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fermoll 08.10.2010 16:49

Die Verantwortung des Naturfotografen
 
Als Biologe mit ethologischem Hintergrund (mein Prof. war einer der Nachfolger von Konrad Lorenz in Seewiesen) kann ich mich im Vergleich mit Fritz Pölking mit Rebels Art der Tierfotografie nicht anfreunden.
Der Betrachter sollte mal mit den Leopardenbildern vergleichen. Werkstattbuch-2, Fotografieren zwischen Tag und Traum. Vor allem die Zweifel Pölkings ob der Verwendung von Rotlicht und Blitzlicht stehen im krassen Gegensatz zum Ansatz Rebels.

Das Eindringen in den inneren Lebensraum der Tiere mit dem Ziel, immer spektakulärere Fotos zu machen, lehne ich ab.

Gummikatze 08.10.2010 21:02

Hallo,
hast du dir deinen Link mal näher angeschaut???
Ich glaube nicht, dass eines von Bennys Foto die Tiere wirklich gestört hat. Das kann man in den dazugehörigen Filmen ziemlich gut sehen. Gestresstes Getier sieht anders aus.
Gruß
Gisela

steve.hatton 08.10.2010 21:51

Zitat:

Zitat von fermoll (Beitrag 1085215)
Als Biologe mit ethologischem Hintergrund (mein Prof. war einer der Nachfolger von Konrad Lorenz in Seewiesen) kann ich mich im Vergleich mit Fritz Pölking mit Rebels Art der Tierfotografie nicht anfreunden.
Der Betrachter sollte mal mit den Leopardenbildern vergleichen. Werkstattbuch-2, Fotografieren zwischen Tag und Traum. Vor allem die Zweifel Pölkings ob der Verwendung von Rotlicht und Blitzlicht stehen im krassen Gegensatz zum Ansatz Rebels.

Das Eindringen in den inneren Lebensraum der Tiere mit dem Ziel, immer spektakulärere Fotos zu machen, lehne ich ab.

Irgendwie irritiert mich der Beitrag.
Du widersprichst der Philosophie von Benny Rebel und bringst Herrn Pölking, der eben auf dem von Dir genannten Link mit Blitzlicht alles mögliche in Afrika photographiert und dabei "unterstellt", dass diese Tiere dadurch nicht gestört würden.

Oder verstehe ich da was falsch.

Conny1 08.10.2010 22:03

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1085340)
Irgendwie irritiert mich der Beitrag.
(...)

Jetzt sind wir schon mindestens zu dritt. :roll:

Dicker Daumen 09.10.2010 00:23

Zitat:

Zitat von steve.hatton (Beitrag 1085340)
Irgendwie irritiert mich der Beitrag.
...

Mich auch!
Kann man denn überhaupt erahnen, was uns Ferdi sagen möchte?

usch 09.10.2010 02:01

Zitat:

Zitat von Gummikatze (Beitrag 1085325)
Ich glaube nicht, dass eines von Bennys Foto die Tiere wirklich gestört hat.

Möglicherweise interpretiere ich die Körpersprache falsch. Aber zum Beispiel die Herrschaften hier
http://www.benny-rebel.de/images/pho...eopard_004.jpg
http://www.benny-rebel.de/images/pho...l_Lynx_021.jpg
http://www.benny-rebel.de/images/pho...l_Bird_047.jpg
sehen für mich alle nicht gerade amüsiert aus. Tut mir leid, teilweise hat es mir wirklich keinen Spaß gemacht, die Serien anzuschauen, obwohl zweifellos tolle Aufnahmen dabei sind.

Man könnte ja mal in die Fußgängerzone gehen und wildfremden Leuten die Kamera 20 Zentimeter vors Gesicht halten, das gibt bestimmt auch spektakuläre Fotos. :mrgreen:

ViewPix 09.10.2010 06:24

Zitat:

Zitat von usch (Beitrag 1085427)
Man könnte ja mal in die Fußgängerzone gehen und wildfremden Leuten die Kamera 20 Zentimeter vors Gesicht halten, das gibt bestimmt auch spektakuläre Fotos. :mrgreen:

Das sollte man dann einen dressierten Gorilla machen lassen, dann wirds richtig spektakulär :top:
Okay es reicht auch ein Kostüm wie im Film Männer http://www.smilies.4-user.de/include..._happy_001.gif

fermoll 09.10.2010 09:47

Zitat:

