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About Schmidt 10.12.2010 13:59

Kommentare, Kritik und das Wort Kunst in der Bildbesprechung
 
Hallo,
ich schreibe hier als User wie du und du und nicht als Moderator!
Mir mangelt es seit einiger Zeit hier im Forum an guten und vor allem richtig formulierter Bildkritik. Dazu ist Kritik, durchaus auch etwas positives! Eine gut geschriebene und formulierte Bildkritik setzt voraus, dass ich mich mit dem Bereich Fotografie auskenne, so es technisch bezogene Kritik ist. Ich kann nicht über Belichtung, Ausschnitt, Blende, Zeit oder Schärfeverlauf reden, wenn ich die wichtigsten Grundlagen der Fotografie nicht beherrsche.
Dazu kommt die EBV. Viele hier gezeigten Bilder, darunter auch einige von mir, beruhen auf Effekthascherei mittels Einflussnahme durch die Bildbearbeitung. Die ah´s und oh´s bleiben dabei natürlich nicht aus. Ob dies richtig oder falsch ist, mag jeder selbst beurteilen.
Bleibt da noch die Reproduzierbarkeit eines gewissen Stils. Ein Bild, entstanden aus einer Situation, gemacht mit den gerade gewählten Einstellungen der Kamera und mittels EBV zu irgend etwas geregelt, was manche in Staunen versetzt, ist dies jedoch nicht. Es fehlt am Sehen, dem beurteilen der Situation, dem Licht, dem Ausschitt, der zu wählenden Blende und Brennweite und vielem mehr. Dann folgen die Schritte der Bearbeitung, die ein Bild möglicherweise zu etwas unverwechselbaren machen. So, dass man beim anschauen direkt weiß, dieses Bild wurde von .... gemacht. Hier im Forum fallen mir da zwei User besonders auf, die ihren Stil scheinbar gefunden und immer wieder reproduzierbar zeigen. Mag sein dass sie, oder auch ihr das anders seht, aber für mich sind dies z.B., Andreas/baerlichkeit und René/Xwing15.
Da wäre auch noch das viel strapazierte Wort Kunst. Was ist das eigentlich? Wiki sagt dazu:
Zitat:

Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist
Übertragen auf die Fotografie, muss man (wie schon gesagt) wissen, worüber man redet, seine Fähigkeiten durch Üben ständig weiter verbessert, in der Lage zu sein, Bildsituationen überhaupt wahrnehmen zu können, zu sehen also!, eine Vorstellung haben, wie ich das Gesehene fotografisch richtig umsetzen kann und nicht zuletzt intuitiv immer wieder zum ganz eigenen Stil zurück zu finden.

Ein durch wildes drehen an den Reglern der EBV entstandenes Bild mag zwar schön anzusehen sein, ist aber von Kunst weit entfernt.

Gruß Wolfgang

hpike 10.12.2010 14:23

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1114850)
Ein durch wildes drehen an den Reglern der EBV entstandenes Bild mag zwar schön anzusehen sein, ist aber von Kunst weit entfernt.

Wie wahr wie wahr :top:

looser 10.12.2010 14:26

Hallo Wolfgang,

da stellt sich mir die Frage ob jedes gezeigte Foto hier künstlerisch zu interpretieren sein muss :?:

Ein Seite der Fotografie ist doch auch das dokumentarische. Wenns auch noch schön an zu sehen ist, prima.

Andererseits sind hier doch auch viele Anfänger unterwegs, die noch ihren eigenen Stil suchen bzw. einfach nur am Spaß an der Fotografie mit ihrer Sony haben und mit anderen darüber reden möchten.

Ist das ein Problem? Soll dieses Forum ein Forum für Künstler sein? Oder ein Forum für Sony User, in allen Ausprägungen die es gibt. Sollen keine Dinge gezeigt werden die interessant oder dokumentarisch sind, aber keinen künstlerischen Aspekt beinhalten oder polarisierend sind?

Ich denke Kunst ist alles was gefällt. Wem und wie auch immer. Dazu gehört auch Sachen zu zeigen die anderen möglicherweise nicht gefallen. Wie soll der Zeiger wissen ob sein Geschmack ankommt und wie das gezeigte interpretiert wird, ohne auf die Nase zu fallen...


MFG Michael

MarieS. 10.12.2010 14:26

Tut mir leid Wolfgang, aber ich kann dir leider nicht zustimmen.

