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charlyone 18.02.2026 21:32

Exif Datei u.a. löschen u. eigene Signatur weg?
 
Hallo Zusammen,
keine Ahnung ob diese/s Frage/Thema hier hingehört?:zuck:

Ich benötige mal wieder euer Schwarmwissen!

Es ist eigentlich eine Streitfrage zwischen einen Freund und mir:

Wenn ich die EXIF, IPTC und XMP Datei lösche, ist dann meine Signatur komplett verschwunden?
Da gibt es auch noch u.a. eine JFIF Datei verschwindet diese auch und mit ihr meine Signatur?
Bei den neuen Kameras ist auch schon ein KI Schutz integriert, wie funktioniert dieser bzw. ist er aufgebaut?
Kann man ein Foto überhaupt von seiner persönlichen Signatur befreien?

Vielen Dank für euere Antworten
Charly

charlyone 24.02.2026 13:12

Hmm, niemand hat eine Antwort dazu?

usch 24.02.2026 15:12

Zitat:

Zitat von charlyone (Beitrag 2337724)
Hmm, niemand hat eine Antwort dazu?

Im Gegenteil ... zu viele Antworten und zu wenig Zeit, um alles aufzuschreiben. ;)

Zitat:

Zitat von charlyone (Beitrag 2337519)
Wenn ich die EXIF, IPTC und XMP Datei lösche, ist dann meine Signatur komplett verschwunden?

Was ist denn überhaupt die Aufgabenstellung?
  1. Verhindern, dass jemand ein Foto trotz Anonymisierung zu dir als Fotograf zurückverfolgen kann?
  2. Den Urheber eines irgendwo gefundenen Fotos ermitteln?
  3. Verhindern, dass jemand dir ein Foto unterschiebt, das du gar nicht gemacht hast?
  4. Verhindern, dass jemand eins deiner Fotos als sein Werk ausgibt?

Und was für eine "Signatur" meinst du? Grundsätzlich kann ja nichts in den Metadaten stehen, was du nicht selbst hineingeschrieben hast. Wenn du also deinen Namen nicht in der Kamera hinterlegst, keine Standortdaten speichern lässt und auch deine Bildbearbeitungs-Software keine Urheberinformationen, dann ist da auch nichts drin. Und natürlich kannst du alles auch nachträglich wieder aus den Fotos löschen. Mit Exif, XMP, IPTC und ggf. dem JPEG-Kommentar solltest du alles Relevante erwischt haben.

Man darf dabei halt nur nichts vergessen. Ich habe letztens ein paar Fotos rausgegeben, bei denen ich eigentlich nicht namentlich in Erscheinung treten wollte und alle Metadaten entfernt habe – aber ich hab nicht daran gedacht, dass im Bild selber klar und deutlich mein Wasserzeichen mit Namen und Jahreszahl zu lesen war. :doh:

Dann gibt es noch den forensischen Aspekt, also Informationen, die mit "normalen" Mitteln nicht zugänglich sind, aber mit genügend Aufwand eventuell herausgekitzelt werden können. Wenn man ein Bild z.B. per USB-Stick erhält, können da noch unsichtbare Datenreste dranhängen. Bei einem Download aus dem Internet dagegen sollte nach dem letzten Byte auch wirklich Schluss sein. Umgekehrt kann man natürlich auch absichtlich Dinge in einer Bilddatei verstecken (Steganografie, unsichtbare Wasserzeichen, oder in einer JPEG-Datei einfach ein beliebiger Datenblock hinter dem EOI-Marker).

Zitat:

Da gibt es auch noch u.a. eine JFIF Datei verschwindet diese auch und mit ihr meine Signatur?
JFIF ist die Abkürzung für JPEG File Interchange Format. Jede JPEG-Bilddatei (üblicherweise mit der Endung *.jpg, manchmal auch *.jpeg oder *.jpe) ist eine JFIF-Datei. Wenn du die löschst, sind die Informationen natürlich weg. Das Bild allerdings auch. ;)

Zitat:

Bei den neuen Kameras ist auch schon ein KI Schutz integriert, wie funktioniert dieser bzw. ist er aufgebaut?
Ich weiß jetzt nicht, was du mit "KI-Schutz" meinst. Einige der neuen Sony-Kameras können Bilddateien kryptografisch signieren. Damit lässt sich nachweisen, ob das Bild nachträglich manipuliert wurde oder noch unverändert ist, so wie es aus der Kamera kam. Mit Urheberschaft oder KI hat das erst mal nichts zu tun.

