![]() |
Polfilter für Weitwinkel - was benutzt ihr so?
Hi Ihr,
bei mir steht bald Urlaub an und dafür möchte ich einen Polfilter für das Sigma 17-70 und das 85/1.4 anschaffen. Mit satten 72mm Durchmesser. Nun habe ich irgendwo gelesen, dass sich 1.Polfilter stark in der Qualität unterscheiden und 2. Weitwinkel besonders schlanke Polfilter brauchen, um Abschattungen zu vermeiden. Irgendwie steige ich nicht ganz durch im Polfilter-Angebot. Was für Polfilter benutzt ihr so an Sigma 17-70, Zeiss 16-80, Sony 18-70 und ähnlichen? Gruß harumpel |
B+W Käsemann MRC slim
von Käsemann gibt's allerdings auch eine extra WW-Version, die du passend aufschrauben kannst (72mm), die aber am Filter viel weiter als der Durchmesser ist (z.B. 82mm), so dass es nicht zu Abschattungen kommt. Ist aber teurer und slim tut's auch. |
Zitat:
Zitat:
Filter nach Käsemann haben eine speziell Randversiegelung, meiner Meinung nach braucht man das unter "normalen Bedingungen" nicht unbedingt (auch weil es den Preis nochmal erhöht), aber das ist Ansichtssache. |
Zitat:
Zur Qualität von Polfiltern schau mal zu den Postings von Winsoft. Er hat da schöne Bilder von erblindeten und plädiert regelmäßig (und nachvollziehbar) für Qualitätsware. Ein Polfilter ist wie ein Blitz oder ein Stativ: Einmal richtig gekauft, hält er fast ein ganzes Fotografenleben lang. |
Zitat:
Zitat:
|
Zitat:
- lineares Polfilter - zirkulares Polfilter Bei Kompaktkameras reichen linare Polfilter, da solche Kameras in ihrem Inneren keine polarisierenden Elemente besitzen, die die Belichtungsmessung oder den Autofokus irritieren könnten. DSLR-Kameras besitzen durchweg Hilfsspiegel und/oder Prismen für die Belichtungsmessung und/oder den Autofokus. Da diese Elemente poarisierend bzw. analysierend wirken, muss das Polfilter ein zirkulares sein. Anderenfalls kommt je nach Drehstellung des Polfilters eventuell kein oder sehr wenig Licht mehr zu den Messzellen durch. Die Qualitätsunterschiede bei Polfiltern liegen in - Sperrgrad der Polfolie - optische Qualität der Deckgläser Polfolien billiger Polfilter sperren polarisiertes Licht nur unzureichend. Der Pol-Effekt ist also nur gering! Sind die Deckgläser nicht sorgfältig planparallel geschliffen und nicht blasenfrei, können Bildverzerrungen auftreten. Auch Farbstiche können Billigfilter aufweisen, obwohl man derartige Fehler mit EBV weitgehend ausbügeln kann. Polfilter nach Käsemann überzeugen durch extra ausgesuchte, hochwirksame Polfolien, durch optisch einwandfreie Deckgläser und durch eine gute Randversiegelung für lange Haltbarkeit. Ohne Randversiegelung kann die empfindliche Polfolie in feuchter Umgebung nach relativ kurzer Zeit vom Rand her erblinden. Solche Exemplare liegen bei mir herum... Die Vergütung von Polfiltern spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle, da der Poleffekt im Gegenlicht praktisch Null ist, man also nicht mit Polfiltern gegen die Sonne fotografiert. Ich fotografiere ausschließlich mit unvergüteten Polfiltern von Minolta, B+W und Leica, ohne je Probleme wegen der fehlenden Vergütung gehabt zu haben. Mir scheint die neuerdings angebotene Vergütung von Polfiltern eher nur ein Verkaufsargument für mit dem Poleffekt wenig vertrauten Käufern zu sein... |
