigem Ergebnis. Daran mass sich, wer Künstler war, und wer -
bei allem Können
-
nur ein talentierter Handwerker).
Der Stand heute? Was wirklich möglich sein
könnte, weiss derzeit kein Mensch, weil keiner es mehr lernen
kann. Was an Entwicklungen und Erfindungen möglich sein könnte, bleibt im Königreich der Blinden unbekannt, da der Einäugige, selbsternannt - samt Höflings- und Absahnerindustrie - das Sagen hat und... verwaltet)
Erst das Können erlaubt es, Nuancen und Zwischentöne so zu setzen, dass das Ergebnis
für den Fotografen, den Maler, den Pianisten etc reproduzierbar, also einsetzbar ist. [EDIT: Und erst da
beginnt die Kunst]