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-   -   Challenge #6 - "Stadtbild plakativ" (https://www.sonyuserforum.de/forum/showthread.php?t=205028)

Kurt Weinmeister 25.10.2025 15:33

Challenge #6 - "Stadtbild plakativ"
 

Fotochallenge: Stadtbild – plakativ!
Für alle, die lieber Makro als Menschen fotografieren. Jetzt wird’s echt.

Triggerwarnung:
Diese Challenge könnte Spuren von Menschen enthalten.
 Wer sonst nur Blütenblätter, Bienen oder Frühstücksbrettchen fotografiert, sollte sich mental vorbereiten.
 Es geht um echte Stadtbilder – mit Gesichtern, Werbung, Beton, Widersprüchen und gelegentlich jemandem, der zurückguckt.
 Makrofotografen dürfen natürlich auch gerne mitmachen. Ich empfehle aber, vorher das Objektiv zu wechseln.

Die Challenge:
Ich will Dein Stadtbild sehen – plakativ, ironisch, menschlich.
 Fang die Momente ein, in denen Werbung, Streetart oder Schaufenster mit der Realität kollidieren oder was Dir sonst skurril vorkommt:
Der sabbernde Hund vor der Bratwurstwerbung
Das „Bleib jung!“-Plakat über einem Rentnerpärchen auf der Parkbank
Die Luxusmode-Anzeige neben der Pfandflaschensammlung
Oder was dein Blick an urbaner Ironie sonst so entdeckt.

Warum das Ganze?
Weil das Stadtbild nicht aus Tulpen und Nebel besteht, sondern aus Gesichtern, Ecken, Brüchen.
 Weil manche Menschen meinen, unsere Städte sähen schlimm aus – also zeigen wir sie!
 Ehrlich. Laut. Witzig.

Deine Aufgabe:
Raus aus dem Wohnzimmerstudio.
 Runter von der Couch, rauf auf den Gehweg.
 Der Mensch ist kein Störfaktor im Bild – er ist das Bild.
 Hab keine Angst, mal jemanden anzusprechen, mal zu fragen, mal einfach den Moment zu nehmen.
 Ja, es kann unangenehm sein. Und genau da wird’s spannend. Mach das zu Deiner persönlichen Challenge!

Das Ziel:
Zeig uns Dein Stadtbild – plakativ, übertrieben, menschlich, absurd.
 Fang die Ironie des urbanen Lebens ein – zwischen Werbewelt und Wirklichkeit.

Mitmachen:
Vertraue der Forensoftware. Poste Dein Bild hier in diesem Thread. 
Mut zählt mehr als perfekte Belichtung.
 Also los – raus aus dem Arztzimmer, rein ins echte Leben.
Die Stadt wartet schon auf dein Motiv.

Regeln & Teilnahmebedingungen:
1 Zeitraum:
Die Challenge läuft vom 26. Oktober 2025 bis 09. November 2025 (Mitternacht).
 Alles, was danach kommt, gilt offiziell als „künstlerisch verspätet“ und zählt nicht mehr.
2 Aktuell, nicht archiviert:
Nur neue Fotos, bitte! 
Keine Konserven aus dem letzten Sommerurlaub oder deiner Festplatte von 2017.
 Ich will jetzt sehen, wie Dein Stadtbild aussieht – frisch, spontan, echt.
3 Motivvorgabe:
Mensch oder Tier im Vordergrund, gerne Werbung, Plakat, Schaufenster, Streetart oder was immer zum Vordergrund passt im Hintergrund.
Humor, Ironie und gesellschaftlicher Kontext ausdrücklich erwünscht.
4 Bildbearbeitung:
Korrekturen ja, Kunstwerke nein.
Bleib realistisch – keine KI-Generierung, keine Collagen, keine Photoshop-Märchen.
5 Anzahl:
Wie beim Leben des Brian. Jeder nur ein Bild.
6 Respekt:
Street-Fotografie darf provozieren, aber nicht verletzen.
 Kein Bloßstellen, kein Grenzübertritt – Humor mit Haltung.


Beispiele gefällig?





Und nun, raus! Husch husch. Noch ist es hell and "the night is dark and full of terrors."
Ich freue mich auf euer Stadtbild, eure Interpretationen, eure Ideen und Umsetzungen. Auf euch.

joker13 25.10.2025 16:21

Schönes Thema, ich bin gespannt auf die Bilder!
Ich denke du solltest fairerweise auf die geltenden Gesetze (DSGVO) hinweisen, was die Veröffentlichung von Bildern im Internet mit Menschen darauf betrifft.
Auch deine ersten Bilder können davon betroffen sein.

Crimson 25.10.2025 16:58

Moin,

geiles Thema :crazy::top: da muss ich mich mal ganz weit aus der Komfortzone begeben :shock: und irgendwo hier was urbanes suchen :shock: bin gespannt, obe ich dazu überhaupt irgendwas hinbekomme... schauen wir mal, Bangemachen gilt nicht :cool:

cf1024 25.10.2025 17:30

Alles klar, Challenge :cool: angenommen. Mal sehen was Kassel und sein Umfeld so zu bieten hat. :zuck: Gut, dass wir 2 Wochen Zeit haben. Aus dem Thema lässt sich was machen.

CB450 27.10.2025 09:41

Sehr schön. Aktuell, provokant und mit so vielen Möglichkeiten. Ich habe nicht weniger von dir erwartet. :D
Mal sehen was mir vor die Kamera kommt. Urbane Dystopie oder fröhliches Stadtbild? Spannend.

Kurt Weinmeister 27.10.2025 16:06

Zitat:

Zitat von joker13 (Beitrag 2332125)
Ich denke du solltest fairerweise auf die geltenden Gesetze (DSGVO) hinweisen ...

Da tue ich mich jetzt etwas schwer. Auf der einen Seite sollte man selber wissen, welche Gesetze zu beachten sind und auf der anderen Seite kann ich nicht beurteilen, welche Gesetzespassage auf das einzelne Individuum angewendet wird.
Die DSGVO lässt ja durchaus zu, dass Menschen (auch ohne ausdrückliche Erlaubnis) fotografiert werden. Wenn ein berechtigtes Interesse (Presse, Veranstalter, etc) besteht, dann geht das.
Was nicht geht, sind Fotos von Menschen unter 18 Jahren -> da ist zwingend ein Einverständnis einzuholen.

