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Oldy 06.01.2008 13:18

Bildbearbeitung unter Linux
 
Hallo,

nachdem ich nun fast gänzlich auf Linux umgestiegen bin, archiviere und bearbeite ich meine Fotos natürlich auch unter Linux.
So richtig zufrieden bin ich allerdings nicht. Es gibt unter Linux alles, was man zur Bildbearbeitung braucht, leider nicht unter einer Haube.
Ich archiviere unter Digikam. Die Archivierungsfunktion ist gut, lediglich kann man nicht mal eben ein Foto in Digikam laden, sondern muss es erst in ein Album ablegen. Mich stört das.
Die Bildbearbeitungsfunktionen von Digikam sind gut und mit den Plugins auch erweiterbar. Das Programm bietet eigentlich alles, was man braucht und ist vor allem schnell.
Krita habe ich auch ausprobiert und es wäre mein Gimp-Ersatz gewesen, wenn es nicht stellenweise so elendig langsam wäre. Schade eigentlich.
Gimp hat alles, was das Herz begehrt und noch einiges mehr, wenn, da nicht die abstruse Oberfläche und die doch teils kryptische Bedienung wäre. Da verstehe ich die Programmierer nicht, die immer neue Funktionen einbinden, es aber nicht schaffen, dem Programm eine vernünftige Oberfläche und übersichtliche, logische Menues zu verpassen.
In Sachen Raw nutze ich Lightroom, auch wenn die Arbeitsgeschwindigkeit zu wünschen übrig lässt. Letzteres hält mich auch davon ab, dieses hervorragende Programm zur kompletten Bildbearbeitung zu nutzen.
In Sachen HDR nutze ich gelegentlich Qtpfsgui, was eigentlich einen guten Tonmapper hat, aber ab und an es nicht schafft, mehrere Fotos deckungsgleich übereinander zu legen. Da ist dann schon das HDR unscharf. Leider fehlt eine Korrekturfunktion wie sie Photomatrix besitzt. Das ist oft sehr frustrierend.
In Sachen Drucken habe ich mich damit abgefunden, dass ein Randlosdruck mit Gutenprint nicht möglich ist, also lasse ich aus belichten.

Es ist eigentlich schade, dass man drei oder vier Programme benutzen muss, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Hier hat Linux noch Nachholbedarf. Vor allem bei Gimp sind jede Menge Perlen vor die Säue geworfen worden.

Wie und womit arbeitet ihr unter Linux in Sachen Bildbearbeitung? Habe ich möglicherweise etwas noch nicht entdeckt?

lg
Oldy

der_Spandauer 06.01.2008 13:34

Zitat:

Zitat von Oldy (Beitrag 585767)
Wie und womit arbeitet ihr unter Linux in Sachen Bildbearbeitung? Habe ich möglicherweise etwas noch nicht entdeckt?

Einer der Gründe warum ich zum Mac geswitch habe ;)

Stellt man keine großen Ansprüche reicht Gimp, ich empfehle es zumindest jeden. Egal ob er mit OSX, Linux oder gar Windoof arbeitet.

Willste eine einigermaßen vernünftige Hardwareunterstützung, 16Bit, Farbmangament, schnelle Bearbeitung und das ganze ohne wochenlang How-Tos zu büffeln, bist Du mit Linux leider (noch nicht) am Ziel.
In ein paar Jahren evtl.

BodenseeTroll 06.01.2008 13:37

Raw Therapee gibt es auch in einer Linuxversion. Anschauen lohnt sich.

co2 06.01.2008 14:12

Zitat:

Gimp hat alles, was das Herz begehrt und noch einiges mehr, wenn, da nicht die abstruse Oberfläche und die doch teils kryptische Bedienung wäre. Da verstehe ich die Programmierer nicht, die immer neue Funktionen einbinden, es aber nicht schaffen, dem Programm eine vernünftige Oberfläche und übersichtliche, logische Menues zu verpassen.
Wenn du noch Version 2.2 benutzt, dann solltest du dir mal 2.4 ansehen, da hat sich punkto Uebersichtlichkeit einiges getan, perfekt ist es bei weitem noch nicht, aber deutlich besser. Daneben sind einige schöne neue Funktionen (Healing Brush z.B.) dazugekommen.