Bereits der Ausdruck "das Gesehene fotografisch richtig umsetzen" geht mir sowas von gegen den Strich, dass ich mich einfach äußern muss, denn wer von den hier Schreibenden und Schöpfenden soll denn bitte beurteilen dürfen, die der Fotograf genau diese Szene darstellen wollte?

Sicher sind auch bei den hochgelobten Bildern immer wieder Glückstreffer dabei, aber muss Kunst zwangsläufig reproduzierbar sein? Hat Beuys seine Butter vermessen, ehe er sie in die Ecke der Düsseldorfer Kunstakademie gequetscht hat? Ist Improvisationstheater keine Kunst, weil es jedes Mal anders ist?

Meiner Meinung nach kann auch auf der Suche nach seinem Stil ein Fotograf bereits Kunstwerke hervorbringen, denn ich halte es nicht mit Fulda, das Kunst von Können kommt, sondern sehr im Auge des Betrachters liegt. Für den einen ist Anne Geddes Kunst, für den anderen Kitsch, gleiches gilt für Expressionismus, Kubismus, Dodekaphonie etc. etc. Die Liste wäre endlos. Ich finde es deshalb sehr vermessen, jemandem absprechen zu wollen, eine Fotografie für sich als Kunst oder Krempel einordnen zu können.

Und wenn wir schon definieren wollen, was m.E. bei Kunst unmöglich ist, warum dann nicht die zitieren, die sich regelmäßig mit dem Grundrecht der Kunstfreiheit auseinandersetzen müssen:

"Der Lebensbereich "Kunst" ist durch die vom Wesen der Kunst geprägten, ihr allein eigenen Strukturmerkmale zu bestimmen. Von ihnen hat die Auslegung des Kunstbegriffs der Verfassung auszugehen. Das Wesentliche der künstlerischen Betätigung ist die freie schöpferische Gestaltung, in der Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse des Künstlers durch das Medium einer bestimmten Formensprache zu unmittelbarer Anschauung gebracht werden. Alle künstlerische Tätigkeit ist ein Ineinander von bewußten und unbewußten Vorgängen, die rational nicht aufzulösen sind. Beim künstlerischen Schaffen wirken Intuition, Phantasie und Kunstverstand zusammen; es ist primär nicht Mitteilung, sondern Ausdruck und zwar unmittelbarster Ausdruck der individuellen Persönlichkeit des Künstlers."

Sorry, aber ich lese da nichts von Blende und Belichtungszeit.

Kerstin 10.12.2010 14:27

Ist das Kunst oder kann das weg???

Über Kunst oder nicht-Kunst und dann auch noch hier, im Internet, zu diskutieren kann ja eigentlich nur schiefgehen.

twolf 10.12.2010 14:58

Zitat:

Zitat von Kerstin (Beitrag 1114866)
Ist das Kunst oder kann das weg???

Über Kunst oder nicht-Kunst und dann auch noch hier, im Internet, zu diskutieren kann ja eigentlich nur schiefgehen.

Sorry, aber das sehe ich genau anders, gerade hier mit den verschiedenen ansätzen und Sichtweisen ist der Ort sowas zu errörtern.

Oder welcher Ort wer den besser ;-)

About Schmidt 10.12.2010 14:59

Zitat:

Zitat von twolf (Beitrag 1114898)
Sorry, aber das sehe ich genau anders, gerade hier mit den verschiedenen ansätzen und Sichtweisen ist der Ort sowas zu errörtern.

Oder welcher Ort wer den besser ;-)

Also los, ich warte....:lol:

Kerstin 10.12.2010 15:02

Für kontroverse Diskussionen halte ich das Internet grundsätzlich nicht für das beste Medium - und ziehe daher eine persönliche Diskussion vor. Aber der Begriff Kunst hat auch so viel mit persönlichen Vorlieben und Geschmäckern zu tun, dass ich denke, da gibt es keine Endlösung. Zu oft haben wir - gerade an dieser Stelle - schon über den Begriff "Kunst" geredet ... und oft gab es unschöne Verläufe.
Naja, vielleicht ist ja diesmal alles anders, wäre ja mal schön!

alberich 10.12.2010 15:04

Das immer wieder kehrende Problem bei Diskussionen dieser Art ist, dass zwei wesentliche Dinge vermischt werden. Da ist zum einen die Kunst und zum anderen die Rezeption von Kunst.
Jeder, der bei dem einen Werk von Kunst spricht und bei dem anderen nicht, sagt nichts über die jeweiligen Werke sondern spricht lediglich über seine Wahrnehmung.