Ich habe aber kein Problem, wenn Menschen verpixelt oder anders unkenntlich gemacht werden. Ich will ja nur die Szene.

Dieser junge Mann hat sich mir nach Einnahme mehrerer Gin-Tonics schluchzend offenbart, dass er die Kamerawende vollzogen und eigentlich ein Nikonianer sei. Sein coming out sei ihm sehr schwergefallen und er bittet darum, seinen Fetisch nicht publik zu machen.
Selbstverständlich respektiere ich seinen Wunsch und mache ihn unkenntlich.


Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 2332127)
Moin,

... da muss ich mich mal ganz weit aus der Komfortzone begeben ...

Ja, und bitte so weit gehen, dass Du nicht mehr in selbige zurückfindest :top:

Zitat:

Zitat von cf1024 (Beitrag 2332131)
Alles klar, Challenge :cool: angenommen.

Woher wusstest ich das?
Ich bin mir sicher, Du wirst etwas :crazy: finden!

Zitat:

Zitat von CB450 (Beitrag 2332198)
Ich habe nicht weniger von dir erwartet.

Warum verspüre ich bei Deinen Beiträgen immer so einen Druck auf meinen Schultern?
Aber ich freue mich auf Deinen Beitrag. Er wird wie immer einen ganz besonderen Moment magisch einfangen.

jqsch 27.10.2025 17:02

Welches Stadtbild wünscht du dir denn? Das realistische oder das politisch erwünschte?

Ganz schnell weg..

Und Challenge accepted.

VG

Kurt Weinmeister 27.10.2025 17:28

Zitat:

Zitat von jqsch (Beitrag 2332225)
Welches Stadtbild wünscht du dir denn? Das realistische oder das politisch erwünschte?

Seit wann zeigt Dein Foto die Realität :mrgreen: ?

Aber das sehen wir ja dann :top:

Crimson 27.10.2025 21:23

puh... kann mal bitte jemand für den Niederrhein für das kommende Wochenende Wetter zaubern, bei dem überhaupt irgendwas möglich ist? Die Vorhersage zumindest hier ist gruselig :?

jqsch 27.10.2025 21:28

Hallo Markus,

du hast doch zwei Wochenenden für ein Bild :-)

VG

Jürgen

Crimson 27.10.2025 22:42

Moin Jürgen,

...und entsprechende Aussichten aktuell... schauen wir mal :)
Die längere Laufzeit ist auf jeden Fall mal gut in diesem Fall und sicher mit Bedacht gewählt :top:

Kurt Weinmeister 27.10.2025 22:47

Vielleicht habe ich etwas verpasst, aber ich dachte immer, mit einer Kamera könne man bei jedem Wetter Fotos machen.
Ist das schon eine prophylaktische Entschuldigung?

Crimson 28.10.2025 09:20

die Kamera ist wasserfest ;)

Kurt Weinmeister 28.10.2025 18:40

Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 2332310)
die Kamera ist wasserfest ;)

Na, was weinst Du denn dann so?
Du kannst auch in ein Einkaufszentrum fahren und dort Dein Foto machen.
Allerdings ist dort nix mehr mit Panoramafreiheit, aber das gehört zur Challenge :crazy:

Kurt Weinmeister 02.11.2025 23:49

Da steht er, der letzte Wächter der Schöpfung, vor dem Apple Shop am Jungfernstieg, und hält die Stellung – bewaffnet mit Pappe, Pathos und Poncho. Während um ihn herum Hamburg im Takt von Lieferdiensten, Selfie-Sticks und Baustellenabsperrungen pulsiert, ruft er zum Widerstand auf: Gegen Genanalyse, Klonen und vermutlich auch gegen das WLAN am Apple Shop vor dem Alsterwasser.
„Gottes Schöpfung zerlegt, verworfen, manipuliert“ – ruft das Schild. Und man möchte fast antworten: „Ja, willkommen in der Innenstadt!“ Zwischen Backstein-Expressionismus des Chiles Hauses einerseits und dem Historismus des Rathauses andererseits plus der pulsierenden Apple-LED-Leuchtreklame ist der Mensch längst zum digitalen Deko-Objekt mutiert. Der Unterschied: Die Stadt hat sich mit der Mutation abgefunden – nur unser Poncho-Prophet nicht.
Vielleicht ist es das, was ihn so anrührt: das Gefühl, dass nicht nur die Gene, sondern auch das Stadtbild manipuliert wurden – aufpoliert, durchdesignt, gläsern und glatt wie ein Brain-Computer-Interface. Früher war der Kirchturm das höchste Gebäude, heute ist es der Mobilfunkmast. Der Fortschritt hat die Kathedrale ersetzt – und der Himmel streamt jetzt in 5G.
Sein Transparent ist also weniger Warnung als Mahnmal: eine ironische Installation im Freiluftmuseum der Moderne. Zwischen Latte Macchiato und Laternenmast ruft er zur Rückkehr zur „reinen Schöpfung“ – doch selbst sein Regenponcho ist Erdölchemie.
Und doch: Wenn man einen Moment das grelle Gelb des Plakats und die Schrillheit der Botschaft beiseite lässt, sieht man da ja jemanden, der in der Kälte steht, im Regen, allein. Und das tut man nicht aus Spaß.
Was ihn wahrscheinlich motiviert, ist nicht Hass auf Fortschritt, sondern Angst vor Entfremdung. Er sieht, dass sich die Welt mit rasender Geschwindigkeit verändert – Gene, Körper, Computer, Stadtbilder, Menschenbilder – und er hat das Gefühl, dass irgendwo auf diesem Weg etwas verloren geht: Würde, Seele, Schöpfung, das Maß des Menschen.
Er übersetzt diese Angst in große, fast biblische Worte, weil das die Sprache ist, die ihm bleibt, um gehört zu werden.
Da steckt auch Ohnmacht drin. Die Stadt rauscht, die Welt digitalisiert sich, und seine Stimme klingt wie ein Echo aus einer Zeit, in der man noch glaubte, dass es so etwas wie einen göttlichen Bauplan gibt. Heute redet niemand mehr von Schöpfung, sondern von Optimierung. Und er steht da – als Mahner, ja, aber auch als jemand, der um Halt ringt.
Wenn man ehrlich ist: So ganz unverständlich ist das nicht.
Er formuliert es nur anders, lauter, kantiger.