Moin,
das galube ich nicht das ER übertreibt:) ich hänge mich ja auch oft genug aus dem Fenster, aber nicht um bewundert zu werden, sondern um die kleinen aber feinen Unterschied auzuzeigen! und wenn ihr schon richtig Kohle für Equipment ausgebt... könnt ihr nicht am falschen ende sparen, dann lieber mal auf ein teil verzichten, denn man kann gute Bilder auch ohne Polfiltermachen! und will mir hier einer weißmachen, dass nicht doch alle Amatuere schauen... wie die Profis es machen??? das einzige was zu Polfiltern und WW gesagt werden muss ist.... je weiter der WW-Bereich, desto geringer die Polwirkung! denn sie arbeitet ja nur eingeschränkt und nicht z.B. bei Fisheye und 180°:)) Mfg gpo |
Zitat:
Gerade beim Poleffekt durch Streuung (Himmelslicht) ist der Poleffekt nur auf einen kleinen Winkelbereich um die 90° zur Sonne begrenzt. Außerhalb nimmt der Effekt schnell ab, was bei Weitwinkeloptiken auf Grund ihres großen Bildwinkels zu einem ungleichmäßig hellen, fleckigen Himmel führt. Allerdings wird der Poleffekt durch Reflexion (Spiegelungen an Gräsern und Blättern) durch ein Polfilter vor dem Weitwinkelobjektiv nicht weiter beeinträchtigt. Denn ausreichend viele Blätter erfüllen auch beim Weitwinkel den optimalen Winkel für eine Polarisierung. Das wirkt sich insgesamt in einer höheren Sättigung der Grundfarben in der Landschaft aus. Was jedoch gänzlich daneben geht, ist das Polfilter auf dem Weitwinkel bei Wasserflächen und Schaufensterscheiben, etc. Denn hier ist ja nur eine einzige Richtung des Lichts nach der Reflexion polarisiert, während das Weitwinkel einen viel größeren Winkelbereich erfasst. Man kann als mit dem Polfilter nur einen kleinen Winkelbereich der Wasseroberfläche oder der Schaufensterscheibe "durchsichtig" machen. Der Rest der Fläche spiegelt munter weiter wie ohne Polfilter... Auf gewölbten Spiegelflächen hat man ebenfalls keine Chancen. Die mit Polfilter entspiegelte Fläche ist sogar noch kleiner als die bei Wasser oder Schaufensterscheiben... |
Ok, also der Effekt war mir eigentlich klar. Jetzt ist mir etwas bewusster geworden, dass Polfilter mit zunehmendem Weitwinkel mit mehr Bedacht eingesetzt werden müssen. Und mein Qualitätsbewusstsein (einmal gekauft, hält ein Leben lang :)) habt ihr auch geschärft.
Mal konkret, würde ein Hoya Slim 72E für 40 Euro reichen, oder muss es ein B&W MRC sein? Oder wäre ein Sony Filter (eigentlich für Video :oops:) in Ordnung? Was mich daran interessiert, ist der mitgelieferte hochwertige Schutzfilter, den ich ab und zu auch gebrauchen könnte. Was meint ihr? harumpel |
Abgeschreckt von den saftigen Preisen für B&W, Käsemann und Co.
habe ich mir vor einigen Monaten in der Bucht originale Minolta Polfilter in den größen 49mm, 55mm und 72mm zum Schnäppchenkurs geangelt. Ich bin von der Wirkung und Qualität der Minolta Filter absolut begeistert. |
Ich nutze Hoya Sllimfilter. Gute Qualität, günstiger Preis und keine nennenswerten Vignettierungen. 80€ oder mehr für zwei vergütete und verkittete Glasscheiben mit Folie dazwischen sind mehr als übertrieben.