Der Kunst ist es vollkommen egal, wer sie dafür hält und wer nicht.

Ob das wahllose drehen an Reglern in der Bildbearbeitung nun Kunst ist oder nicht, ist vollkommen irrelevant.

Wolf Vostell hat es, meiner Ansicht nach, sehr treffend gesagt, "Kunst ist, was der Künstler macht". Damit ist alles gesagt.
Ob jeder das nun akzeptiert und seinerseits ebenfalls für Kunst hält ist eben die andere Ebene der Diskussion. Hier kommt dann jeder mit seiner ganz eigenen Definition von dem was er für Kunst hält oder was nicht, und mit seinen Befindlichkeiten ins Spiel. Hier fliessen die eigenen Wertvorstellungen und/oder Maßstäbe ein.
Aber das alles ändert nichts am Ausgangspunkt. Der "Schmiererei", dem Tintoretto, dem Action-Painting oder was auch immer.

Kunst wird oftmals als qualitativer Begriff benutzt und damit beginnen die Probleme. Kunst hat aber prinzipiell nichts mit Qualität zu tun, sonder sie ist "nur" eine Begrifflichkeit für eine Form des Ausdrucks.

Kunst kann nun dem einen was sagen, ihn berühren, sie inspirieren oder auch Fragen aufwerfen. Es kann aber auch genau so gut nicht stattfinden.- Man stiert auf Kunst und es regt sich absolut nichts. Nada. Es lässt einen vollständig unberührt und ratlos zurück.
Deswegen bleibt das Betrachtete aber dennoch Kunst. Lediglich kann ich keine Verbindung dazu aufbauen. Nur muss ich deswegen dem Werk seine Eigenschaft absprechen?

Ich denke nicht.

André 69 10.12.2010 15:05

Hallo Wolfgang,

... ich denke, Du bist etwas über das Ziel hinaus geschossen was den Begriff Kunst betrifft.
Hier im SUF sind die unterschiedlichsten Level des Könnens unterwegs, vom blutigen Anfänger bis zu Könner.
Einigen Anfängern dürften bei einigen Bildern der Mund offen stehen bleiben, oft wird sogar die Bearbeitung dafür verantwortlich gemacht, also wird gleiches versucht.
Das Problem ist, manchmal wird das Fotografische übersprungen, und gleich auf Bearbeitung gesetzt, und das kann nur nach hinten losgehen.
Ich selbst halte mich fotografisch für "Mittelfeld" mit ein paar positiven Ausreißern, aber auch mir passiert, daß ich höre " Geil, wie hast Du das bearbeitet" und nicht, wie hast Du das fotografiert ...
Auch ich habe oft Probleme eine passende Kritik zu Bildern zu bringen, meistens schreibe ich etwas zu guten Bildern die mich ansprechen, Lob zu äußern ist nunmal einfacher als handfeste, treffende Kritik!
Eines ist aber immer Voraussetzung, das Bild muss mich immer ansprechen, damit ich mich eben zu einem Bild äußere, auch bei Negativbeispielen. Ich versuche auch zu helfen, wenn ich es kann, und die Zeit dazu habe ...

Mir geht es in erster Linie immernoch um gutes Fotografieren, wenn ich das jemals so gut kann wie ich es mir vorstelle es können zu müssen, dann werde ich über Kunst nachdenken ;)

Gruß André

About Schmidt 10.12.2010 15:15

Ich kann mich nicht erinnern, in meinem Leben schon mal etwas wie Kunst geschaffen zu haben, höchstens mal ein schönes Foto.

Gruß Wolfgang

kuddelmuddel 10.12.2010 15:26

Ich glaube Wolfgang geht es eigendlich an erster Stelle darum, das oft das "sehen" des Bildes nicht an erster Stelle steht.
Oft werden Bilder gemacht, die erst zu Bildern werden, nachdem sie am Computer bearbeitet, verfremdet, ausgeschnitten und wieder zusammengetzt wurden.

Das "sehen" eines Bildes rückte durch die Digitale Fotografie schon ein wenig in den Hintergrund. Zu analogen Zeiten, mußte man sich schon mehr Gedanken machen.
Auch was den Ausschuß an Bildern angeht, bin ich fest davon überzeugt, das es früher nicht so viel gab wie heute.

amateur 10.12.2010 15:35

Zitat:

Zitat von kuddelmuddel (Beitrag 1114926)
Auch was den Ausschuß an Bildern angeht, bin ich fest davon überzeugt, das es früher nicht so viel gab wie heute.

