moin,
ich glaube, wir müssen erst mal ein paar grundlegende Missverständnisse ausräumen:
Ein normales (gonomonisches) Objektiv bildet im Idealfall (Lochkamera) die Aussenwelt "flach" ab. Ein Bogen Papier mit Karomuster sähe auf dem Bild "quadratrisch" aus, wie in der Realität.
Das kann aber (Trigonometrie lässt grüßen) nur bis zu einem gewissen Grenzwinkel gelingen, der liegt real um ca. 120° diagonal entsprechend etwa 12-13mm an Kleinbild-Vollformat. Schon deutlich vorher gibt es am Rand des Bildfeldes eine immer stärker sichtbare Streckung, die Karos des Papierbogens sind am Rand also größer als in der Mitte und nicht mehr quadratisch. Es ist im Prinzip dasselbe Problem, wie bei flachen Karten der Erdoberfläche.
Ein Fisheye versucht gar nicht erst, das Bild zu entzerren. Alle geraden Linien, welche nicht durch die optische Achse gehen (Bildmittelpunkt) werden gekrümmt, am Rand schließlich zum Kreis. Das Bild eine Blattes Karopapier sieht etwa so aus, als ob man es auf eine Kugel (oder ein anderes stark gekrümmtes Rotationsellipsoid) aufgezogen hätte.
Nun zu den realen Objektiven:
das minolta AF 16mm f/2.8 Fisheye und das Sony SAL16F28 Fisheye sind bis auf die Beschriftung (und vermutlich die Vergütung) identisch. Dieser Linsensatz wurde von minolta schon 1969 für das MC Fisheye Rokkor 16mm f/2.8 zu Zeiten der SRT-101 entwickelt und das Vollbild-Fisheye war damals eine Neuheit. Es gibt auch eine Version mit Leica-R-Bajonett unter Leitz-Label (made by minolta) davon.
Dieses Fisheye bildet die Welt vor der Frontlinse auf ein kreisrundes Bild mit 43mm Durchmesser ab, davon nimmt eine Kleinbildkamera einen rechteckigen Ausschnitt aus der Mitte, dessen Ecken gerade den Rand des Kreises berühren. Der diagonale Bildwinkel beträgt also 180°. Horizontal und erst recht vertikal sind es weniger, aber immer noch mehr als bei jedem realen gonomonischen Objektiv.
Auch alle anderen 16mm-Vollbild-Fisheyes bilden genauso ab, das minolta ist quasi das Original/der Archetyp dieses Objektivtypus.
Das Zenitar verwendet auch diese Abbildungsprojektion,
rein geometrisch liefert es ein dem minolta/Sony sehr ähnliches bis praktisch identisches Bild.
Ein (meines Wissens aktuell nicht existentes) Fisheye mit 23mm Bildkreisdurchmesser, welches dann komplett rund auf das 24x36mm² große Bildfeld des Kleinbildfilmes/VF-Sensors passen würde, hätte 7,5mm Brennweite. Zu Zeiten des manuell zu fokussierenden minolta-SR-Bajonetts gab es ein solches Objektiv. Nikon hatte sogar 6mm-Objektive mit 220° Bildwinkel, die werden aber auch schon ewig nicht mehr hergestellt.
Das 8mm Samyang von Jörg(Joshi_H) verwendet offenbar eine andere Projektion, denn es liefert bei 8mm Brennweite ein Kreisbild von geschätzt 30mm Durchmesser, es ist also unmöglich, damit entweder ein echtes Kreisbild oder ein formatfüllendes Bild hinzubekommen. Nikon hatte ein 8mm Fisheye mit 24mm Kreisbild, es liegt also nicht an der Brennweite, sondern an der verwendeten Projektion. Bei Film -Diarahmen!- war das sehr knapp, daher hat minolta 7,5mm und 23mm Bildkreis verwendet, Canon übrigens auch.
zu meinen Bilder:
ich hatte extra darauf hingewiesen, dass ich die Bilder, auf denen die extreme Verzeichnung nicht sofort auffällt, besonders interessant finde und daher hier gezeigt habe. Wer die Aufnahmeorte kennt, sieht sofort, wie stark die Verzerrung ist!
Funbilder mit übertriebener Perspektive und massiven Verzeichnungen werden schnell langweilig, und dafür sind die Fisheyes einfach zu teuer.
Bilder, welche die deutlich sichtbare Verzerrung bildwirksam nutzen, sind schwierig zu gestalten. Da braucht es Übung und geeignete Motive, beides findet man nicht an jeder Ecke

Ich übe und suche auch noch ...