|
Zitat:
Zu dem Sony-Set kann ich nichts sagen. Die alten Minoltafilter gelten als sehr gut. |
Zitat:
Denn - erstens beinhalten Zirkular-Polfilter ZWEI Folien - zweitens sind bei gängigen Polfiltern die "Glasscheiben" NICHT verkittet und - drittens sind € 80.- und mehr für ausgesuchte und hochwirksam sperrende Folien und präzise planparallel geschliffene Deckgläser ohne Blasen sehr wenig Geld! Wenn dann noch die sehr aufwändige und patentierte Randversiegelung nach Käsemnann für sehr lange Haltbarkeit hinzu kommt, darf man ruhig ein paar weitere € ohne Murren hinlegen. Oder wären Sie als Hersteller bereit, Ihre Investitionen und Ihre Arbeit zu verschenken? Frei nach dem Motto: Qualität kostet ja nix... darf nix kosten... Mann, oh Mann, mit welcher kostenneutralen Bedien-Mentalität haben wir es hier zu tun? Möglichst alles kostenlos kriegen und möglichst keine Eigenleistung erbringen... Und wenn Eigenleistung, dann bitte nur gegen sattes Geld... |
Zitat:
Wollte einfach nur deutlich sein, dass so ein Polfilter eine eher simple Sache ist, so dass ich einen so hohen Preis nicht gerechtfertigt finde. Zitat:
|
Zitat:
|
Können wir wieder zum Kern zurück kommen?
Ich habe insgesamt drei Pol-Filter, alle von B+W. Den 77'er als SLIM, da ich ihn auf mein 28-80 verwende. Für das 17-35mm von Minolta habe ich ihn aber auch schoon mehrfach eingesetzt. Für diese beiden Objektive habe ich auch ganz bewust die SLIM-Variante gekauft, wobei ich mich ehr durch die Erklärung der Firma Schneider-Kreuznach hab überzeugen lassen. Die anderen beiden Filter habe ich für die 24'er und 50'er Festbrennweite. Einzig für das 28'er Sigma fehlt mir noch einer, aber das spare ich mir momentan auch noch auf, da ich es noch nicht sehr häufig verwendet habe. In wie weit sich jetzt ein SLIM und ein "normaler" Filter unterschiedlich darstellen, kann ich aber nicht beurteilen, da vertraue ich lieber den fachlichen Erläuterungen von jemanden, der's weis. Und B+W hat ja beide Arten von Filter im Programm. Andere Filter hatte ich mir zwar angesehen, war aber von der Verarbeitung nicht so begeistert. Da war dann auch schon mal ein Hama-Filter mit dabei, bei dem am Rand eine Ablösung sichtbar war. Irgendwie scheint sich das in mein Gedächnis "eingebrannt" zu haben :D |
Gräser und Ähnliches mag man auch mit Polfilter am Weitwinkelobjektiv noch problemlos abfotografieren können; -problematisch wird aber der blaue Himmel mit seinem auf dem Speichemedium kaum zu beherrschendem Farbverlauf, da das Himmelslicht ja unterschiedlich stark polarisiert ist und demzufolge unterschiedlich stark gefiltert wird.
28 mm Brennweite (an der Vollformatkamera) dürfte bei grossem Himmelsanteil schon an der Grenze liegen, meint aus eigener Erfahrung mfG Hans-Dieter, der schon mühsam gescannte Weitwinkeldiapositive nachträglich verbessern musste |
Hoya Polfilter Cirkular Pro 1 Digital.
Wenn man ihn nicht da kauft, wo ich ihn gekauft habe, ist er einigermaßen preiswert. Die sind dünn genug für die meisten Objektive. Und ob B+W nun wirklich besser ist, ist wohl Ansichtssache. Es gibt durchaus Leute, die zumindest die besseren Hoya-Filter für gleichwertig halten. |
Naja der Hoya Pro 1 Digital ist kaum günstiger zu kriegen als ein B&W MRC slim. Da sind vielleicht 10 Euro Unterschied. So 70 vs 80. Der B&W wäre dann natürlich ohne "Käsemann". Ich überlege mir aber gerade wirklich ernstaft einen Käsemann zuzulegen.