Früher ist der Amateur dem Profi aber auch nicht so auf den Fersen gewesen. Man war mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen schon zufrieden. Meine Bilder von damals mag ich mir abgesehen vom reinen Erinnerungswert nicht mehr ansehen.

Im Profilager wurden Bildreihen belichtet, Previews mit Polaroids angefertigt und beim Entwickeln nachbelichtet und abgewedelt, was das Zeugs hält.

Viele Grüße

Stephan

RREbi 10.12.2010 15:53

Ich habe mal vorrübergehend an der Bildkritik teilgenommen. Dabei habe ich das Originalbild bearbeitet, meist neu geschnitten - wodurch der Ausdruck des Bildes besser hervorgehoben wurde - und als Beispiel wieder reingestellt. Das war wohl nach den Nutzungsbedingungen verboten und wurde gelöscht. Schade. Ich habe dann aufgehört Bildkritiken zu schreiben und vorzustellen - nur 50 % reicht mir nicht und ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

RREbi

Jan 10.12.2010 16:24

Ein paar Punkte finde ich spannend bzw. würdig zu kommentieren:

Zufallstreffer vs. eigener Stil, ich finde es klasse, wenn ich bei usern einen eigenen Stil erkenne, das kann durch einen besodnerer Dreh am EBV-Regler bedingt sein, aber auch durch eine eigene Sichtweise. M.E. trifft das nciht nur bei 2 usern hier zu.

Ein weiterer Punkt, der für die Qualität / Professionalität eines users hier spricht, ist die Tastache, dass man ein vorgegebenes Motiv technisch sauber und bestenfalls auch noch einfallsreich aufnhemen kann und dass man eine eingebaute Motivklingel hat, so dass auch von durchschnittlichen Fotoausflügen überdurchschnittliche Bidler mitgebracht werden.

Zur Frage, ob etwas Kunst ist, Handwerk oder Glückstreffer, das kann man m.E. nicht unbedingt an der Qualität eines einzelnen Bildes erkennen, vielleicht sieht man es etwas am gesamten "Oeuvre", vor allem hängt es aber davon ab, wie man die Sache angeht, für einen Künstler hat das, was er schafft eine besondere Bedeutung, er ist von seiner Kunst getrieben, hat das Bedürfnis sich auszudrücken und sein Schaffen bestimmt in weiten Teilen sein Leben.

Jan

About Schmidt 10.12.2010 16:33

Die zwei genannten User sind nur Beispiele meinerseits. Natürlich gibt es hier im Forum noch weitere:!:

Gruß Wolfgang

Löwe 10.12.2010 16:43

Ein ganz schwieriges Thema. Es wurde hier vor längerer Zeit einmal angeregt, bei den Fotos zu vermerken, ob das Foto so aus der Kamera kam, meinetwegen Ausschnitt und leicht nachgeschärft, oder ob das Bild durch EBV bearbeitet, verändert wurde.
Für mich, der in der digitalen Fotografie noch ein relativer Neuling ist, sollte man doch unterscheiden, ( wobei ich den Begriff Kunst, jetzt mit gut oder nicht gut gleichsetzte und das ist meine eigene Defination.)
1. hat derjenige gut fotografiert oder
2. gut bearbeitet oder
3 gut fotografiert und gut nachbearbeitet.
Ich bin bisher nicht der EBVler, denke aber das in gewissn Fälle das sein Berechtigung hat. Nur mir fällt es sehr schwer, zu beurteilen, ist das Foto jetzt gut fotografiert, oder nur gut nachbearbeitet. ( Ich weiß daß man auch beim bearbeiten aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen kann.)
Für mich wäre es nur manchmal einfacher, auch um meine eigenne Leistung zu beurteilen,wie sieht das Original aus?

hennesbender 10.12.2010 16:44

Die Kernaussage deines Ausgangsposts ist mir nicht klar.

Geht es dir um die Qualität von Bildkritik? Dann stimme ich mit dir nicht überein. Ich muss mich nicht mit der Kamera- oder Bearbeitungstechnik auskennen, um eine qualifizierte Kritik abzugeben. Ein Theaterkritiker muss ja auch keine schauspielerischen Fähigkeiten haben.

Geht es dir darum, was und wie man fotografiert? Da kommt es für mich nur auf das Ergebnis an und nicht wie man da hin gekommen ist (beim ersten oder 100sten Versuch, zufällig oder strategisch, mit viel oder wenig EBV). Und ob er oder andere dem Produkt dann das Prädikat "Kunst" verleiht, ist für mich völlig irrelevant. Das gibt dem Bild eben keine weitere Qualität.

