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OiLinga 10.12.2020 21:22

Workflow - von Kamera zum Druck
 
Hallo Zusammen,
hätte mal eine bescheidene Frage zum Workflow meiner Fotos aus der Kamera über Photoshop/ Lightroom und anschließender Ausgabe auf einem neuen Canon Drucker auf Basis eines einheitlichen Farbmanagments.
  • Sony Alpha 7 M3
  • Photoshop/ Lightroom (letzte Version- Adobe Foto-Abo)
  • Canon G6050 Multifunktionsdrucker
  • 2 x 32 Zoll Dell U3219Q (Kalibrierung via x-rite)

Fotos werden in der Kamera als RAW mit Adobe RGB aufgenommen. Ins Lightroom und Photoshop mit Standard Farbmanagment-Settings importiert. Fotos werden im PS/LR dezent nachjustiert. Die beiden 32 Zoll Monitore, werden aller 8 Wochen kalibriert und geben meines Erachtens sehr realistische Farben wieder. Die während der Kalibrierung entstehenden Farbprofildateien werden im Windows 10 Farbprofilmanagment als Standard hinterlegt.
Drucke ich nun die Fotos auf den nagelneuen Canon G6050 auf Fotopapier mit Standardsettings oder Fotopapier Settings aus, weichen die Farben extrem stark von dem ab, was ich am Monitor sehe. Im Photshop verzichte ich aber auf die Einstellung Farbprofil vom Drucker zu verwenden und verwende das DruckManagment von Photoshop. Es sind auch verschiedene Fotopapiere ausgewählt worden. Natürlich handelt es sich hier um ein Multifunktionsdrucksystem für ca. 300 € und um keinen 1000 € Fotofarbdrucker, aber wenn ich blau erwarte und schwarz erscheint passt etwas nicht. Die Mulittintentanks des DRuckers sind übrigens korrekt befüllt! :D
Habe ich in dem Workflow irgendwo etwas übersehen? Sind die von der Kalibrierung abgelegten Farbprofile auch im PS/LR zu hinterlegen? Die Treiber und Druckereinstellungen, des sonst tadllos funktionierendem neuen Druckers habe ich x- mal durchschaut um etwas Relevantes hierzu einstellen zu können.
Was wäre noch zu tun, damit annährend die Farben so auf dem Fotopapier wiedergegeben werden wie ich es aus PS/LR erwarten würde.
Ich würde mich sehr freuen wenn es da draußen jemand gäbe, der sich mit sowas auskennt!. Weihnachtskarten und vieles mehr sind mit dem neuen zu drucken und die Post hat nur noch einen bestimmten zeitlichen Raum für Entgegennahme von Postwurfsendungen. :roll:
:D
Danke vorab

GerdS 10.12.2020 22:11

Hallo OiLinga,

ohne Farbmanagement am Drucker wird das nichts.
Der Drucker hat IMMER einen kleineren Farbumfang als der Monitor.

In LR/Photoshop gibt es die Ansicht für den Softproof, bei dem man das Papier - passend zum Drucker - auswählen muss und dann die Farbumfangswarnungen sieht. Es entstehen farbige Flächen, bei denen der Farbumfang nicht "druckbar" ist, vermutlich ist Dir das passiert, bei blau auch gerne mal Richtung schwarz.

Ich kann Dir nicht sagen, wie es mit Deinem Canon aussieht (ob Hersteller ein Farbprofil liefern), bei meinem Epson Großformatdrucker kann ich z.B. bei Hahnemühle das sehr gute Profil herunterladen und anwenden.

Solltest Du den Drucker selbst profilieren wollen, gibt es günstige, ausreichende Geräte - hab mir mal ColorMunki zugelegt - aber auch wesentlich bessere, damit Du Deinen Drucker mit Deinem Papier profilieren kannst.
Meinen ColorMunki verwende ich nicht mehr, da die bereitgestellten Profile mindestens so gut sind, wie die, mit dem preiswerten Tool, erstellten.

Wenn Du aus meiner Region kommst (D-67269), kann ich Dir gerne mal den ColorMunki leihen, damit Du Deinen Drucker mit Deinem Papier profilieren kannst.
Das impliziert natürlich, dass Du immer die gleiche Tinte verwendest, am besten Originaltinte, und das gleiche Papier, denn nur für diese Kombination gilt das Profil.