Und das ist mein Stadtbild für heute und den Rest der Challenge.


Bild in der Galerie

Ich weiß: Die eigentliche Challenge lautet, möglichst spät etwas zu posten, in der irrigen Annahme, man bekäme noch ein besseres Bild später, oder der/die imaginäre Konkurrent/Konkurrentin könne einem was abschauen.
Aber gebt euch mal einen Ruck. Das Wetter wird nicht besser, die Motive wachsen nicht plötzlich aus dem Boden. Also was hält euch ab? Da ich weiß, dass ihr die Antwort mangels Mumm oder fehlender Kreativität eh nicht formulieren könnt, gebe ich mal was zur Auswahl:
⁃ Lichtmangel – grauer Himmel, flaches Licht, keine Kontraste – Motivation null.
⁃ Technikversagen – Akku leer, Speicherkarte vergessen, Objektiv beschlagen.
⁃ Zeitdruck – Alltag frisst Kreativität; Termine statt Teleobjektiv.
⁃ Motivationsloch – kreative Flaute, alles wirkt schon tausendmal gesehen.
⁃ Perfektionismus – Angst, dass das Ergebnis nicht „gut genug“ wird.
⁃ Soziale Hemmung – Scheu, fremde Menschen oder öffentliche Szenen zu fotografieren.
⁃ Kälte oder Hitze – Wetter, das nicht nur Equipment, sondern auch Laune einfriert oder schmilzt.
⁃ Inspiration fehlt – Thema spricht nicht an, kein inneres Bild entsteht.
⁃ Selbstzweifel – innere Stimme sagt: „Andere können das besser.“
⁃ Lebensrealität – einfach zu müde, zu erschöpft oder gedanklich woanders.

:mrgreen:




jqsch 03.11.2025 00:28

Du hast in deiner Aufzählung vergessen.


Mein Wille den okologischer Fussabdruck gering zu halten, verbietet mir Fahrten zum Apple Store nach Hamburg

Die Situation in der Welt macht mich depressiv

Es ist doch schon alles gezeigt worden

Es macht einfach keinen Sinn, hier kritische Bilder zu zeigen

Zum Bild.

Diese Idealisten muss man bedauern und bewundern. Das Wetter ist ihnen egal. Sie präsentieren ihre Meinung. Die Umgebung ignoriert sie und nimmt sie nicht mehr wahr. Und um sie herum wird ein grosser Bogen gemacht. Das passt in die Zeit.

VG

Jürgen

Kurt Weinmeister 03.11.2025 09:14

Zitat:

Zitat von jqsch (Beitrag 2332603)
Du hast in deiner Aufzählung vergessen.

Bitte nehme er meinen ausdrücklichen Dank für die Aufzählung weiterer Verhinderungsgründe an.
Vielleicht wird das die nächste Challenge?
Kreative Ausreden und deren Entstehung?

Crimson 03.11.2025 21:19

Moin allerseits,

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2332613)
Vielleicht wird das die nächste Challenge?
Kreative Ausreden und deren Entstehung?

eine durchaus spannende Idee :crazy::top:

Ok... Ausreden habe ich eh immer, im Moment sogar noch mehr als sonst... gleichwohl... ganz weit weg von meiner Motivwelt versuche ich mich dem Thema zu nähern... erstmal Stadt... woher nehmen? Das nächste hier ist Goch (35.000 Einwohner), dann Kleve (55.000 Einwohner)... geht sowas als Stadt durch? Dann Zeit... natürlich immer... und Wetter... auch immer... ja, ich weiß, sonntags ist eher noch weniger los... dann - zum Glück sind die Eingangsbeispiele zu Punkt 3 sehr dehnfähig - Menschen... meine Nichtmotive...

Wie der große Meister richtig schreibt:
Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2332597)
Aber gebt euch mal einen Ruck. Das Wetter wird nicht besser, die Motive wachsen nicht plötzlich aus dem Boden.

Ruck... nun... ich habe es versucht... es wird eh nix mehr so aus dem Boden wachsen... auch wenn ich morgen bei IKEA bin :crazy:... bin also gestern durch die ganze sogenannte Stadt, Plakate ohne Menschen, Bahnhof (1 ganzes Gleis) mit grauen Mäusen, Sonntags ist nix los.... bin dann doch bei den zwischendurch schon mal aufgenommenen erstarrten Versionen* hängengeblieben... die tun sich mir leichter :crazy: und irgendwie genau so vor einer gewissen Leere auch sehr sinnbildlich für vieles heute... fallen, ziehen, zerren, sehnen, nicht erreichen, in der Mitte die Leere... auch deswwegen S/W... schauen wir mal, ob es wenigstens ein wenig passt...


Bild in der Galerie

Viele Grüße,
Markus

*aus dem Lohengrinbrunnen (Elsabrunnen) in Kleve

Kurt Weinmeister 03.11.2025 22:04

Lieber Markus,
Ich freue mich sehr, dass Du etwas gefunden hast!
Ich dachte schon, am Ende stehe ich alleine da.

Warum Du allerdings Kleve Nijmegen vorziehst, weißt nur Du.
Der Rest der Welt weiß, dass es die Hollies einfach können.
Da gibt es Motive ohne Ende.

Lohengrin.
So sei es!

Crimson 03.11.2025 22:19

ich gestehe :oops:, dass ich noch nicht in Nijmegen war, wohne seit gut zwei Jahren hier... das wird aber noch nachgeholt... nur ohne diese Challenge ;)

Du wirst schon nicht alleine dastehen... ist so ein bisschen in den Challenges begründet, dass man oft bis zum Schluss wartet...

cf1024 03.11.2025 22:31

Nein Markus, er wird nicht allein dastehen. Ich war heute 2 Stunden in Göttingen und habe mein Foto im Kasten. :cool: Aber ich habe noch eine Idee, an die ich mich morgen nochmal heranwage. Mal sehen was draus wird.

jqsch 03.11.2025 22:45

Mich zieht es morgen zum Bahnhof Zoo. Da sollte das eine oder andere Motiv doch zu finden sein.