Du widersprichst der Philosophie von Benny Rebel und bringst Herrn Pölking, der eben auf dem von Dir genannten Link mit Blitzlicht alles mögliche in Afrika photographiert und dabei "unterstellt", dass diese Tiere dadurch nicht gestört würden.
Ich glaube nicht, dass Pölking etwas unterstellt, sondern er führt aus, dass er das vielfach auch schon zu Hause ausprobiert hat. Aus seinen Fotos ersehe ich, dass die Leoparden von Rot- und Blitzlicht nicht gestört wurden, sonst wäre das Jungtier nicht so frei herumgetollt, das normalerweise bei Gefahr in seiner höhle verschwindet (Paviane oder sich auf einen Baum flüchtet (Löwen und Hyänen). Vor allem der Text zu dem Eulenbild macht das deutlich.Das steht im krassen Gegensatz zur Aggression, die viele Tiere auf Rebels Fotos deutlich machen. Ich glaube z.B., dass Rebel auf Galapagos kaum eine Fotoerlaubnis bekommen würde, da es dort verpönt ist, den Tieren zu nahe zu kommen. Es geht sogar so weit, dass Besucher, die sich nicht an die sehr strengen Regeln halten von den Inseln verwiesen werden.

---------- Post added 09.10.2010 at 12:46 ----------

Zitat:

hast du dir deinen Link mal näher angeschaut???
Ich glaube nicht, dass eines von Bennys Foto die Tiere wirklich gestört hat. Das kann man in den dazugehörigen Filmen ziemlich gut sehen. Gestresstes Getier sieht anders aus.
Hallo Gummikatze

Ich glaube eher, Du solltest Dir Pölkings Artikel mal genauer ansehen, vor allem was er zu dem Verhalten des Leoparden dem Auto gegenüber und den Masai ausführt. Eine Leopardin und auch ein Löwe, die Angriffsverhalten zeigen, sind hochgradig gestresst, sei es, dass ihnen der Fluchtweg abgeschnitten ist oder sie eine Beute oder ihre Jungen zu verteidigen haben.

Peter-GBW 09.10.2010 18:11

Ich glaube, man muss mal zur Kenntnis nehmen, dass die fotografierten Tieren (zumindest die in Afrika) in einem Tierreservat leben. Die sind nicht komplett wild und solche Fotos entstehen in der Regel unter kontrollierten Bedingungen. Anders geht das mit überschaubarem Aufwand auch nicht. Man kann jahrelang durch den Krügerpark fahren ohne jemals einen Leoparden zu sehen. Und wenn man einen sieht, dann sicherlich nicht in einer fotogenen Pose. Die meiden nämlich den Menschen! Es ist unmöglich einen vollständig wilden Leoparden oder Geparden mit 35 mm formatfüllend zu fotografieren! Entweder er ist schon lange weg oder wehrt sich!
In den Videos sieht man auch, dass die Krokodile angefüttert wurden. Ich finde das auch gar nicht schlimm, anders geht es nicht und die Fotos sind auch so toll! Auch die Fotos und Filme von National Geographic und BBC Wildlife entstehen so. Man soll nur nicht so tun, als wäre das im strengen Sinne Wildlife und man wäre ständig in Lebensgefahr.....:(

fermoll 09.10.2010 19:13

Zitat:

Es ist unmöglich einen vollständig wilden Leoparden oder Geparden mit 35 mm formatfüllend zu fotografieren! Entweder er ist schon lange weg oder wehrt sich!
Genau das finde ich schlimm, wenn ich an das Oktokopterbild des Leoparden denke. Die Mimik ist ausgesprochen aggressiv. Denkbar ist folgende Situation. Auf dem Baum befindet sich der Nachwuchs, den es gegen dieses surrende Monstrum zu verteidigen gilt.
Unter dem Baum befindet sich der Mensch, den der Leopard in der Gefährlichkeit nicht einordnen kann (Pölking: Menschen im Auto und Masai im vorigen Beitrag). Der Fluchtweg, vor allem mit dem Nachwuchs, scheint also abgeschnitten. Für das Tier also allerhöchster Stress. Wenn man dann bedenkt, dass z.B. in dem von Pölking dokumentierten Beispiel von den ca. 12 Kindern von Half Tail oder Paradise nur drei erwachsen geworden sind, trägt ein solches Fotografenverhalten sicherlich nicht zur Verbesserung der Überlebenschancen der Tierart bei. Das sollte sich mal der Themenersteller vor Augen halten, dessen Anliegen nach seiner Aussage die Erhaltung der Tierwelt ist. Wenn er aber nach seiner Aussage sich mit dem Verhalten der Tiere nur auseinandersetzt, welches Angriffsverhalten selbige zeigen und wie man diesem begegnen kann, ist er für mich als Tierfotograf eine Null.

Meine letzte Aussage möchte ich mit R.'s Siegerbild bei Glanzlichter 2004 stützen.
Schützende Mutter

Schon hier scheint mir der Abstand zu den Tieren zu gering und der Stress für das Muttertier zu groß. In Anbetracht der Tatsache , dass diese Tiere in ihrem Bestand extrem gefährdet sind , in meinen Augen eines verantwortungsbewussten Tierfotografen unwürdig.


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