Wenn das passt und die Bilder entsprechend "bearbeitet" sind, dann passt das Ergebnis immer (bei Normlicht ;) )

Hab soeben nachgesehen, der ColorMunki ist mittlwerweile i1Studio

Viele Grüße
Gerd

jameek 10.12.2020 23:35

Erster Gedankenfehler: RAW hat kein Profil. Egal was du einstellt. Erst im Export kannst du Parameter wie Bitiefe und Farbprofil einstellen.

Ich habe nun nicht alles gelesen, kann dir aber nur empfehlen ab Export nur noch in sRGB zu arbeiten. Alles andere wird sehr aufwändig.
Wenn du auch bereits im sRGB auch in der Bearbeitung bleibst und damit druckst, sollten die Farben weitestgehend ähnlich wirken.
Alle Optimierungen im Drucker aus und die Konvertierung in Photoshop machen "in Profil umwandeln", nicht den Drucker umwandeln lassen.
Dann sollte es in der Regel weitestgehend klappen, dass die Ergebnisse nach dran sind. Aber einen komplett perfekten Farbworkflow durch zu kalibrieren ist aufwändig, teuer und meiner Meinung nach für den normalen Anwender overdone. Du müsstest dann immer im ideal arbeiten, auch zB beim Licht. Und ob das Gelb in der Haut nun 2% mehr Gelbanteil im Druck hat... das wirst du mit normalen Hausdruckern kaum justieren können...
Guck dass die Ergebnisse soweit für dich passen. Meist macht man mit zu viel Farbmanagement eher was falsch, als Simpel im sRGB zu bleiben.

OiLinga 13.12.2020 21:34

Vielen Dank für die Tipps, Angebote und Darstellungen. Ich bin jetzt mit den Profilsettings mal "back to basic".
Noch einmal ein paar PS und LR Hilfen studiert und diese angewendet.
Druckergebniss ist ok. Habe etwas mit den verschiedenen Möglichkeiten der Profilauswahl gespielt Als Resumee muss ich jedoch sagen, das ich trotzdem nochmeine Zweifel habe ob da alles passt. Ich habe mal den Screenshot meiner Settings im PS Druckdialog angefertig. Ihr seht auch mein verfügbaren Profile:

Die der beiden 32" Zoll Monitore, des neuen Canon G6050 Druckers sowie der PS Standardprofile.
Egal welches der Profile ich da auswähle im Softproof sieht das dann so aus.
Achtung, das ist keine schlechte Bildaulität, nein, es gibt eine große Menge an Fläche auf dem Softproof wo diese grauen Pixel angezeigt werden.

https://www.dropbox.com/s/qr925l3gel...24_28.png?dl=0

https://www.dropbox.com/s/qr925l3gel...24_28.png?dl=0

fallobst 13.12.2020 21:52

Ich habe gestern zufällig diese Seiten entdeckt und fand sie sehr gut.
Wenn du dir Zeit dafür nimmst, dann hast du bestimmt danach ein paar Erkenntnisse.

https://www.architekturfotografie-fr...of-dpi-und-icc

GerdS 13.12.2020 23:03

Du hast ja nur ein Druckerprofil, ist ja OK.

Die grauen Flächen - Farbe kann man ändern, bei mir rot für Tiefen und blau für Lichter - zeigen an, dass genau an diesen Stellen der Drucker/der Ausdruck ein Problem machen wird.

Wenn Du jetzt z.B. in Lightroom arbeitest und eine Änderung der z.B. Belichtung/Sättigung/sonst was durchführst, wird Lightroom eine Kopie - auf Nachfrage - für den Druck anlegen.
In Deinem Fall, wenn Du z.B. jetzt am Boden die Sättigung - ich vermute es ist grün - zurück nimmst, dann kommt die Farbe in den Farbumfang des Druckes und die grauen Punkte verschwinden und der Drucker wird drucken, was Du am Monitor siehst.

Leider kann der Monitor sehr viele stark gesättigte Farben die uns gefallen (grün, rot) darstellen, die ein Drucker mit einem Papier nicht ganz schafft.
Auch das ist von Drucker zu Drucker und von Papier zu Papier unterschiedlich, denn z.B. hat mein Drucker 12 Patronen. Mit denen schafft er einen größeren Farbumfang als ein Drucker mit 4 Farbpatronen.