Aber so ganz verstanden worum es dir geht habe ich eh nicht...

About Schmidt 10.12.2010 16:49

Es geht hier nicht um mich!
Einzig die Aussage:
Zitat:

Mir mangelt es seit einiger Zeit hier im Forum an guten und vor allem richtig formulierter Bildkritik
ist auf mich zu beziehen. Über alles andere sollte so, wie bisher geschehen, sinnvoll diskutiert werden.

Gruß Wolfgang

hennesbender 10.12.2010 16:53

Ok. Dann mal konkreter: Was ist richtig formulierte Kritik? Was wäre falsch formulierte Kritik?

Wenn ich dich richtig verstanden habe, darf ein Neuling sich zu Bildern überhaupt nicht äußern, weil er noch nicht ausreichend qualifiziert ist. Ab wann darf man denn dann?

About Schmidt 10.12.2010 17:00

Nein, bitte nicht falsch verstehen.
Zuerst kommt Blende und Belichtungszeit, dann unscharf Maskieren oder Ebenenmasken. Schön wäre, wenn man zuerst mal erlernt, wie mit Blende, Zeit usw. richtig umgegangen wird. Bevor man Tips und Ratschläge zur EBV gibt.

Schreibt ruhig, was ihr darüber denkt und nutzt diesen Therad zum sinnvollen Diskutieren. Ich möchte mich hier so weit wie möglich im Hintergrund halten. Bisher fand ich eure Beiträge äußerst interessant und vor allem sehr diszipliniert. :top:

Gruß Wolfgang

looser 10.12.2010 17:04

Siehst Du das hier als Beschäftigungsmaßnahme für User?

About Schmidt 10.12.2010 17:06

Nein,
aber lies dir die Beiträge mal alle durch. Da sind einige sehr gute Denkanstöße dabei und davon können viele, auch ich, profitieren. Es gibt gewiss Threads, mit denen sich die User mehr und ausführlicher befassen, welche weniger Sinnvoll sind. Außerdem zwinge ich ja niemand. :lol:

Gruß Wolfgang

amateur 10.12.2010 17:09

Hallo Wolfgang,

ich verstehe nicht, warum Du Dich so auf den Prozess selbst fokussiert und nicht einfach das Endergebnis zählen lässt. Warum soll nicht jemand mit bescheidenen technischen Kamerakenntnisse, aber viel Talent in der EBV genauso "wertvolle" Bilder machen wie umgekehrt?

Nur wenn am Ende nix dabei rauskommt, dann muss man sich den fehlenden Fähigkeiten bei der Technik zuwenden.

Ich habe auch nie verstanden, warum ein Bild, welches mit Interpretation der Bilddaten in der Kamera als JPEG herauskommt in irgendeiner Weise ehrlicher sein soll, als etwas, was in der Nachbearbeitung am Computer entsteht.

Viele Grüße

Stephan

slowhand 10.12.2010 17:10

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1114978)
..
Zuerst kommt Blende und Belichtungszeit, dann unscharf Maskieren oder Ebenenmasken. Schön wäre, wenn man zuerst mal erlernt, wie mit Blende, Zeit usw. richtig umgegangen wird. Bevor man Tips und Ratschläge zur EBV gibt.

Hm, ich unterstelle mal, dass es genügend Photoshopkünstler gibt, die noch nie fotografiert haben. Dürfen die dann keine Tips geben? :?

About Schmidt 10.12.2010 17:16

Ausnahmen gibt es immer. Lagerfeld macht gewiss tolle Aufnahmen. Ob er jemals am am Computer saß und Photoshop bedient hat, weiß ich nicht, kann aber bezweifelt werden. Dennoch wird er wissen, was er tut, wenn er fotografiert.

Gruß Wolfgang

BadMan 10.12.2010 17:21

Zitat:

Zitat von looser (Beitrag 1114980)
Siehst Du das hier als Beschäftigungsmaßnahme für User?

Ich sehe es eher als eine Art Hilferuf, um die durchschnittliche Qualität der Kommentare zu steigern.
Ich kommentiere selber nur noch sehr sporadisch und schaue auch nur selten in die Galerien. Aber vielleicht dennoch meine Gedanken dazu, wie ich Wolfgangs Diskussionsgrundlage verstehe.