Zitat:

In Sachen Raw nutze ich Lightroom, auch wenn die Arbeitsgeschwindigkeit zu wünschen übrig lässt. Letzteres hält mich auch davon ab, dieses hervorragende Programm zur kompletten Bildbearbeitung zu nutzen.
ufraw (ufraw.sf.net) ist sicher einen Blick wert, wenn du ohnehin schon digikam benutzt kannst du eventuell auch dessen RAW Fähigkeiten benutzen.

Zitat:

In Sachen Drucken habe ich mich damit abgefunden, dass ein Randlosdruck mit Gutenprint nicht möglich ist, also lasse ich aus belichten.
Da benutze ich Photoprint: http://www.blackfiveservices.co.uk/photoprint.shtml Randlosdruck ist übrigens eher eine Domäne von Cups als von Gutenprint, schau mal http://localhost:631 an.

Zitat:

Es ist eigentlich schade, dass man drei oder vier Programme benutzen muss, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Hier hat Linux noch Nachholbedarf. Vor allem bei Gimp sind jede Menge Perlen vor die Säue geworfen worden.
Das enspricht der Philosophie, use the right tool for the job. Z.B. ufraw und Gimp arbeiten so gut zusammen, dass man dahinter nicht unbedingt zwei Programme vermuten würde. Das ist was ich an Linux geniesse, ich kann aus einer Gruppe immer das Programm auswählen welches mir am besten passt, kann es austauschen wenn etwas besseres am Horizont auftaucht und bin nicht an irgendeinen Moloch gebunden der irgendeinen Prozess aufzwingt, den ich gar nicht will.

Zitat:

Willste eine einigermaßen vernünftige Hardwareunterstützung, 16Bit, Farbmangament, schnelle Bearbeitung und das ganze ohne wochenlang How-Tos zu büffeln, bist Du mit Linux leider (noch nicht) am Ziel.
Die Hardwareunterstützung von Standardkomponenten (inkl Grafiktreiber und Wlan) ist inzwischen unkomplizierter als unter Windows, nach der Installation benötigt man eine Handvoll klicks und alles läuft ohne umständlich Treibercds zu nutzen.
Anders sieht es bei spezieller Hardware und brandneuen Teilen aus, da ist weiterhin Handarbeit gefragt.

16 bit hast du z.B. in Krita und ufraw, Gimp hat es recht konkret in Planung, benötigt aber noch seine Zeit.

Farbmanagement ist seit Gimp 2.4 kein Fremdwort mehr, digikam, ufraw und andere können es auch.

Deine Argumente sind inzwischen teilweise überholt, vielleicht Zeit wieder mal ein Linux anzuschauen? ;)

Edit: Rechtschreibefehler

gnupublic 06.01.2008 17:16

Unter Linux lohnt sich auf jeden Fall ein tiefer Blick auf bibble. Das kann nun auch seit einiger Zeit die A700 und läuft meines Erachtens unter Linux sogar etwas fixer als unter Windows.

Beste Grüße
gnupublic

Oldy 06.01.2008 20:03

Zitat:

Zitat von gnupublic (Beitrag 585925)
Unter Linux lohnt sich auf jeden Fall ein tiefer Blick auf bibble. Das kann nun auch seit einiger Zeit die A700 und läuft meines Erachtens unter Linux sogar etwas fixer als unter Windows.

Beste Grüße
gnupublic

Schon richtig, tolles Programm.
Doch ich möchte im Moment unter Linux für Software kein Geld ausgeben. Das habe ich unter Windows zu oft getan.
Linux hat genug freie Software und jeden Tag kommt neue hinzu. Ich bin da optimistisch, das in Zukunft meine Bedürfnisse gedeckt werden. Solange arbeite ich mit mehreren Programmen.

lg
Oldy

Basti 06.01.2008 20:39

Ich habe zwei Jahre mit KUbuntu gearbeitet, ich hab es wahnsinnig gerne gemocht :-) Kennst du GimpShop? Das hatte ich installiert und fand es richtig gut. Es ist im Grunde nur ein Skin für Gimp, sieht dann aber Photoshop sehr ähnlich.
Basti

der_Spandauer 06.01.2008 20:53

Zitat:

Zitat von co2 (Beitrag 585815)
Die Hardwareunterstützung von Standardkomponenten (inkl Grafiktreiber und Wlan) ist inzwischen unkomplizierter als unter Windows, nach der Installation benötigt man eine Handvoll klicks und alles läuft ohne umständlich Treibercds zu nutzen.
Anders sieht es bei spezieller Hardware und brandneuen Teilen aus, da ist weiterhin Handarbeit gefragt.