Viele Grüße
Gerd

P.S. interessant ist auch noch der "rendering intent" (perzeptiv oder relativ, die anderen kannst Du vergessen). Such danach nochmal im Netz.

Ditmar 14.12.2020 09:08

Zitat:

Zitat von OiLinga (Beitrag 2175279)
Hallo Zusammen,

Im Photshop verzichte ich aber auf die Einstellung Farbprofil vom Drucker zu verwenden …

Danke vorab

Das mit dem "Farbmanagement durch Drucker" solltest Du aber mal ausprobieren, ich drucke fast nur so (mit Canon), und es passt.
Das einzige was ich ansonsten mache, ich habe meinen Drucker ebenfalls kalibriert, und nutze dann "Farbmanagement durch Photoshop" und wähle danach mein ICC Profil.

Diese kannst Du selber (mit entsprechender Hardware Datacolor) erstellen, oder auch bei einigen Herstellern herunter laden.

Nachtrag: Für Deinen Drucker gibt es meist keine fertigen Profile, da heißt es ausprobieren, oder selbst erstellen.

OiLinga 23.12.2020 21:09

Zitat:

Zitat von fallobst (Beitrag 2175924)
Ich habe gestern zufällig diese Seiten entdeckt und fand sie sehr gut.
Wenn du dir Zeit dafür nimmst, dann hast du bestimmt danach ein paar Erkenntnisse.

https://www.architekturfotografie-fr...of-dpi-und-icc

Danke für Verlinkung der grandiosen Erklärung auf dieser Webseite. Hieran habe ich mich nun ein weiteres mal orientiert und habe mittlerweile sehr akzeptable Ergebnisse erzielen können!

OiLinga 23.12.2020 21:12

Zitat:

Zitat von GerdS (Beitrag 2175948)
Du hast ja nur ein Druckerprofil, ist ja OK.

Die grauen Flächen - Farbe kann man ändern, bei mir rot für Tiefen und blau für Lichter - zeigen an, dass genau an diesen Stellen der Drucker/der Ausdruck ein Problem machen wird.

Wenn Du jetzt z.B. in Lightroom arbeitest und eine Änderung der z.B. Belichtung/Sättigung/sonst was durchführst, wird Lightroom eine Kopie - auf Nachfrage - für den Druck anlegen.
In Deinem Fall, wenn Du z.B. jetzt am Boden die Sättigung - ich vermute es ist grün - zurück nimmst, dann kommt die Farbe in den Farbumfang des Druckes und die grauen Punkte verschwinden und der Drucker wird drucken, was Du am Monitor siehst.

Leider kann der Monitor sehr viele stark gesättigte Farben die uns gefallen (grün, rot) darstellen, die ein Drucker mit einem Papier nicht ganz schafft.
Auch das ist von Drucker zu Drucker und von Papier zu Papier unterschiedlich, denn z.B. hat mein Drucker 12 Patronen. Mit denen schafft er einen größeren Farbumfang als ein Drucker mit 4 Farbpatronen.

Viele Grüße
Gerd

P.S. interessant ist auch noch der "rendering intent" (perzeptiv oder relativ, die anderen kannst Du vergessen). Such danach nochmal im Netz.

Super vielen Dank, das probiere ich in jedem Fall aus!

OiLinga 23.12.2020 21:13

Zitat:

Zitat von Ditmar (Beitrag 2175985)
Das mit dem "Farbmanagement durch Drucker" solltest Du aber mal ausprobieren, ich drucke fast nur so (mit Canon), und es passt.
Das einzige was ich ansonsten mache, ich habe meinen Drucker ebenfalls kalibriert, und nutze dann "Farbmanagement durch Photoshop" und wähle danach mein ICC Profil.

Diese kannst Du selber (mit entsprechender Hardware Datacolor) erstellen, oder auch bei einigen Herstellern herunter laden.

Nachtrag: Für Deinen Drucker gibt es meist keine fertigen Profile, da heißt es ausprobieren, oder selbst erstellen.

Auch das Thema nehmen ich mir im nächsten Workflow vor.
Vielen Dank für alle Kommentare. Hat mir wirklich sehr gut weitergeholfen


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