Viele Grüße

Jürgen

Kurt Weinmeister 03.11.2025 23:20

Dann wünsche ich den Herren gutes Gelingen!

cf1024 04.11.2025 20:36

Stadtbild
 
10 Fotos hatte ich zur Auswahl und vier davon haben es in die engere Wahl geschafft. Es wäre auch bunt gegangen mit Plakaten und fröhlicheren Menschen.
Passend zur Tristesse des Novembers habe ich mich für dieses Bild entschieden.


Bild in der Galerie

Den Rest gibt es dann in den Outtakes.

CB450 04.11.2025 22:38

Das sind doch schon schöne Sachen. Ich bin am Donnerstag in der großen Stadt.
Mal sehen, was sich findet.

Kurt Weinmeister 04.11.2025 23:31

Oh, man zieht Veltins dem Dosenbier vor.
Sehr gut, Herr Wagner!

Porty 06.11.2025 17:07

Aus gegebenen Anlass heute vom Bahnhof Nördlingen:



Bild in der Galerie


Passend dazu: Wollte heute eigentlich nach Stuttgart fahren. Der Zug hatte erst 20 min, dann 30 min Verspätung und als er dann wirklich kam, fuhr er nur bis Bopfingen und nicht nach Aalen, von wo aus man dann nach Stuttgart kommt. Hab´s dann sein lassen. War auch besser so, denn laut Webseite der DB- Infra Go ist bei Günzburg eine Weiche kaputt und die Strecke Aalen - Donauwörth muss als Umleitung für die ICE´s her halten. Wer weiß, ob ich da heute wieder zurück gekommen wäre.....

Windbreaker 06.11.2025 23:01

Ich trau mich mal aus der Deckung. Hatte ein bissel Zeit, in der Stadt nach Motiven zu suchen und hab die beiden erwischt. Ob die beiden nach einem Hochzeitstermin gesucht haben, ist nicht überliefert.


Bild in der Galerie

Kurt Weinmeister 07.11.2025 12:06

Zitat:

Zitat von Porty (Beitrag 2332806)
Aus gegebenen Anlass

Zitat:

Zitat von Windbreaker (Beitrag 2332827)
Ich trau mich mal aus der Deckung.

Das ist jetzt aber eine gelungene Überraschung.
Jens, ich spoiler schon mal. Die Protagonisten heißen Günther und Erika.

Jetzt geht es in die Endphase. Wer kommt als Nächstes aus der Deckung?

CB450 07.11.2025 15:55

Dann komme ich doch aus der Deckung. Für dieses Thema habe ich mir einen Tag frei genommen. Bitte würdigen, Herr Weinmeister.

Von meinem Ausflug nach München bin ich mit mehreren Bildern zurückgekommen, die ich hier zeigen könnte. Die meisten finde ich fotografisch ansprechender, aber das hier spiegelt das Thema aus meiner Sicht am treffendsten wider.

An dieser alten Wand vor der Oper in München sitzen die unterschiedlichsten Menschen. Sie schauen in ihr Smartphone, lesen oder unterhalten sich. Vom Straßenkehrer bis zur Universitätsprofessorin ist hier sicher alles vertreten, und dennoch sitzen alle unter der gleichen Sonne und genießen die Wärme. Ich mag den Gedanken. Deshalb ist das hier mein „Stadt-Bild“.


Bild in der Galerie

jqsch 07.11.2025 20:09

Ich denke in den kommenden beiden Tagen, kann ich dieses Bild für die Challenge nicht mehr toppen. Bearbeiten kann man es sicher anders.


Bild in der Galerie

Um es ganz klar zu sagen: Menschen sind kein Abfall, obwohl manche Menschen sie wie solche behandeln!

VG

Jürgen

Kurt Weinmeister 07.11.2025 22:59

Zitat:

Zitat von CB450 (Beitrag 2332858)
Dann komme ich doch aus der Deckung.

Was heißt hier „doch“?
Du heißt doch nicht Chicken out Peter.
Aber bei euch heißt das ja Hendl…

Zitat:

Zitat von jqsch (Beitrag 2332866)
Ich denke in den kommenden beiden Tagen, kann ich dieses Bild für die Challenge nicht mehr toppen.

Das denke ich auch.

CB450 08.11.2025 01:19

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2332877)
Was heißt hier „doch“?
Du heißt doch nicht Chicken out Peter.
Aber bei euch heißt das ja Hendl…

In bavaria we do not chicken out, we hendl away! :D

Kurt Weinmeister 08.11.2025 13:47

I can hendl that.

… um hier nicht ein blödes „gelöscht“ stehen zu haben.

Kurt Weinmeister 09.11.2025 22:46

Das ist eine Challenge.
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Zumindest für mich, der die Ehre hat, eure Werke zu würdigen.
Aber ich würdige nicht. Zumindest anders als vielleicht vorgestellt.
Ich nehme euer Bild und das was ihr dazu geschrieben habt und lasse meine Gedanken darum kreisen.
Dabei verzichte ich bewußt auf Superlative und Redewendungen wie "großartig", „grandios“, "Chapeau" oder "ich ziehe den Hut".
Wer das sucht, dem empfehle ich Chatgpt. Dort könnt ihr euer Bild hochladen und euch an der Lobhudelei der KI berauschen.

Es ging mir bei dieser Challenge nicht um erstklassig komponierte Meisterwerke der Streetkunst. Es ging mir um euer Stadtbild, um Klischees, um Nachdenkliches, um Möglichkeiten. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Und ihr habt geliefert.
Danke!