Zitat:

Kann man ein Foto überhaupt von seiner persönlichen Signatur befreien?
Siehe meine Eingangsfrage – es kommt immer auf die Zielsetzung an. Wenn du z.B. ein Bild auf Facebook hochlädtst, dann musst du sogar noch extra Aufwand betreiben, damit du für andere Benutzer als Urheber erkennbar bleibst und die Information nicht verloren geht. Wenn aber jemand deine Wohnung durchsucht und die Festplatte mit den zugehörigen RAW-Dateien findet, dann nützt es überhaupt nichts, aus den veröffentlichten Bildern alles gelöscht zu haben. :zuck:

charlyone 15.03.2026 19:47

Hallo Usch,
Sorry, habe jetzt erst Zeit, dir für deine Antworten und Hinweise zu danken :top::beer:

Es war eigentlich eine Streitfrage zwischen einem Fotografen und mir.

Also passt in diesem Fall deine Frage:

@Usch: 4. Verhindern, dass jemand eins deiner Fotos als sein Werk ausgibt?

Ich erzählte ihm, dass bei einem anderen mir bekannten Fotografen ein auf Facebook oder Instagram veröffentlichtes Foto geklaut wurde!
Dieser daraufhin bei sämtlichen Fotos ein sichtbares und klares Wasserzeichen quer im Foto als Schutz anbringt!

Er (mit dem ich in Streitfrage lag) meinte daraufhin, dies wäre nicht möglich, da eine Signatur (Metadaten) auch in der Datei (Jpeg) hinterlegt und nicht entfernbar ist und somit
klar dem Fotografen zugeordnet werden könnte. Deshalb verzichtet er auch auf ein Wasserzeichen in seinen Fotos, da dies sowieso nicht gut aussieht und schlecht für Werbezwecke ist!

Meine Anmerkung dazu war, daß man diese o. g. Metadaten garantiert aus der Datei (Jpeg) entfernen kann!

Usch du hast jetzt zum Schluss auch noch dies geantwortet:

@Usch: Siehe meine Eingangsfrage – es kommt immer auf die Zielsetzung an. Wenn du z. B. ein Bild auf Facebook hochlädst, dann musst du sogar noch extra Aufwand
betreiben, damit du für andere Benutzer als Urheber erkennbar bleibst und die Information nicht verloren geht.


Ich verstehe deine Antwort so, dass die Metadaten in der veröffentlichten Fotodatei in Facebook oder Instagram automatisch nicht mehr vorhanden sind, oder!?
Also macht es doch Sinn, ein sichtbares Wasserzeichen ins Foto zu implementieren, damit man es dem Fotografen zuordnen kann!

Ich habe auch schon ein paar Fotos rausgegeben, bei denen ich namentlich nicht in Erscheinung treten wollte, alle Metadaten entfernt und natürlich auch mein Wasserzeichen!
Deshalb weiß ich eigentlich schon, wie diese entfernt werden. Wollte mich darüber allerdings noch genauer erkundigen, ob wirklich alle entfernt sind!

Vielen Dank für deine Ausführung und noch einen schönen Sonntag,

Charly

usch 16.03.2026 01:06

Zitat:

Zitat von charlyone (Beitrag 2338258)
Ich verstehe deine Antwort so, dass die Metadaten in der veröffentlichten Fotodatei in Facebook oder Instagram automatisch nicht mehr vorhanden sind, oder!?

Facebook rekomprimiert alle hochgeladenen Bilder, um Speicherplatz zu sparen. Ursprünglich sind dabei auch alle Metadaten verloren gegangen. Das hat ihnen aber juristischen Ärger eingebracht, denn das eigenmächtige Entfernen eines eventuell vorhandenen Urhebervermerks ist ein Verstoß gegen das UrhG. Deshalb bleibt seit einiger Zeit zumindest die Exif- und IPTC-Copyright-Angabe erhalten.

Damit haben sie allerdings nur ihren eigenen Kopf aus der Schlinge gezogen, denn natürlich kann jeder nach dem Herunterladen eines Fotos die Metadaten selber löschen.

Zitat:

Also macht es doch Sinn, ein sichtbares Wasserzeichen ins Foto zu implementieren, damit man es dem Fotografen zuordnen kann!
Na ja, auch ein sichtbares Wasserzeichen kann man letztlich wegeditieren, wenn es nicht riesengroß und quer über das gesamte Bild angebracht ist. Ein wirklicher Schutz gegen böswillige Nutzung ist das also auch nicht.

