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Robert Auer 25.06.2019 13:32

Zitat:

Zitat von RoDiAVision (Beitrag 2070906)
Auf YouTube gibt es ein interessantes Video zu unserer Diskussion, was gestern veröffentlicht wurde:
Die Elektroauto Lüge - Wie Medien die Elektromobilität ausbremsen

Finde die Erläuterungen recht gut und objektiv.

Für mich nichts Neues! Ich halte seine immer wiederholte Sorge, es gäbe eine gefährliche Benachteiligung der E-Mobilität durch ARD/WDR und Leschs-Kosmos Berichte und Sendungen, die zu einseitig verfasst und mit Bewertungen die auf unvollständiger und veralteter Datenbasis erfolgt seien (=> Vergleiche: Best Case für Verbrenner - Worst Case für Batterie/E-Mobilität), für etwas übertrieben. Dies nervt eher Leute wie mich, die bzgl. der Themen Umwelt- und Klimaschutz bereits informiert und sensibilisiert sind und wissen, dass sich eine junge Technologie erst sukzessive entwickelt und dadurch nicht von Anbeginn über gesamte Nutzungszyklen vergleichbar sein kann. Dass diese Berichte aus öffentl.-rechtlichen Medien die Gegner der Einführung der E-Mobilität stärken und den Lobbyisten der fossilen Antriebe in Politik und Industrie in die Karten spielen könnte, teile ich. Er bezeichnet sich auch offen als einen überzeugten Influencer für die E-Mobilität.
Etwas zu kurz kommt für mich seine interessante Werbung für eine differenziertere Verkehrswende. Er rät natürlichen Privatpersonen nicht nur zu mehr Fuß-, Rad-, ÖPNV-Nutzung sondern auch zu MIV wenn dieser unverzichtbar ist, allerdings zu möglichst leichten <50kW Batterie-Autos und nicht zu SUV-Panzern a la Tesla S mit 100kW Batterien. Für gewerblichen Lkw-, Bus-, Bahn- und Schiffsverkehr empfiehlt er die Brennstoffzellen-Technologie. Diese Differenzierung macht auch für mich Sinn.

tgoebel 25.06.2019 14:57

Die Elektromobilität ist ja nun keineswegs jung zu nennen: Vor 100 Jahren, als es noch unklar war, wie sich die „Kutschen ohne Pferde“ weiterentwickeln würden, gab es das alles in V.1 bereits. Einzelradantrieb, Rekuperation und andere Feinheiten sind nicht wirklich neu. Der Verbrennungsmotor und die chemische Speicherung von Energie in Form von (fossilen) Kraftstoffen haben das Rennen gemacht - die Gründe kennen wir.

Jetzt steht Elektromobilität V.2 vor der Tür. Vieles aus V.1 ist noch nicht verbessert worden: Die Speicherung elektrischer Energie in Sekundärzellen ist weiterhin die Schwachstelle. Eines ist aber ähnlich der Situation von vor 100 Jahren: Es gibt nicht nur einen Königsweg!

Porty 25.06.2019 16:51

Zitat:

Zitat von ha_ru (Beitrag 2070905)

Nur mal als Gedankenspiel: wenn es normierte Batteriepacks geben würde, die in einer Station in Minuten gewechselt werden könnten, dann könnte diese auch als Zwischenspeicher genutzt werden und das Lademanagementproblem wäre mitgelöst.
Hans


Das Gedankenspiel zu Ende gedacht, was würden genormte Batteriepacks bedeuten:
Zunächst mal doch, das sich die Entwicklungsschwerpunkte der Zellentwicklung von aktuell langlebigen Zellen mit möglichst hoher Kapazität bei minimalen Gewicht und Raumbedarf in Richtung möglichst billiger Zellen, die gerade so die Spezifikation unten Ausnutzung aller gerade noch erlaubten Toleranzen erfüllen. Damit würde die Zellentwicklung in eine völlig falsche Richtung laufen. Weiterhin öffnet das ganze doch neuen Monopolen Tür und Tor mit allen Nachteilen für Wirtschaft und Verbraucher.....

BeHo 25.06.2019 17:54

Normen, d.h. offene Standards, verhindern doch eher Monopole.

Und wenn eine Normung gut gemacht ist, bleibt auch genügend Spielraum für Verbesserungen. Für die Ewigkeit sind Normen ja auch nicht unbedingt gedacht.

Verpflichtend bzw. rechtsverbindlich sind Normen normalerweise auch nicht.

Porty 25.06.2019 18:29

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2070998)
Normen, d.h. offene Standards, verhindern doch eher Monopole.

Verpflichtend bzw. rechtsverbindlich sind Normen normalerweise auch nicht.


