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kilosierra 02.08.2014 21:22

Tonwertabrisse
 
Ich brauch mal Hilfe, von denen, die grundlegende Kenntnisse haben. Im Netz habe ich noch keine befriedigenden Antworten gefunden.

Immer wieder kämpfe ich mit Tonwertabrissen. Gerade habe ich auf einem Ausdruck welche bemerkt, die mir am PC durchgerutscht sind. Das ist ärgerlich, das Motiv ist ok, der Hintergrund nicht. Ich muss endlich lernen, wie ich das vermeiden kann und wo die Ursachen zu suchen sind.

Mein Rechner ist alt und offensichtlich leistungsschwach. In LR sehe ich oft TWA's, die nach dem exportieren nicht mehr da sind. Kann das an der Rechnerleistung oder an der Grafikkarte liegen?

Wenn nach dem Export im jpg immernoch welche da sind, habe ich dann immer zu stark an den Reglern geschoben oder kann das auch andere Ursachen haben?

Ist auch der Ausbelichter eine mögliche Fehlerquelle? Sind Dienstleister, die die Dateien schneller übertragen, da anfälliger? Wenn es schneller geht, als bei anderen, ist da eine von mir nicht bemerkte Komprimierung im Spiel?

Ich hoffe, das ist erst der Anfang einer interessanten Diskussion.

Ich glaube, ich sollte da grundlegend was lernen. Helft Ihr mir?

LG Kerstin

Anaxaboras 02.08.2014 21:48

Zitat:

Zitat von kilosierra (Beitrag 1610024)
Immer wieder kämpfe ich mit Tonwertabrissen. Gerade habe ich auf einem Ausdruck welche bemerkt, die mir am PC durchgerutscht sind.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dir die Tonwertabrisse am PC deshalb durchgerutscht sind, weil sie in deinem RGB-Farbraum schlicht nicht aufgetreten sind. Sie treten erst im Gerätefarbraum des Druckers auf. Um das zu prüfen, benötigst du das Farbprofil des Druckers. In Lightroom kannst du dann mit der Softproof-Funktion prüfen, ob es zu "TWAs" kommt und ggf. entsprechend gegensteuern.

Noch besser ist es aber, in einem geeigneten Programm wie Photoshop deine Datei aus dem aktuellen Arbeitsfarbraum in den Gerätefarbraum zu konvertieren (Bearbeiten > In Profil umwandeln). Als Priorität wählst du entweder Perzeptiv oder Relativ farbmetrisch.

Auch in Photoshop kannst du ein Softproof einrichten. Falls es da zu TWAs kommt, reicht es meist, die Sättigung in den betreffenden Bereichen zu verringern (z. B. im Himmelsblau).

LG
Martin

PS: Deine alte Grafikkarte sehe ich da nicht als "Schuldigen".

gpo 02.08.2014 23:57

Moin Kerstin

es liegt NICHT am altem Rechner....
und auch kaum am Ausbelichter...

ich kann mir aber vorstellen, das du wie viele andere auch...
zu schnell und zu heftig an Reglern fummelst und dich dann>>>
von "schönen Effekten einlullen läst"...

der bekannteste Effekt das da> zu frühes Schärfen :crazy:
denn wer will schon stundenlang am Matschebildern arbeiten ;)

dazu unterscheide ich immer>
# um Bearbeitungen...die KEINE Pixel zerstören...
# und/oder Effekte zu bemühen...um sich dann zu wundern :lol:

und die Frage muss sein,
hast du ein kalibriertes System...
gehst du von JPFs aus...oder RAWs

hättest du Beispiele???
Mfg gpo

kilosierra 03.08.2014 06:48

Danke schonmal für eure Antworten.

@Martin
Da habe ich gleich wieder neue Stichwörter, über die ich was lernen muss. perzeptiv -- relativ farbmetrisch
Gestern Abend habe ich einen ersten Artikel darüber gelesen.

@gpo
Du hast eine Frage beantwortet, die ich stellen wollte, aber vergassen habe aufzuschreiben. Danke.
Welchen Einfluss hat die Bearbeitungsreihenfolge in LR. Da habe ich also auch noch sehr viel zu lernen.

Der Rechner hat ganz sicher auch eine Macke, manchmal zeigt er mir in der Vorschau ganz grässliche TWA's, die später im jpg nicht da sind.


Ich nehme alle Bilder in RAW auf, entwickle sie in LR5 und exportiere erst zum zeigen oder drucken lassen. Dass ich zu mutig an den Reglern bin ist sehr wahrscheinlich, dass macht Spass :mad:

Nein, mein System ist nicht kalibriert. Ich benutze zwei gleiche, alte Monitore (ca 3:4 fujitsu simens), die ich nach Augenmass so eingestellt habe, dass ich von den Druckergebnissen nicht allzu überrascht werde.

Das mit der Reihenfolge muss ich mir noch genauer ansehen.
Am Anfang habe ich nach Tutorial gearbeitet, ohne zu wissen warum, habe ich das Schärfen als letzten Arbeitsgang gemacht. Wenn ich ein Bild vollständig neu entwickel ist es meist immer noch so.
Oft aber übernehme ich die Einstellungen vom vorhergehenden Bild und verändere dann, das was nicht mehr passt. Da ist das Schärfen und die Rauschminderung schon drin, die werden meist auch nicht mehr verändert (ich benutze fest eingestellte ISO) und nur die Belichtung, eventuelle Filter und Pinsel, Weissabgleich, Lichter und Tiefen werden neu angepasst.
Ich übernehme meist mit "vorherige", nicht mit Syncronisieren.