WLAN mit WPA2 würde ich nicht als speziell bezeichnen. Ohne Handarbeit geht da bei einigen Distributionen nichts.
Oder mein KVM-Switch, Betrieb unter Linux (xorg-xserver) nicht möglich! Meine Einstellungen werden schlichtweg ignoriert! Statt 1280x1024 läuft alles mit 1024x768, und das bei einen LCD. Problem ist bekannt, eine Lösung nicht
Das ist Plug-and-Pray unter Linux.
Gegenbespiel ist mein Scanner: Billige Hongkongware, vor Jahren der blanke Horror das Ding zum laufen zu bringen. Eines Tages lief das Ding wie von selbst. Applikation geöffnet und statt einer Fehlermeldung kam eine Vorschau nach ein paar Sekunden... ich bin beinah vom Stuhl gefallen :)

Zitat:

Zitat von co2 (Beitrag 585815)
16 bit hast du z.B. in Krita und ufraw, Gimp hat es recht konkret in Planung, benötigt aber noch seine Zeit.

Die 16bit Unterstützung ist seit Urzeiten ein Thema bei Gimp.
dcraw ist leider sehr Langsam und Grundlage für alle Opensource RAW-Entwickler, und das Ergebnis fand ich nicht so toll. Evtl hätte ich hier mehr Zeit und Mühe investieren sollen.


Zitat:

Zitat von co2 (Beitrag 585815)
Farbmanagement ist seit Gimp 2.4 kein Fremdwort mehr, digikam, ufraw und andere können es auch.

Schön, nur meinen Monitor kann ich immer noch nicht Kalibieren, keine offizielle Linux Unterstützung. Colorvision hatte was für den Spyder 2 auf Anfrage. Nun gibt es den Spyder 3 und wie siehst mit Linux aus? Offizell wieder nur Mac/Win. Siehe auch hier
Was nutzt ein Farbmangament, wenn der Monitor alles verbiegt? Und die anderen Ausgabegeräte wollen evtl auch noch irgendwie Kalibriert oder Profiliert werden.

Zitat:

Zitat von co2 (Beitrag 585815)
Deine Argumente sind inzwischen teilweise überholt, vielleicht Zeit wieder mal ein Linux anzuschauen? ;)

Ich schau mir jeden Tag Linux an, sehr schön für Server, auch bei speziellere Jobs immer wieder eine Freude. Desktop: Surfen, Mail, Chatten, Office geht alles auf einen relativ hohen Niveau.
Andere Themen wie Bildbearbeitung sind in meinen Augen Baustelle, ähnlich wie Videoschnitt etc. zumindest mit OpenSource Lösungen. Payware, wie Bibble, habe ich noch nicht ausprobiert.

Gotico 06.01.2008 20:57

Also unter Linux arbeitet es sich seht gut mit folgender Kombi:

Bibble + GIMP + TurboPrint.

Bibble und Turboprint kosten zwar Geld, aber das müsstest Du für dein Windows auch ausgeben. Hier hast Du halt das OS umsonst und bezahlst dafür in solide Software.

(Okay, okay. Viele Raubkopierer tun sich immer etwas schwer mit dieser Argumentationsschiene ;))

Ansonsten kann ich jeden beruhigen, der Angst vor mangelnder Hardwareunterstützung hat. Mittlerweile laufen sogar Lappis supergut. Zum Teil sogar mit Webcam, Bluetooth, etc. und das alles "Out of the Box". Ohne Treiber-Orgie wie unter Windows.

See ya, Maic.

Oldy 06.01.2008 22:25

Zitat:

Andere Themen wie Bildbearbeitung sind in meinen Augen Baustelle
So sehe ich das auch (noch).

Ich bin auf Linux umgestiegen (im Moment PCLinuxOS2007), um dieser Zahlerei aus dem Weg zu gehen. Was passiert denn da?
Ich kaufe eine Version 2.0 für 300 Euro. ein halbes Jahr später gibt es die Version 2.5 und ich bekomme diese Gnädigerweise zum Preis von 300 Euro als Update, weil die neue Version mittlerweile 400 Euro kostet. Klasse.
Da warte ich lieber auf eine neue GNU-Version und hoffe das Beste.. Da ich kein Profi bin und mit den Bildern kein Geld verdiene, kann ich mir das leisten.

Ich bin sicher, dass Linux auch auf dem freien Sektor in naher Zukunft in Sachen Bildbearbeitung mit Win und Mac gleichzieht.

lg
Oldy


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