Challenge #6 - Stadtbild plakativ
BildEXIF DatenKommentar
CrimsonIn Kleve gibt es nur ein Gleis. Man kommt entweder an oder man reis(s)t aus. Aus Kleve ist man offensichtlich schon ausgereist, Innenstadt und Bahnhof sind verwaist, wüst und leer. Joseph Beuys ist hier aufgewachsen, der Schwan zieht sich wie ein Leitmotiv durch seine Werke und so gelingt uns fast mühelos die Brücke zu Richard Wagner, der Kleve allerdings nie besucht hat. Die literarische Figur Lohengrin, Sohn des Gralskönigs Parzival, wird auf einem Schwan der Herzogin von Brabant als Helfer und Beschützer gesandt. Als Bedingung für seine Hilfe darf sie ihn niemals nach seiner Herkunft oder seinem Namen fragen, sonst muss er aus dem Stadtbild weichen. Wenn das so einfach ginge! Ich sehe schon den Innenminister und ein schnell zusammengestoppeltes ICE-Team durch Kleve stolpern und jedem Nachfahren der Weisen aus dem Morgenland ein "Was Dein Name, Wo kommst Du?" entgegen schleudern, in der Hoffnung, der Schwan taucht auf und nimmt den Delinquenten wieder mit aufs Boot, aus dem er zuvor nach größter Not entstiegen war. Auch Elsa wird es erst bewußt, was sie angerichtet hat, als sie die verhängnisvollen Worte aussprach. So endet der dritte Akt zumindest bei Wikipedia: "Elsa sinkt entseelt in Gottfrieds Armen ebenfalls zu Boden, das Volk (Chor) gibt sein Entsetzen „Weh!“ kund.". An anderer Stelle stirbt Elsa im Übrigen darauf später an einem Herzinfarkt, weil es nicht mehr genügend Rettungssanitäter gab. Nach deren Namen hatte man eilfertig auch gefragt.
CF1024163424. Ich gebe es freimütig zu: Ich bin ein Widerspruch. Plakativ sollte es sein. Plakativ ist es auch geworden. Und doch verliere ich mich in Details. Details. Ich kann nicht anders. Tristesse. Es ist Montag, eine offensichtlich obdachlose Frau sitzt lesend vor dem geschlossenen Juwelierladen Christ am Kornmarkt in Göttingen. Ihre wenigen Habseligkeiten hat sie an die Wand gelehnt, ein Tetrapak mit Saft und ein Plastikbecher stehen vor ihr. Eine Tüte mit aufgedruckten Blumen steht zu ihrer Rechten. Ein Geschenk einer vorbeieilenden Passantin? Sollte der Schriftzug CHRIST etwas in ihr getriggert haben? Sieben Grevensteiner Eliten stehen stramm und ordentlich aufgereiht weiter abseits von ihr. Aussätzig. Unbeteiligt. Damit will sie nichts zu tun haben. Auch wenn zwei der Granden unverschlossen zu sein scheinen. Kein selbst gemaltes Schild vor ihr weist auf ihre Notlage hin. Stattdessen dieses Buch. Das Buch, das von Nächstenliebe und der Seligkeit der Leidtragenden handelt oder ist es eher eine Auflage von 1949, die die Würde des Menschen für unantastbar erklärt? 163424. Die Zahl lässt mich nicht mehr los. Warum ist um diese Zeit der Juwelierladen geschlossen, obwohl die Öffnungszeiten etwas anderes verlauten lassen? Sitzt dort vielleicht die Inhaberin des schmucken Ladens, die Elite, die Deutschland den Rücken kehrt? Von Abgaben- und Steuerlast gebeutelt einfach mal den Laden dicht machen und in fremden Landen erneut sein Juwel auf den Scheffel stellen? Oder ist sie von sehr weit entfernten Berliner Verwandten, einer deutschlandweit bekannten Anhängerschaft und die in den letzten Jahren immer wieder öffentliches Interesse auf sich gezogen hat, besucht worden? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass am Montag, den 03.11.2025 um 16:34:24 Uhr der Juwelier Christ in Göttingen geöffnet hatte und dies der einzige Eingang ist. Weinmeister ermittelte und hat bei Christ angerufen. Das sind die eigentlichen Fragen, die uns beschäftigen sollten. Nicht irgendein Stadtbild.
PortySo langsam sollte es doch auch der letzte Lurch begriffen haben. Aus Nördlingen flieht man nicht. Spätestens beim Anblick der im Hintergrund aufgereihten Waggons sollte im Oberstübchen etwas dämmern. Man kommt hier weder mit Bahn weg, noch sonst irgendwie. Da nützt es einem auch nichts, dass man mit 15, 30 oder 60 GB Karten Bescheid geben kann, wenn es mal wieder länger dauert, wenn man später ankommt. Man kommt gar nicht an. Man verbleibt. Man bleibt gezwungenermassen im Stadtbild kleben, dass alle so sehr hassen. Ich kann das verstehen. Keiner will euch haben. Schon gar nicht die Baden-Württemberger. Da passt ja schon rein sprachlich gar nichts zusammen. Also warum sollten sie euch in Stuttgart willkommen heißen? Bayern ist doch ein sicheres Herkunftsland. Und sich plötzlich womöglich für schwäbische Automobiltechnik interessieren? Nachtigall, ick hör' Dir trapsen! Nur konsequent, dass man angesichts solch einer massiven Bedrohung der eigenen Sicherheitslage die Schotten runterlässt. Obendrein verträgt sich das Fleischpflanzerl eh nicht mit dem Grüngemüse in der Villa Reitzenstein. Statt der 30 GB Karte wird es dann wohl eher der Jim Beam, den man dann am Bahnhof gleich mit weiteren gestrandeten Kumpels in den Kopf gießen kann. Ein Prost auf das Stadtbild!
WindbreakerGünther und Erika sind voll in der digitalen Welt angekommen. Hier schauen beide gemeinsam auf ihren Kontostand, da Günther sich eine Zweitfrau zulegen möchte. Der gelernte Tiefbauingenieur und die Buchhalterin einer Freiburger Maschinenfabrik begrüßen die Möglichkeiten, die sich durch neue und fremde Kulturen ergeben. "Ich kann leider nicht mehr so oft wie der Günther; die Hüfte, wissen Sie?" erklärt Erika entschuldigend die Situation. Beide sind viel in der Welt herumgekommen. Sie war früher oft auf internationalen Messen, als sie für ein anderes Unternehmen noch im Vertrieb tätig war, er hatte weltweit Projekte laufen. "Gott sei Dank ist meine Erika tolerant und auch ich habe nichts dagegen, dass sie ab und an dann den Dönermann besucht und 'mit alles (sic!)' bestellt." ergänzt Günther. Da beide kinderlos geblieben sind, steht das Haus eh die meiste Zeit leer und so junge Dinger bekommt man ja schon recht günstig in der Anschaffung, staunen beide. Sie freuen sich auf ihre baldige Neuerwerbung, die sie dann auch im Alter entlasten kann. "Wir denken, wenn sie uns dann beide pflegen kann und dann, wenn wir nicht mehr sind, das Haus erbt, dann ist das für alle eine Win:Win Situation", konstatiert Erika nüchtern. Auf die Frage, welches Modell es werden soll, antwortet Günther diplomatisch: "Wir ziehen den Südosten Europas vor, Osteuropäer kochen eher fettig mit viel Fleisch und sprechen dann auch noch so gebrochen Deutsch, das mögen wir nicht ganz so. Aber nicht, dass Sie uns jetzt für Rassisten halten, wir sagen hier doch nur unsere ehrliche Meinung", schiebt er schmallippig hinterher. "Wir müssen jetzt aber weiter, um die Ecke gibt es auch noch einen Laden, da vergleichen wir dann das Angebot!" verabschiedet sich Erika merklich schnell von Jens. "Soll ich sie fahren?" ruft Jens noch hinterher, aber beide marschieren bereits im strammen Stechschritt aus dem Stadtbild.
CB450Warum kommen mir römische Latrinen hier als erstes in den Sinn? Die bis zu 80 Plätze fassenden Großlatrinen waren in de Antike ein Ort des geselligen Miteinanders. Viele Menschen blieben länger da und führten "Klo-Gespräche", verbesserten ihre Geschäftsbeziehungen oder nahmen am Glückspiel um Gold oder Wertmarken für das öffentliche Bordell teil. Damals hat sich an diesem Stadtbild noch niemand gestört. Was ist heute also anders? Auch hier sitzen die Menschen wie auf der Latrine zusammen, aber statt sich für seinen Nebenmann oder seine Nebenfrau zu interessieren, schauen die meisten Köpfe gesenkt nach unten. Schon Charlie Brown wusste, dass man davon Depressionen bekommt. Ich habe spontan Passanten dazu vor der Oper befragt, was sie davon halten, dass dort Professorinnen, Handwerker und andere ehrbare Leute sitzen? Die meisten von denen konnten leider kein Hochdeutsch und haben mich nicht verstanden. Ich habe es dann mit DEEPL versucht, aber bayrische Dialekte sind der KI noch fremd. Einer allerdings, der Alois, konnte etwas gebrochen Englisch und ich konnte mein Anliegen vorbringen. Er formuliert seine Wut so: "Dea zua'grodn Saupreißdreck, i sog da, de ham do überhaupt nix verlorn! Mia san scho seit Generationen auf unserm Hof, mia g’hörn doher – net de! Mia ham eher a Recht, uns hi z’setzn, owa jedesmoal, wenn ma kemma, san d’Plätz scho vollg’hockt vo de Fremdn! Und wia des ausschaugt, wenn de dort all umehock’n – da wird da ja schlecht! Des is a Schand, des verschandelt des ganze scheene Stodtbuid! Mia derf’n uns unsa oagn Platz nimma nehma, weil de ois z’hamma, de Zuagroastn!". Ich habe das als Sprachnachricht aufgenommen und hoffe, ich habe das dann richtig wiedergegeben. Ich weiß bis heute nicht, was der gute Mann gesagt hat. Zefix, gib a rua.
jqsch"Tut das denn Not, dass der hier so rumoxidieren tut? Den kann man doch noch gebrauchen.", höre ich Meister Röhrich zu Ekkehardt sagen. "Ein bisschen polieren und frisieren und schon wird er wieder ein Mensch.". Recht hat er, der Meister. Das war zumindest meine erste Assoziation. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, was ich da sehe. Der klassische Obdachlose hat nicht so eine saubere Lammfell-Kapuze. Unser Meister hier scheint entweder seinem Zynismus zu frönen, seine eigene Lage zu überschätzen, oder jemand Fremdes trieb arges Spiel mit ihm, sollte es sich tatsächlich um einen Obdachlosen handeln. Die Klamotten von Rausch-Elite sind bekannt für ihre markigen und provozierenden Sprüche, die sich unser Meister hier hoffentlich nicht zu eigen macht. Wenn doch, dann tut es mir aufrichtig leid um ihn. Triggerwarnung: Der Link auf die Seite von Rauschelite ist ín diesem Zusammenhang eher etwas für stärkere Nerven und bedient Klischees unterhalb der Gürtellinie. Es wäre besser, die Kapuze bliebe ohne Titel.