Nachher versuche ich mal ein Beispiel zu zeigen.
So, jetzt muss ich erstmal raus. Vielleicht finde ich ja schlafende Libellen. :)

Lieben Dank nochmal für Eure schnellen Antworten.
Kerstin

fotomartin 03.08.2014 08:10

Wenn du nur in Lightroom arbeitest, dann ist die Reihenfolge der Bearbeitungsschritte egal. Lightroom wendet alle gemachten Bearbeitungsschritte beim Export in einer optimierten Reihenfolge an. GPO's dahin gehender Hinweis bezog sich auf Photoshop oder ähnliche klassische Bildverarbeitungsprogramme.

Beachte auch, dass häufig in der Vollbildvorschau (loupe view) Tonwertabrisse sichtbar sind, die im Entwicklungsmodul und im exportierten jpg nicht sichtbar sind! Das liegt daran, dass für den loupe view aus Geschwindigkeitsgründen die letzten Bearbeitungsschritte auf ein früher erstelltes Vorschau JPG angewandt werden - inklusive der damit verbundenen möglichen jpg-Nachteile wie Tonwertabrisse. Das erstellen einer neuen Vorschau für das Bild, oder die Betrachtung im Entwicklungsmodul schaffen da Abhilfe.

Viele Grüße, Martin

Projekt5 03.08.2014 08:47

Gpo bezog die Bemerkung zum Schärfen bestimmt darauf, daß immer erst zum Schluss geschärft wird und dann für jedes einzelne Ausgabeformart separat und sogar individuell zum Einsatzweck.
Es nützt nichts etwas bei 24MP zu schärfen, wenn es hinterher auf 6MP verkleinert wird, um es im I-Net zu präsentieren.

dey 03.08.2014 10:32

Leider ist wirklich so, dass die RAW-Konverter in der Bearbeitungsansicht mehr oder weniger schummeln und man sich tatsächlich das Ausgabeformat exportieren muss und dieses kontrollieren muss.
DxO zeigt Schärfe und Entrauschung erst ab75% +. Da kann man dann aber schon nicht Detail-Schärfe gegen Kontrast vergleichen.
50% wäre hier optimaler, finde ich.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Drucker bei Tonwertextremen Probleme bekommt, so es kein Spitzenprodukt ist.

bydey

Anaxaboras 03.08.2014 10:41

Lassen wir mal Schärfe, Kontrast etc. außen vor und reden weiter nur über Tonwertabrisse.

Kerstin,
habe ich dich richtig verstanden: Die Tonwertabrisse treten bei dir erst im Druck auf - am Bildschirm ist noch alles Bestens?

Wir gehen das jetzt mal Schritt für Schritt an, OK?

LG
Martin

guenter_w 03.08.2014 11:01

Ich kenne Tonwertabrisse bislang nur daher, dass ich im 8-bit-Modus zu heftig an den Reglern geschraubt hatte. Seitdem mache ich den Tonwertabgleich exklusiv bei 16 bit (d.h. in LR auf das RAW, bzw. im "großen" Photoshop). Tauchen beim Speichern als JPEG dann Tonwertabrisse auf, war das Schrauben zuvor wohl zu heftig...

Das spart irgendwann mal Zeit und Nerven, aber auch Geld! Mit der Zeit lernt man dann sensibler mit den Reglern zu hantieren... Investitionen in Hard- und/oder Software braucht man nicht unbedingt als "Sofortmaßnahme"!

kilosierra 03.08.2014 11:25

Hier mal ein Ausschnitt, schnell mit irfanview aus der zum Drucken exportierten Datei ausgeschnitten. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit der das Bild nochmal durch die jpg Komprimierung gejagt hat, ich habe 100% eingestellt.
Vor dem Kopf der Libelle habe ich auf dem Ausdruck sehr deutliche TWAs, viel deutlicher und grossflächiger als auf dem Ausschnitt auf dem Monitor. Auch auf meinem LR Rechner sehe ich nur sehr schwache Andeutungen von TWAs. Die sind allerdings zu erahnen, da habe ich also nicht sauber genug gearbeitet.


Bild in der Galerie

Danke für die vielen Erklärungen zur Arbeitsweise von LR. Es hilft mir sehr, zu verstehen, wie das Programm arbeitet.
Nun kann ich auch die TWAs bei der Anzeige, die verschwinden, wenn ich in den Entwicklungsmodus gehe, besser verstehen.

Mit Schärfen meine ich eigentlich das Schärfen bei der RAW Entwicklung, zum Drucken verkleinere ich ja nicht mehr, das Schärfen beim Export stand auf mattes Papier und niedrig.

LG Kerstin

PS
Ich habe gerade nachgesehen, ich hatte die Tiefen auf 95 :oops: angehoben, das ist dann wohl zu viel.
Trotzdem schade, dass ich das erst auf dem Ausdruck sehe.
Und was so ein richtiger Billiganbieter ist, ich habe da noch nie was von einem Profil für LR gesehen. Muss ich mal nachfragen, vielleicht hilft das ja.


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