Ich denke, es hat sich allgemein eingebürgert, nicht nur in diesem Forum, ein Bild sehr oberflächlich zu betrachten und zu kommentieren. Man liest dann sehr häufig das bekannte "schönes Bild". Aber um zu verstehen, warum ein Bild schön ist oder eben auch nicht, muss man sich halt etwas mehr mit dem Foto beschäftigen. Und dann sind halt ganz einfach gewisse theoretische Grundlagen und Wissen um Zusammenhänge wie Blende, Belichtungszeit, Perspektive, Bildaufbau etc. notwendig, um ein Bild hingehend seiner Wirkung zu analysieren.

Das soll nun in keinster Weise heißen, dass nur noch Profis die Bilder kommentieren sollen. Der Anfänger, der zwar sagen kann, ob ihm ein Bild gefällt oder nicht, ohne zu wissen, warum, soll natürlich weiterhin "schönes Bild" schreiben dürfen.
Aber es wäre doch wünschenswert, wenn diejenigen, die über mehr theoretisches Wissen und einen analytischen Blick verfügen, dann etwas mehr als dieses "schönes Bild" schreiben.

Oft ist es ja auch so, dass ein Anfänger oder gar ein Nichtfotograf ein Bild ganz anders sieht und ein Bild ganz anders bewertet, als Jemand, der schon etwas tiefer in der Materie steckt.
Aber von dieser Vielfalt und den unterschiedlichen Meinungen lebt doch eigentlich ein Forum.

alberich 10.12.2010 17:22

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1114991)
Dennoch wird er wissen, was er tut, wenn er fotografiert.

Was ist denn dann z.B. Evgen Bavcar nach dieser Theorie für ein Fotograf?
Der ist blind.

hennesbender 10.12.2010 17:22

@About Schmidt: Wer weiß. Eventuell hat er auch jemanden, der ihm das Licht einstellt. Dann einen der ihm die Bilder nachbearbeitet. Einen Stylisten und einen Visagisten. Einen der Location aussucht bzw. das setup aufbaut. Was bleibt da für den Fotografen noch übrig? Tolle Bilder kommen in der Summe eventuell trotzdem/gerade deswegen dabei raus...

About Schmidt 10.12.2010 17:40

Zitat:

Zitat von alberich (Beitrag 1114996)
Was ist denn dann z.B. Evgen Bavcar nach dieser Theorie für ein Fotograf?
Der ist blind.

Ein begnadeter!?

Klar, ihr nagelt mich nun fest. Ich habe natürlich auch nicht auf alles eine Antwort und genau wie ihr weiß ich nicht, wer Karl das Licht macht. Sicher ist aber, dass er was von Fotografie versteht und nicht nur er.

Wenn es also möglich ist, ohne jegliches Wissen um eine Beschäftigung, gute Ergebnisse zu erzielen, dann frage ich mich, warum man überhaupt etwas lernen muss?

Gruß Wolfgang

gpo 10.12.2010 21:55

Moin
will dir mal etwas "unter die Arme" greifen ....
Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1115007)
Klar, ihr nagelt mich nun fest. Ich habe natürlich auch nicht auf alles eine Antwort und

denn genau diese Passage erlebe ich hier ja häufiger...
wenn man bewust einen NICHT verstehen will :P:roll::icon_biggrin_xmas:

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1115007)
..... gute Ergebnisse zu erzielen, dann frage ich mich, warum man überhaupt etwas lernen muss?
Gruß Wolfgang

so ist es und bleibt es auch und...
der Witz ist ja das man die Murksergebnisse zu 99% sehen kann :top:

Karl.L...ja der darf zwar abdrücken, den schnöden Rest machen andere....
war ähnlich bei G.Sachs, der sich seine Kunst auch erkaufte :P

und Kunst...
kommt bekanntlich von >>> du kunst mir mol (für nichtnorddeutsche übersetze ich gerne)

also KUNST habe ich hier in den Bilderabteilungen noch nicht gesehen...
ich halte auch die Interpretationen weiter oben für "nachdenkenswert"

an anderer Stelle hatte ich mal erwähnt, das Fotografie eben nicht demokratisch ist...
und man kann ständig von 30 Leuten auch 50 Meinungsvarianten erleben...

was auffällt, das einige sich früher viele Tipps haben geben lassen,
und wie mal lesen kann...nun keinen Bock mehr haben :evil: soviel zur Demokratie :oops:

dabei haben ja alle mal angefangen...und brauchen vielleicht mal Hilfe:top:

EBV...
klaro fällt es auf und zwar oberdeutlich und....dazu werde ich mich kaum noch äußern, denn einiges nervt nur noch :roll:

Früher....
es ist ein Ammemmächern das früher ALLES manipuliert wurde :cool:
die Bilder die ich hier von Jobs gezeigt hatte...
waren ausschließlich Dias die ..."Peng"... auf den Punkt genau waren...:top:
Mfg gpo

Dana 10.12.2010 22:52

Wisst ihr, was mir gerade ein bisschen fehlt...