Wie das so ist bei jeder Challenge, sagt auch jedes Bild etwas über den Einsteller aus. Und auch über die Nichteinsteller.
Von geschätzten 50-80 aktiven Forumsmitgliedern haben es immerhin sechs Männer geschafft, daran teilzunehmen.
Frauen sind offensichtlich schon dem Stadtbild entfleucht, was ich sehr schade finde, da ich gespannt war, ob es eine "männliche" und eine "weibliche" Stadtbild-Ansicht gibt.
Klaus und Jürgen, immerhin 1/3 der Teilnehmer, führen uns die sozialkritischen Probleme vor Augen, deren Lösung dann auch zur Entfernung der gezeigten Situationen aus dem Stadtbild führen würde.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dem höflichen Jürgen sehr viel Überwindung gekostet haben muss, den Mann so aufzunehmen. Das ist nicht seine Art und ich würde sagen: persönliche Challenge mit Bravour gemeistert!
Bei Klaus weiß ich, er hält immer drauf und stets nahe an der Perfektion. Und was nicht passt, wird passend gemacht. So entsteht gleichbleibende Qualität getrieben durch höchste Ansprüche an sich selbst.
Jens' Bild hingegen versprüht den positiven Charme eines Neuanfangs bei gleichzeitiger Bestätigung des Existierenden. Sein Stadtbild ist geprägt von Hoffnung, Zuversicht und Liebe. Für mich das beste Stadtbild aus der Challenge.
Peters' Bild zeigt uns den heilen, banalen Alltag eines Freitagnachmittags. Kein lautes Stadtbild, keine Provokation, vielleicht ausser der Frage, warum "die da" in München um diese Zeit nicht arbeiten. Da sitzen einfach nur gewöhnliche Menschen aus allen Schichten, wie es scheint friedlich jeder für sich, zusammen und genießen die letzte Herbstsonne. Und ob sie diese nun an der Oper in München, im Görlitzer Park in Berlin oder auf der Zeil in Frankfurt in ähnlicher oder anderer Zusammensetzung genießen, sollte uns doch egal sein.