|
So noch mein Senf:
Käsemann-Polfilter zeichnen sich durch eine spezielle Filterfolie mit besonders guten optischen Eigenschaften aus. Um einen Polfilter nach Käsemann zu bauen, benötigt man - so habe ich zumindest die Infos von B+W verstanden - aus Produktionsgründen die Verkittung am Rand, sie ist also nur Nebenprodukt, aber durchaus willkommen. B+W verquickt Käsemann-Filterfolie mit Top-Verarbeitung (angeblich besser geschliffenen Gläsern + Randversiegelung), Heliopan bietet auch Filter nach Käsemann, bzgl. Filterfolie und Verkittung sollten die auch Top sein, oder? Ob eine Verkittung erforderlich ist, scheint umstritten, winsoft hat Belegfotos, dass Polfilter vom Rand her eintrüben können, andere haben auch billige Filter über Jahre/Jahrzehnte problemlos im Einsatz. B+W bietet erst seit wenigen Jahren vergütete Polfilter an, früher würde argumentiert, dass dies aufgrund der üblichen Winkel zur Sunne beim Polfitereinsatz weniger sinnvoll sei. Slim-Filter von B+W haben einen entscheidenden Nachteil, sie haben kein Frontgeinde und werden daher mit einem Deckel geliefert, der von außen mehr schlecht als recht kraftbündig aufgesetzt wird, die üblichen Deckel, die sich formschlüssig im Gewinde verbeissen, lassen sich nicht nutzen. Heliopan bietet wohl auch Polfilter nach Käsemann an, die schlanken Filterfassungen von Heliopan haben ein Frontgewinde. Ob ein Filter vignettiert oder nicht hängt nicht nur an der Brennweite, sondern auch an der Konstruktion eines Objektives, manche Superweitwinkel haben einen so großen Filterdurchmesser, dass es keine Probleme gibt, andere Objektive sind extrem kritisch. Schlimmstenfalls muss man zu überbauten Filtern greifen, d.h. das Filterglas ist größer als das Gewinde. Eine breite Fassung hat übrigens den Votrteil, sich leichter drehen zu lassen. Grüße Jan |
Zitat:
Diese Randversiegelung war mit vergüteten Gläsern bislang technisch nicht möglich, weshalb B+W, Minolta und Leica nach wie vor unvergütete Polfilter nach Käsemann anbieten. Erst in jüngster Zeit scheint B+W dieses Problem gelöst zu haben. Die Polfolien der Käsemann-Filter sind tatsächlich von hoher Güte und Sperrwirkung! Hält man zwei Käsemann-Filter gekreuzt gegen das Licht, so hat man praktisch Schwarz! Das ist bei "normalen" Polfiltern absolut nicht der Fall! Diese ergeben nämlich gekreuzt ein bläuliches Restlicht ansehnlicher Stärke... Zitat:
Zitat:
Alle Leica-Polfilter scheinen sehr sorgfältig randversiegelt zu sein, was sich bei mir in jahrzehntelanger Haltbarkeit trotz feuchter Umgebung zeigt. Das war nicht immer so! Leica hatte vor etwa 30 Jahren große Probleme, große Durchmesser zuverlässig randversiegeln zu können. Bei einigen Zirkular-Polfiltern mit Durchmessern über 55 mm wurde man wegen genau dieser Probleme zunächst vertröstet, bis man das Problem gelöst hätte. Ein Serienfilter für das außergewöhnliche Spitzenobjektiv Apo-Telyt-R 3.4/180 - das erste Kleinbildobjektiv überhaupt mit voller apochromatischen Korrektion bis ins nahe IR hinein bei unglaublichen Auflösungsdaten von über 500 lp/mm - erblindete bei mir in relatuiv kurzer Zeit. Erst die Nachfolgefilter waren dann endlich ausreichend randversiegelt... |
Ich habe mir jetzt übrigens einen Heliopan SH-PMS ersteigert. Hoffentlich sind die Ergebnisse gut, sonst versuche ich es mit einem B&W Käsemann.
|
| Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:32 Uhr. |