Die Demut vor der Fotografie...und vor den Mitmenschen...

Wenn man sich in den Dienst der Fotografie stellt und sie nicht nutzt, um sich rein selbst zu verherrlichen (wie ich das hier leider auch lesen darf...), ich denke, dann ist man auf einem guten Weg.

Ob ich Kunst schaffe? Keine Ahnung. Ich habe zwei, drei Bilder, von denen ich sage, dass sie für mich in diese Richtung gehen. Aber ist das wichtig?

Wichtig ist, dass man mit dem Bild seelisch kongruent ist, dass man sich darin wiederfindet. Egal, ob man es gemacht hat oder es nur betrachtet...

Anaxaboras 10.12.2010 23:03

Zitat:

Zitat von About Schmidt (Beitrag 1114850)
Mir mangelt es seit einiger Zeit hier im Forum an guten und vor allem richtig formulierter Bildkritik.

Hallo Wolfgang,

mit diesem Satz sprichst du mir sehr aus der Seele :D. Wie oft habe ich in letzter Zeit erlebt, dass sich jemand mit einem Foto wirklich Mühe gegeben hat. Wird es dann im "Fotoalbum" mit der "Bitte um substantielle Bildkritik" gezeigt, folgt eine Flut an Kommentaren, die sicher keine 30 Sekunden Zeit in Anspruch genommen haben. Diese bestehen oft aus den immer gleichen Stereotypen:
  • ich würde oben/unten/links/rechts noch etwas wegschneiden
  • die Schärfe liegt nicht exakt auf dem Auge/der Blüte/dem sonstwas
  • das Bild kippt (minimal) nach links/rechts
  • das Bokeh ist nicht schön, blende weiter auf/verwende ein STF
  • besonders substantiell: ein knappes :top::cool::D

Was waren das früher noch für Zeiten, als sich ein Horst oder der "hart-aber-herzlich"-Peter (um nur einmal zwei Namen zu nennen) noch intensiv mit den Bildern auseinandergesetzt haben. Und vor allem: uns Ihre Gedanken fernab der schnarch-langweiligen "links-noch-beschneiden-die-Ohren-sind-nicht-scharf"-Kommentare mitgeteilt haben.

Dass heute das Foto-Album immer mehr zum Chat der verschiedenen Cliquen hier im Forum verkommt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass das Forum immer größer wird. Die tägliche Bilderflut im Album lässt halt kaum noch zu, dass man sich mit jedem Bild intensiv auseinandersetzt.

Ein Patentrezept gegen diese Misere habe ich auch nicht. Letztendlich gestalten wir User das Forum. Was ich aber mal probieren würde: Die Zahl der Threads/Bilder pro User und Woche stark einzuschränken. Wenn z. B. jeder User nur zwei Bilder wöchentlich zu Diskussion stellen darf, wählt man diese beiden Fotos sicher sehr bewusst aus. Und wenn es weniger Fotos zu besprechen gibt, hat man halt auch mehr Zeit für die einzelnen Bilder im Album.

Martin

jameek 10.12.2010 23:06

Bildbesprechungen sollten dass sein, was sie versprechen:
Bilder zu besprechen. So wie sie sind und so wie die Kommentatoren sind.
Einige sind Kunstwerke, einige sind es nicht. Einige sind begnadete Texter, andere nicht.
Jedes und jeder hat irgendwie seine Berechtigung. Das eine Bild oder der User mit höherem Anspruch, das/der andere mit niedrigerem.

Mir fällt nur leider auf, dass wahre (Foto-)Kunst in diesem Forum für mein Geschmack vieeel zu kurz kommt und die wenigen, die echt anspruchsvolle ästhetische Bilder gemacht haben, haben mittelfristig das System gewechselt (Ron würde mir da einfallen), stellen hier kaum Bilder aus (zB Ray) oder machen sich sonstwie rar.
Ehrlich gesagt finde ich die hier gezeigten Bilder sind unterdurchschnittlich was den künstlerisch-kreativen Anspruch betrifft.
Unter anderem deswegen, weil vieles so technisch in den Besprechungen abläuft.
Wen interessiert denn schon wirklich wie viel Regler an einem Bild gedreht wurden, wenn das Ergebnis super ist. Oder umgekehrt: Was interessieren mich die Ebenen in Photoshop eines Bildes, wenn der Gesamteindruck mieserabel ist?
Ich finde man sollte die Bilder als Werk betrachten und sich mit diesem auseinandersetzen. Und zwar vom ersten Eindruck bis hin zum Detail.
Diskussionen darüber sind aber müßig, finde ich...