Markus und Michael müsste ich streng genommen ausschließen. Es sollte ja schon ein Vorder- mit einem Hintergrund korrespondieren.
Michael zeigt uns, dass er zu faul war, um von der Bank aufzustehen, zehn Meter weiter nach rechts zu gehen, dort etwas zu verweilen, um dann sein Foto mit Vordergrund zu schießen.
So saß der arme Mann auf der kalten Metallbank und hat sich den Hintern abgefroren. Aber er hat an die Challenge gedacht, mich genötigt auf der Karte nachzusehen, wo es dieses "Nördlingen" eigentlich gibt und uns vor Augen geführt, dass die DB schon innerlich aufgegeben haben muss, dass sie es Werbetreibenden erlaubt, in ihrem angestammten Heimatrevier sich so über sie lustig zu machen.
Danke dafür!
Markus' Bild spiegelt seine eigene Zerrissenheit wider.
Auf der einen Seite will er wie Lohengrin dem Forum in der Not helfen und seinen Beistand mit Challenge-Bildern bekunden, auf der anderen Seite befürchtet er, erkannt zu werden und dann womöglich in einem blau-weißem Schwan aus dem Stadtbild abgeführt zu werden.
Aber es ist nicht schlimm. Allein der Wille zählt und dass ich mal wieder an Lohengrim, den ich als Kind bei den Gebrüder Grimm gerne gelesen habe, erinnert werde, fand ich sehr schön!

Genug der Worte nun.

CB450 10.11.2025 10:07

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2332968)
Das ist eine Challenge.
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Zumindest für mich, der die Ehre hat, eure Werke zu würdigen.
Aber ich würdige nicht. Zumindest anders als vielleicht vorgestellt.
Ich nehme euer Bild und das was ihr dazu geschrieben habt und lasse meine Gedanken darum kreisen.
Dabei verzichte ich bewußt auf Superlative und Redewendungen wie "großartig", „grandios“, "Chapeau" oder "ich ziehe den Hut".
Wer das sucht, dem empfehle ich Chatgpt. Dort könnt ihr euer Bild hochladen und euch an der Lobhudelei der KI berauschen.

Es ging mir bei dieser Challenge nicht um erstklassig komponierte Meisterwerke der Streetkunst. Es ging mir um euer Stadtbild, um Klischees, um Nachdenkliches, um Möglichkeiten. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Und ihr habt geliefert.
Danke!


Challenge #6 - Stadtbild plakativ
BildEXIF DatenKommentar
CB450Warum kommen mir römische Latrinen hier als erstes in den Sinn? Die bis zu 80 Plätze fassenden Großlatrinen waren in de Antike ein Ort des geselligen Miteinanders. Viele Menschen blieben länger da und führten "Klo-Gespräche", verbesserten ihre Geschäftsbeziehungen oder nahmen am Glückspiel um Gold oder Wertmarken für das öffentliche Bordell teil. Damals hat sich an diesem Stadtbild noch niemand gestört. Was ist heute also anders? Auch hier sitzen die Menschen wie auf der Latrine zusammen, aber statt sich für seinen Nebenmann oder seine Nebenfrau zu interessieren, schauen die meisten Köpfe gesenkt nach unten. Schon Charlie Brown wusste, dass man davon Depressionen bekommt. Ich habe spontan Passanten dazu vor der Oper befragt, was sie davon halten, dass dort Professorinnen, Handwerker und andere ehrbare Leute sitzen? Die meisten von denen konnten leider kein Hochdeutsch und haben mich nicht verstanden. Ich habe es dann mit DEEPL versucht, aber bayrische Dialekte sind der KI noch fremd. Einer allerdings, der Alois, konnte etwas gebrochen Englisch und ich konnte mein Anliegen vorbringen. Er formuliert seine Wut so: "Dea zua'grodn Saupreißdreck, i sog da, de ham do überhaupt nix verlorn! Mia san scho seit Generationen auf unserm Hof, mia g’hörn doher – net de! Mia ham eher a Recht, uns hi z’setzn, owa jedesmoal, wenn ma kemma, san d’Plätz scho vollg’hockt vo de Fremdn! Und wia des ausschaugt, wenn de dort all umehock’n – da wird da ja schlecht! Des is a Schand, des verschandelt des ganze scheene Stodtbuid! Mia derf’n uns unsa oagn Platz nimma nehma, weil de ois z’hamma, de Zuagroastn!". Ich habe das als Sprachnachricht aufgenommen und hoffe, ich habe das dann richtig wiedergegeben. Ich weiß bis heute nicht, was der gute Mann gesagt hat. Zefix, gib a rua.