Normen sind heute ein wichtiges Marketinginstrument und dienen zur Sicherung der Absatzmärkte.
(ein Kollegen von mir sitzt mit im DIN- Ausschuss)
Und Normen sind rechtsverbindlich, man hat sich daran zu halten.

BeHo 25.06.2019 18:40

Normen sind grundsätzlich nicht rechtsverbindlich, was nicht bedeutet, dass Normen durch Gesetze rechtsverbindlich werden können.

Viel Spaß in einer Welt ohne Normen.

Robert Auer 25.06.2019 19:06

Zitat:

Zitat von BeHo (Beitrag 2071008)
Normen sind grundsätzlich nicht rechtsverbindlich, was nicht bedeutet, dass Normen durch Gesetze rechtsverbindlich werden können.... .

Es kommt immer drauf an was vereinbart ist, aber sie sind immerhin Stand der Technik, im Streitfall also auch Maßstab für die Beurteilung der Qualität.

Giovanni 25.06.2019 19:16

Zitat:

Zitat von tgoebel (Beitrag 2070964)
Jetzt steht Elektromobilität V.2 vor der Tür. Vieles aus V.1 ist noch nicht verbessert worden

Ähm genau genommen hat sich hauptsächlich die Akku-Technologie geändert. Wenn man in einen E-Golf von 1984 eine aktuelle Lithiumbatterie einbauen würde, hätte man auch schon fast ein heute konkurrenzfähiges Elektroauto.

subjektiv 25.06.2019 20:16

Zitat:

Zitat von Giovanni (Beitrag 2071015)
Ähm genau genommen hat sich hauptsächlich die Akku-Technologie geändert. Wenn man in einen E-Golf von 1984 eine aktuelle Lithiumbatterie einbauen würde, hätte man auch schon fast ein heute konkurrenzfähiges Elektroauto.

Ein E-Golf von 1984 ist aber weder ein E-Auto aus der Anfangszeit (Elektroautas waren ja vor Verbrennern am Start und die Bleiakkus einfach viel zu schwer), noch nutzt es die aktuell verfügbare Technik aus.
Stand der Technik wären einzelne Antriebe direkt an jedem Rad und aktuelle Akkus. Dann könnte man zum Beispiel noch erwägen bei vollen Akkus statt Rekuperation die Energie anderweitig zu vernichten (Wirbelstrombremsen gab es bei größeren Fahrzeugen ja auch schon früher) oder eben (noch besser) intelligent genug zu laden, denn volle Akkus sind ja nicht lange voll. Und wenn man der Technik vorher sagen kann, dass der Akku an einem Standort nur zu 80 oder 90 Prozent geladen werden soll, spart man nochmal Energie und schont die Akkus. (Zumindest Lithium Akkus mögen ja grade ganz voll und ganz leer am wenigsten. Ob das bei den wirklich neuen Akkus auch noch so ist, wird man wohl erst erfahren, wenn diese auch in Serie sind. Bisher hab ich da noch nix gesehen...)
Natürlich muss man, solange es für die (Not-)Scheibenbremsen keinen sinnvollen Ersatz gibt, auch diese etwas nutzen, damit der Rost abgeht. Aber vielleicht könnte man da ja einfach auf andere Materialien ausweichen. Es war halt bisher noch nicht so dringend, dass es jemand probiert hätte...
Recht viel mehr Technik muss in so ein Fahrzeug ja im Prinzip nicht mehr rein. Vor allem natürlich keine Klimaanlage. Plant man die Lüftung besser (nicht zuletzt, um bei jedem Wetter die Scheiben trotzdem freie Scheiben zu bekommen) kann man hier viel Energie sparen.
Leider gibt es momentan wohl nur einen ernstzunehmenden Hersteller für die Direktantriebe in Japan. Und der hat halt, wie sollte es anders sein, durch langjährige Erfahrung mit der Herstellung von Festplattenmotoren, einen deutlichen Entwicklungsvorsprung und wird diesen nicht so leicht aufgeben.

Giovanni 25.06.2019 20:34

Zitat:

Zitat von subjektiv (Beitrag 2071024)
Stand der Technik wären einzelne Antriebe direkt an jedem Rad

Wie gut, dass die Fahrer eines Leaf, Zoe, i3, Model 3 oder Ioniq das nicht wissen. Sonst würden sie entsetzt ihr Auto verschrotten lassen.

Zitat:

Zitat von subjektiv (Beitrag 2071024)
Leider gibt es momentan wohl nur einen ernstzunehmenden Hersteller für die Direktantriebe in Japan.

Tja, wenn man anders nicht fahren kann ... ;-)

Übrigens fahren hier in der Gegend Elektrobusse im Regelbetrieb. Deren direkt antreibende Radnabenmotoren stammen von einem namhaften einheimischen Motorenhersteller aus Hohenlohe.


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