Dana 10.12.2010 23:10

Zitat:

Zitat von jameek (Beitrag 1115133)
Bildbesprechungen sollten dass sein, was sie versprechen:
Bilder zu besprechen. So wie sie sind und so wie die Kommentatoren sind.
Einige sind Kunstwerke, einige sind es nicht. Einige sind begnadete Texter, andere nicht.
Jedes und jeder hat irgendwie seine Berechtigung. Das eine Bild oder der User mit höherem Anspruch, das/der andere mit niedrigerem.

Ich hab jetzt erst ganz oben gelesen, worum es eigentlich geht. Das hat sich ja im Thread wohl etwas gewandelt.

Ich kann Christophe hier weitestgehend zustimmen, allerdings denke ich auch, dass man etwas weniger "Technikgepfrimel" und mehr Sinn des Bildes betrachten sollte. Es gibt techniklastige Bilder, aber auch sehr viele, bei denen es nicht drauf ankommt, ob es um 0,000045Grad kippt...egal, ob man ein großer Redner ist oder nicht.

jameek 10.12.2010 23:16

Zitat:

Zitat von Dana (Beitrag 1115134)
dass man etwas weniger "Technikgepfrimel" und mehr Sinn des Bildes betrachten sollte. Es gibt techniklastige Bilder, aber auch sehr viele, bei denen es nicht drauf ankommt, ob es um 0,000045Grad kippt...egal, ob man ein großer Redner ist oder nicht.

Wie ich im zweiten Abschnitt meinte.... Technik ist immer ein Feind von Kunst, finde ich. Auch Bilder mit schrägem Horizont können sehr schick sein, es wird aber natürlich immer jmd geben, der das doof findet.
Wenn man aber alle Regeln immer gleich beachtet, dann sehen auch die Bilder alle gleich (langweilig) aus.

Alphistitomus 10.12.2010 23:31

Ganauso ist es doch,dieses Forum ist so vielschichtig,wir haben hier viele nette User,die einen sind immer wieder präsent,heben hervor die anderen wiederum etwas passiver oder nur leser.Es sollte jeder seine Meinung und Bilder hier einstellen dürfen,unabhängig davon wieviel Kunst sein Bild enthält.Es kommt mir schon fast so vor als ob man hier ein bestimmtes Künstlerisches Niveau erreicht haben muss,damit das Forum sich nicht so "flach" presentiert.Ist dass etwa der Sinn:zuck: Es tut mir sehr leid,aber so kommt es mir vor.

Oldy 10.12.2010 23:51

Zitat:

Mir mangelt es seit einiger Zeit hier im Forum an guten und vor allem richtig formulierter Bildkritik.
Wer definiert denn die und warum?
Will der TO die denn hören oder möchte er einfach nur technische Hilfestellung, um sich zu verbessern?
Welche Bilder darf / muß ich den mit "vor allem richtig formulierter Bildkritik" beglücken?

Bitte nicht falsch verstehen, aber ich kann diesen Anspruch nicht nachvollziehen, denn wir betrachten ja hier keinen Picasso, Rembrand oder Holbein.

lg
Uwe

Gotico 11.12.2010 01:18

Zitat:

Zitat von slowhand (Beitrag 1114986)
Hm, ich unterstelle mal, dass es genügend Photoshopkünstler gibt, die noch nie fotografiert haben. Dürfen die dann keine Tips geben? :?

Klar und wie die dürfen. Erst recht wenn diese Tipps von Dir kommen, denn schließlich haben Deine Bilder auch einen Wiedererkennungswert erster Güte. Ich weiß schon manchmal bei den Vorschaubildern, dass dieses Motiv von Dir ist :top:.

See ya, Maic.

slowhand 11.12.2010 10:50

Danke für die Blumen, aber den Photoshopkünstler nehme ich für mich nicht in Anspruch. Ich bin, denke ich, absoluter Laie der eben gerne etwas experimentiert.
Wenn dann was ansehnliches bei raus kommt ist es gut, wenn nicht... kann ich auch damit leben ;)


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