Wie das so ist bei jeder Challenge, sagt auch jedes Bild etwas über den Einsteller aus. Und auch über die Nichteinsteller.
Von geschätzten 50-80 aktiven Forumsmitgliedern haben es immerhin sechs Männer geschafft, daran teilzunehmen.
Frauen sind offensichtlich schon dem Stadtbild entfleucht, was ich sehr schade finde, da ich gespannt war, ob es eine "männliche" und eine "weibliche" Stadtbild-Ansicht gibt.
Klaus und Jürgen, immerhin 1/3 der Teilnehmer, führen uns die sozialkritischen Probleme vor Augen, deren Lösung dann auch zur Entfernung der gezeigten Situationen aus dem Stadtbild führen würde.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dem höflichen Jürgen sehr viel Überwindung gekostet haben muss, den Mann so aufzunehmen. Das ist nicht seine Art und ich würde sagen: persönliche Challenge mit Bravour gemeistert!
Bei Klaus weiß ich, er hält immer drauf und stets nahe an der Perfektion. Und was nicht passt, wird passend gemacht. So entsteht gleichbleibende Qualität getrieben durch höchste Ansprüche an sich selbst.
Jens' Bild hingegen versprüht den positiven Charme eines Neuanfangs bei gleichzeitiger Bestätigung des Existierenden. Sein Stadtbild ist geprägt von Hoffnung, Zuversicht und Liebe. Für mich das beste Stadtbild aus der Challenge.
Peters' Bild zeigt uns den heilen, banalen Alltag eines Freitagnachmittags. Kein lautes Stadtbild, keine Provokation, vielleicht ausser der Frage, warum "die da" in München um diese Zeit nicht arbeiten. Da sitzen einfach nur gewöhnliche Menschen aus allen Schichten, wie es scheint friedlich jeder für sich, zusammen und genießen die letzte Herbstsonne. Und ob sie diese nun an der Oper in München, im Görlitzer Park in Berlin oder auf der Zeil in Frankfurt in ähnlicher oder anderer Zusammensetzung genießen, sollte uns doch egal sein.

Markus und Michael müsste ich streng genommen ausschließen. Es sollte ja schon ein Vorder- mit einem Hintergrund korrespondieren.
Michael zeigt uns, dass er zu faul war, um von der Bank aufzustehen, zehn Meter weiter nach rechts zu gehen, dort etwas zu verweilen, um dann sein Foto mit Vordergrund zu schießen.
So saß der arme Mann auf der kalten Metallbank und hat sich den Hintern abgefroren. Aber er hat an die Challenge gedacht, mich genötigt auf der Karte nachzusehen, wo es dieses "Nördlingen" eigentlich gibt und uns vor Augen geführt, dass die DB schon innerlich aufgegeben haben muss, dass sie es Werbetreibenden erlaubt, in ihrem angestammten Heimatrevier sich so über sie lustig zu machen.
Danke dafür!
Markus' Bild spiegelt seine eigene Zerrissenheit wider.
Auf der einen Seite will er wie Lohengrin dem Forum in der Not helfen und seinen Beistand mit Challenge-Bildern bekunden, auf der anderen Seite befürchtet er, erkannt zu werden und dann womöglich in einem blau-weißem Schwan aus dem Stadtbild abgeführt zu werden.
Aber es ist nicht schlimm. Allein der Wille zählt und dass ich mal wieder an Lohengrim, den ich als Kind bei den Gebrüder Grimm gerne gelesen habe, erinnert werde, fand ich sehr schön!

Genug der Worte nun.

Nun weiß ich ja, dass in deinem Kopf viele Persönlichkeiten ihr Heim gefunden haben, aber den Althistoriker mit Hang zu antiken Sanitäranlagen habe ich noch nicht getroffen.
Bei Glücksspiel und Bordell habe ich mich sofort in bekannter Gesellschaft gefühlt. :D

Dass deine Schilderung des Dialogs mit dem guten Alois ins Reich der Erfindungen gehört, erkennt jeder echte Bayer sofort. In München spontan jemanden zu treffen der Dialekt spricht (noch dazu mit Hof dahoam), ist so selten wie eine freie Parklücke am Viktualienmarkt.

6 Teilnehmer klingt zunächst nicht nach viel, trotzdem haben sich 6 Menschen aus dem Forum auf den Weg gemacht und nach einem passenden Motiv zu suchen und es auch zu finden. Das ist schon etwas wert. Wie du finde ich es schade, dass keine unserer Forentinnen dabei waren. Aber dann halt bei der nächsten Challenge. Kleiner Tipp für die Mädels: Kauft euch eine Kamera die ins Handtäschchen passt. ;)

Belohnt wurden wir Teilnehmer - und alle die hier reinschauen - mit deinen ausführlichen, humorvollen, manchmal bissigen aber immer auch tiefgründigen Worten zu unseren Bildern.

Vielen Dank dafür.
Einfach weinmeisterlich! :top:

CB450 10.11.2025 10:08

Achso, gibt es hier auch Platz für die Outtakes?

Crimson 10.11.2025 10:53

Zitat:

Zitat von Kurt Weinmeister (Beitrag 2332968)
Markus und Michael müsste ich streng genommen ausschließen. Es sollte ja schon ein Vorder- mit einem Hintergrund korrespondieren.

erstmal nur kurz... wenn man ein Bild erklären muss, funktioniert es nicht, ist mir durchaus klar... die Absicht war aber, den Halt suchenden erstarrten Vordergrund durchaus mit dem leeren kantigen bewusst hellen menschenleeren Hintergrund in Verbindung zu bringen...

Kurt Weinmeister 10.11.2025 12:49

Zitat:

Zitat von CB450 (Beitrag 2332978)
Bei Glücksspiel und Bordell habe ich mich sofort in bekannter Gesellschaft gefühlt. :D

Ich weiß doch, wie ich Leute anspreche, die in HH auf der Reeperbahn nächtigen.

Zitat:

Zitat von CB450 (Beitrag 2332978)
... ist so selten wie eine freie Parklücke am Viktualienmarkt.

Ich bin halt ein Glückskind :crazy:

Zitat:

Zitat von CB450 (Beitrag 2332980)
Achso, gibt es hier auch Platz für die Outtakes?

Aber selbstverständlich!

Zitat:

Zitat von Crimson (Beitrag 2332982)
... wenn man ein Bild erklären muss, funktioniert es nicht,

Ja, da bin ich tatsächlich nicht drauf gekommen. Aber es hat ja trotzdem funktioniert, ich hatte auch noch ganz andere Gedanken beim Betrachten, also alles gut!

jqsch 10.11.2025 19:07

Meine drei Bilder, die neben meinem hier eingestellten Bild im Rahmen der Challeng entstanden sind.

Stadtbildverschönerung in der letzten Woche. Das Mural zum NFL Spiel gestern im Olympiastadion


Bild in der Galerie

Plakativ genug ? Bahnhof Zoo


Bild in der Galerie

Und das Bild, was ich im Monatsthema gezeigt habe und das auch hier gepasst hätte.


Bild in der Galerie

Vielen Dank Stefan für eine herausfordernde Challenge und für deine Kommentare.


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