Zitat:

Er (mit dem ich in Streitfrage lag) meinte daraufhin, dies wäre nicht möglich, da eine Signatur (Metadaten) auch in der Datei (Jpeg) hinterlegt und nicht entfernbar ist und somit klar dem Fotografen zugeordnet werden könnte. Deshalb verzichtet er auch auf ein Wasserzeichen in seinen Fotos, da dies sowieso nicht gut aussieht und schlecht für Werbezwecke ist!

Meine Anmerkung dazu war, daß man diese o. g. Metadaten garantiert aus der Datei (Jpeg) entfernen kann!
Wie ich im letzten Beitrag schon angedeutet habe, es gibt auch unsichtbare digitale Wasserzeichen, die eben nicht auf die Metadaten angewiesen sind, sondern direkt in die Bilddaten geschrieben werden und die einigermaßen robust gegen Manipulationen sind. Das sind allerdings proprietäre – und patentgeschützte – Algorithmen, für deren Nutzung man sich kostenpflichtig registrieren muss und eine entsprechende Software braucht (z.B. Imatag, Digimarc). Also nichts, was du und ich einfach so mit Bordmitteln machen könnten. Eine kostenlose Open-Source-Lösung kenne ich jedenfalls nicht.

Wenn dein Fotografenkollege dafür Geld in die Hand genommen hat, dann sind seine Fotos geschützt, aber das gilt eben nicht allgemein. Und er hätte dann durchaus ein Wasserzeichen im Foto, nur eben ein unsichtbares. ;)

HaPeKa 16.03.2026 12:03

Zitat:

Zitat von charlyone (Beitrag 2337519)
Bei den neuen Kameras ist auch schon ein KI Schutz integriert, wie funktioniert dieser bzw. ist er aufgebaut?

Dazu findest du hier ein paar Angaben:
https://authenticity.sony.net/camera/de-de/index.html

Aber ich werde nicht ganz schlau daraus. Klar ist, dass Profis so eine C2PA Lizenz kaufen und nutzen können. Dann steht aber auch:
Zitat:

Standardzertifikat

Das Zertifikat für digitale C2PA-Signaturen dient der Erzeugung digitaler Signaturen im C2PA-Format innerhalb der Kamera*1

Sony stellt ein kostenloses Standardzertifikat für digitale C2PA-Signaturen zur Verfügung.*2 Die so von der Kamera erzeugten Bilder im C2PA-Format können mit C2PA-kompatiblen Apps und Software verwendet werden, um die Bearbeitungshistorie entsprechend dem C2PA-Format aufzuzeichnen.*3

Zum Zeitpunkt der Aufnahme werden dem Bild neben der digitalen Signatur eindeutige Metadaten wie Informationen zur Kamera-Authentizität und 3D-Tiefeninformationen in Echtzeit hinzugefügt.
Tönt danach, als ob das für alle nutzbar wäre auch ohne Lizenz, da man als Nicht-Profi keine Lizenz zum Zufügen von digitalen Signaturen kaufen kann.

usch 16.03.2026 15:18

Zitat:

Zitat von HaPeKa (Beitrag 2338285)
Tönt danach, als ob das für alle nutzbar wäre auch ohne Lizenz, da man als Nicht-Profi keine Lizenz zum Zufügen von digitalen Signaturen kaufen kann.

Nein – das Zertifikat ist kostenlos, aber ohne den gekauften Lizenzschlüssel kannst du es nicht auf der Kamera nutzen, weil die Funktion nicht freigeschaltet ist.

Wenn ich den Sony-Artikel beim kurzen Überfliegen richtig verstanden habe, entspricht das kostenlose C2PA-Zertifikat kryptografisch übrigens in etwa einem selbst signierten Zertifikat bei SSL. D.h. du kannst damit alle Funktionen nutzen – z.B. nachträgliche Manipulationen nachweisen – aber es ist nicht mit einem Stammzertifikat gegengezeichnet und der Empfänger deiner Bilder kann deshalb nicht überprüfen, ob nicht das Zertifikat und damit das ursprüngliche Bild selber schon gefälscht war. Der Empfänger muss also entweder dir persönlich genug vertrauen, oder du müsstest ein Zertifikat bei einer registrierten C2PA-Ausgabestelle erwerben. Das wäre dann aber sicher nicht mehr kostenlos.


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